Groß-Köln (Varieté)
Kölns erstes großes Volksvarieté, 1912 an der Friesenstraße eröffnet und 1942 im Krieg zerstört – heute stehen dort die Sartory-Säle.
seit 1912
An der Friesenstraße blühte vor dem Zweiten Weltkrieg Kölns lauteste Vergnügungsmeile – und mittendrin lag das Groß-Köln, das erste große volkstümliche Varietétheater der Stadt.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Eröffnung
- 1912 (Bau 1911–1912)
- Architekt
- Carl Moritz, Erbauer des Kölner Opernhauses
- Adresse
- Friesenstraße 44/46, Altstadt-Nord
- Charakter
- volkstümliches Varieté mit mehreren Gastronomiebetrieben
- Betreiber
- Ludwig Blatzheim, später Ludwig und Hans Herbert Blatzheim
- Zerstört
- in der Nacht zum 31. Mai 1942 bei einem britischen Luftangriff
- Heute an gleicher Stelle
- die Sartory-Säle (eröffnet 1948)
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Entstehung
Das Haus entstand zwischen 1911 und 1912 nach Plänen des Kölner Architekten Carl Moritz, der auch das städtische Opernhaus verantwortete. Es wurde auf dem Grundstück Friesenstraße 44/46 errichtet, wo zuvor die 1896 gegründete Brauerei Cölner Bürgerbräu Josef Waßmann gestanden hatte. Unter einem Dach vereinte das Gross-Cöln, wie es zunächst hieß, das Varietétheater mit mehreren Lokalen, darunter das Séparée-Lokal Bonbonniere.
Blütezeit und Programm
Die Friesenstraße galt damals als bedeutendste Amüsiermeile Kölns. Dank niedriger Eintritts- und Getränkepreise wurde das Haus rasch zum ersten großen Volksvarieté der Stadt; die Karnevals- und Herbstrevuen zählten zu den saisonalen Höhepunkten. Ab 1926 stand hier täglich die kölsche Humoristin Grete Fluss auf der Bühne, die 1930 mit der Revue „Die Fastelovendsprinzessin" und Willi Ostermanns Titel „Och, wat wor dat fröher schön doch in Colonia" das Publikum begeisterte. 1928 lief die Heimatrevue „Die Rutschbahn", im November desselben Jahres trat Otto Reutter auf, und zwischen dem 16. und 31. Mai 1929 gaben die Comedian Harmonists hier ihren ersten Auftritt in neuer, endgültiger Besetzung. Für weniger betuchte Gäste eröffnete die Familie Klein 1926 gegenüber die Kneipe Klein Köln, die bis heute besteht.
Zensur und Besatzung
Zwischen 1914 und 1918 unterlag das Haus wie andere Theater der Zensur: Politische Anspielungen in Sprech- und Gesangstexten wurden ebenso beanstandet wie Mimik und Gestik. 1918 beschlagnahmten die Besatzungstruppen das Etablissement. Seit dem 1. Februar 1919 schrieb sich die Stadt wieder offiziell „Köln" – entsprechend wechselte auch das Theater seinen Namen von Gross-Cöln zu Groß-Köln. 1931 erhielt Hans Heinz Lüttgen den Auftrag für den Um- und Neubau der Eingangsbauten; zur Wiedereröffnung am Neujahrstag 1932 zeigte man die Jubiläumsrevue für Willi Ostermann „Vum Billa zum Zilla".
Zerstörung und Nachfolge
Wann der Spielbetrieb endete, ist nicht eindeutig überliefert. Noch 1941/42 führte Greven's Adressbuch das Haus, obwohl die Räume vermutlich schon Ende 1939/Anfang 1940 von der Wehrmacht beschlagnahmt worden waren. In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1942 griffen im Rahmen der Operation Millennium 1047 britische Flugzeuge Köln an und zerstörten dabei auch das Groß-Köln. An seiner Stelle wurden am 11. November 1948 die Sartory-Säle eröffnet.
Karte
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Adresse
Friesenstraße 44/46
50670 Köln
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