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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© Arnold Mercator · Public domain

Frankenturm – der verschwundene Wehr- und Gefängnisturm an der Trankgasse

Der Frankenturm war ein mittelalterlicher Turm der Kölner Stadtmauer nahe der heutigen Frankenwerft, der 1856 abgerissen wurde. Heute erinnern nur der Straßenname „Am Frankenturm" und drei gerettete Steintafeln im Kölnischen Stadtmuseum an ihn.

Wer heute an der Frankenwerft entlanggeht, sucht den Frankenturm vergeblich: Der mittelalterliche Stadtmauerturm oberhalb der damaligen Rheinwerft wurde 1856 niedergelegt und existiert nicht mehr.

Auf einen Blick

Art
Mittelalterlicher Wehr- und Torturm der Kölner Stadtmauer
Lage
Nördliche Vorstadt, am Ende der Trankgasse, oberhalb der heutigen Frankenwerft
Namensgeber
Vermutlich ein Burggraf „Franco" aus dem 12. Jahrhundert
Weitere Nutzung
Städtisches Gefängnis bis ins 18. Jahrhundert
Abriss
1856
Erhalten
Straßenname „Am Frankenturm" sowie drei Steintafeln im Kölnischen Stadtmuseum

Der Wehrturm an der Frankenpforte

Der Turm stand am Ende der Trankgasse neben dem „Trankgassentor" und trug im Mittelalter auch die Namen „Franken-thoirn" oder „thorn" (so bei Mercator). Seinen Namen verdankte er vermutlich einem Burggrafen „Franco" aus dem 12. Jahrhundert. Um 1370 wurde er als „porta Franconis" erwähnt; den zugehörigen Tordurchlass, die Frankenpforte, vermauerte man um 1500.

An dieser repräsentativen Anlegestelle der Rheinfront waren über dem Durchlass drei Steintafeln mit den Bildern der Heiligen Drei Könige angebracht. Der Bezug ist kein Zufall: 1164 wurden die Gebeine der Heiligen Drei Könige durch dieses Tor in die Stadt gebracht, weshalb der Turm 1347 auch „turris trium regium" (Dreikönigsturm) genannt wurde.

Vom Turm zum Gefängnis

Seit dem späten Mittelalter diente der Frankenturm – ähnlich wie der nahe gelegene Kunibertsturm – als städtisches Gefängnis. Neben vielen namenlos gebliebenen Häftlingen saßen hier auch geschichtsträchtige Personen ein. So war der Reformator Adolf Clarenbach zunächst im Frankenturm gefangen, bevor man ihn zur Folter, der sogenannten „peinlichen Befragung", in den gefürchteten Kunibertsturm brachte.

Als Gefängnis wurde der Turm bis ins 18. Jahrhundert genutzt. Die davor verlaufende Straße hieß seit dem Mittelalter „Unter Pöster" und erhielt um 1812, in der Franzosenzeit, ihren heutigen Namen „Am Frankenturm".

Was heute bleibt

Der Frankenturm selbst wurde 1856 abgerissen. Anders als der benachbarte Kunibertsturm, der die Zeiten überdauert hat, ist er heute vollständig aus dem Stadtbild verschwunden. Geblieben sind zwei Spuren: der Straßenname „Am Frankenturm" und die drei Steintafeln mit den Heiligen Drei Königen, die seit dem Abriss im Kölnischen Stadtmuseum aufbewahrt werden.

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-24

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