Rheinpark
Rechtsrheinischer Landschaftspark auf ehemaligem Festungsgelände — Schauplatz der Kölner Werkbundausstellung 1914, seit 1989 denkmalgeschützt.
Der Rheinpark ist ein rechtsrheinischer Naherholungsbereich am Kölner Rheinufer. Seine wechselvolle Geschichte reicht von einem preußischen Festungsgelände über die Kölner Werkbundausstellung 1914 bis zum heutigen Volkspark.
Auf einen Blick
- Art
- Öffentlicher Landschaftspark, Teil des Kölner Grüngürtels
- Lage
- Rechtsrheinisch zwischen Deutz und Mülheim; Stadtteil Deutz, Stadtbezirk Innenstadt
- Denkmalschutz
- Seit 1989 als Baudenkmal eingetragen
- Geschichte
- Angelegt auf geschleiftem Festungsgelände, Schauplatz der Werkbundausstellung 1914
- Eignung
- Stadtnaher Erholungsraum mit Wasserbecken, Brunnen, Wiesen, Beeten und Skulpturen
Für die Kölner Werkbundausstellung 1914 im heutigen Rheinpark bauten Bruno Taut, Walter Gropius und Henry van de Velde je ein Ausstellungsgebäude – doch der Erste Weltkrieg beendete die Ausstellung vorzeitig, das Militär beschlagnahmte das Gelände, und die meisten Bauten verfielen oder wurden abgerissen.
Flächenvergleich
Fläche im Vergleich mit anderen Kölner Parks und Grünflächen.
Ursprung auf Festungsgelände
Nach der Schleifung des inneren Festungsrings fielen die militärisch nicht mehr genutzten Flächen brach. Ab 1907 wandelte die Stadt Köln im Bereich Deutz solches Gelände in städtisches Grün um; Grundlage war ein Vertrag mit dem Reichsmilitärfiskus vom Dezember 1907 über den Erwerb von Festungsanlagen. So entstand ein Geländestreifen zwischen Mülheimer Hafen und Hohenzollernbrücke mit freiem Blick auf die Kölner Altstadt. Bis 1913 legte der Kölner Gartendirektor Fritz Encke unter Oberbürgermeister Max Wallraf einen ersten Park an, der zu Ehren Kaiser Wilhelms benannt werden sollte — was der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhinderte.
Werkbundausstellung 1914
Zur Kölner Werkbundausstellung 1914 zeigte der Park Bauten namhafter Architekten, darunter das „Glashaus“ von Bruno Taut, eine „Fabrik“ von Walter Gropius und ein Theater von Henry van de Velde. Diese Bauten waren nur für die Ausstellung errichtet. Das klassizistische Teehaus von Wilhelm Kreis war dagegen auf Dauer angelegt; es wurde 1957 abgerissen. Mit Kriegsausbruch im August 1914 endete die Ausstellung vorzeitig, das Gelände wurde vom Militär beschlagnahmt. Nach dem Krieg nutzten englische Besatzungstruppen das Areal, bis ein Hochwasser 1920 vieles zerstörte.
Wiederaufbau und Messe
Von 1920 bis zu seiner Pensionierung 1926 baute Encke den nun erstmals „Rheinpark“ genannten Volkspark wieder auf. Nördlich der Hohenzollernbrücke entstanden ab 1922 auf Betreiben von Oberbürgermeister Konrad Adenauer die ersten Gebäude der Kölner Messe. Weil sie den Stallungen der englischen Kavallerie nachempfunden waren, nannte der Volksmund sie „Adenauers Pferdeställe“. Die heutige nördliche Randbebauung mit dem Halbrund des „Staatenhauses“ sowie den Rheinhallen mit dem Messeturm bildet den Eingangsbereich des Parks. Zur internationalen Presse-Ausstellung „Pressa“ 1928 gestaltete Baudirektor Theodor Nußbaum die Anlagen mit Rosengarten und Liegewiesen.
Heute
Der Park dient als stadtnaher Erholungsraum mit Spielplätzen, einer Seilbahn und Führungen. Der Förderverein Kölner Rheinpark e.V. setzt sich für Erhalt, Pflege und Weiterentwicklung der denkmalgeschützten Anlage mit ihren Wasserbecken, Fontänen, Wiesen, Beeten und Skulpturen ein.
Zeitstrahl
- 1907Vertrag mit dem Reichsmilitärfiskus; Umwandlung der Festungsflächen in Grünland beginnt
- 1913Erster Park nach Entwurf von Gartendirektor Fritz Encke fertiggestellt
- 1914Werkbundausstellung im Park; Erster Weltkrieg beendet sie vorzeitig im August
- 1920Hochwasser zerstört viele Bauten; englische Besatzung zieht ab; Park erstmals „Rheinpark" genannt
- 1922–1924Erste Gebäude der Kölner Messe auf dem nördlichen Parkgelände errichtet
- 1928Internationale Presse-Ausstellung (Pressa) im Park; Messerandbebauung mit Turm fertiggestellt
- 1957Das ehemalige Teehaus (Parkhaus) wird abgerissen
- 1989Rheinpark wird unter Denkmalschutz gestellt
Galerie
Karte
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 263847515)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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