Kölner Grüngürtel
Planmäßig angelegte Grünzonen, die sich auf beiden Rheinufern halbkreisförmig um Köln legen und aus den ehemaligen Festungsanlagen der Stadt entstanden sind.
seit 1923
Die Kölner Grüngürtel sind planmäßig angelegte Grünzonen, die sich auf beiden Ufern des Rheins halbkreisförmig um die Stadt legen. Sie entstanden aus den ehemaligen Festungsrayons des Kölner Festungsrings.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Ursprung
- ehemalige Festungsanlagen des Kölner Festungsrings
- Innerer Grüngürtel
- ca. 7 km vom Rhein bei Köln-Riehl bis zur Luxemburger Straße, angelegt im Wesentlichen 1922–1924
- Äußerer Grüngürtel
- rund 800 Hektar, davon 400 Hektar Wald; Eröffnungsfeier am 16. September 1923
- Initiatoren
- Oberbürgermeister Konrad Adenauer mit Städtebauer Fritz Schumacher und Gartendirektor Fritz Encke
- Rundwanderweg
- etwa 65 km langer Grüngürtel-Rundweg im Äußeren Grüngürtel (2014)
- Stiftung
- Kölner Grün Stiftung, 2004 von Adenauers Enkeln gegründet
Das kannst du hier erleben
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Von der Festung zum Park
Nach dem Wiener Kongress baute die preußische Militärverwaltung Köln zur Festungsstadt aus – linksrheinisch von 1816 bis 1846, um Deutz von 1818 bis 1863. Vor die Bollwerke wurden 14 Forts und neun kleinere Lünetten gelegt, ab 1873 durch einen äußeren Festungsring mit elf Forts ersetzt. Um 1900 galt Köln als größte Festung im Deutschen Reich. Doch die Anlagen behinderten die dringend nötige Stadterweiterung und wurden militärisch zunehmend überflüssig. 1907 kaufte die Stadt das Festungsareal für 23 Millionen Reichsmark von Preußen. Der innere Festungsring blieb bis zum Ende des Ersten Weltkriegs bestehen und wurde auf Grundlage des Vertrags von Versailles geschleift.
Adenauers Idee
Oberbürgermeister Konrad Adenauer erkannte die Bedeutung eines natürlichen Luftfilters für die Großstadt. Er holte den Hamburger Stadtplaner Fritz Schumacher und den Gartendirektor Fritz Encke nach Köln; gemeinsam entwickelten sie die Idee multifunktionaler Grünanlagen. Nach einem Generalbebauungsplan Schumachers durfte das Umfeld der entfestigten Anlagen in Parks umgewandelt werden – auch, um Bodenspekulationen zu vermeiden. Ab 1922 begann die Anlage von Grünflächen und Sportanlagen, durchgeführt in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.
Innerer und Äußerer Ring
Der Innere Grüngürtel reicht etwa sieben Kilometer vom Rhein bei Köln-Riehl bis zur Luxemburger Straße; markante Punkte sind der Friedenspark um Fort I, der Rosengarten um Fort X und der vier Hektar große Aachener Weiher. Der Äußere Grüngürtel reicht über das damalige Stadtgebiet hinaus und erstreckt sich auf rund 800 Hektar, davon 400 Hektar Wald, durchzogen vom Militärring und begleitet von Fuß- und Radwegen. Eingebettet liegen Wasserflächen wie der Decksteiner Weiher, der Kalscheurer Weiher und der Adenauerweiher.
Freizeit und Weiterentwicklung
Auf dem Decksteiner und dem Kalscheurer Weiher kann man Kahn fahren, am Decksteiner Weiher gibt es zudem einen Minigolfplatz und gastronomische Angebote. 2010 schuf die Kölner Forstverwaltung mit dem Waldlabor ein Experimentierfeld zur Waldentwicklung im Klimawandel. Die 2004 gegründete Kölner Grün Stiftung setzt Adenauers und Schumachers Idee fort, etwa mit Aktionen wie „1000 Bänke für Köln“ und „1000 Bäume für Köln“. Als jüngere Projekte kamen 2014 der Landschaftspark Belvedere zwischen Müngersdorf und Bocklemünd sowie ein rund 65 km langer Rundwanderweg hinzu.
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