Frankenturm – der verschwundene Wehr- und Gefängnisturm an der Trankgasse
Der Frankenturm war ein mittelalterlicher Turm der Kölner Stadtmauer nahe der heutigen Frankenwerft, der 1856 abgerissen wurde. Heute erinnern nur der Straßenname „Am Frankenturm" und drei gerettete Steintafeln im Kölnischen Stadtmuseum an ihn.
Wer heute an der Frankenwerft entlanggeht, sucht den Frankenturm vergeblich: Der mittelalterliche Stadtmauerturm oberhalb der damaligen Rheinwerft wurde 1856 niedergelegt und existiert nicht mehr.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Mittelalterlicher Wehr- und Torturm der Kölner Stadtmauer
- Lage
- Nördliche Vorstadt, am Ende der Trankgasse, oberhalb der heutigen Frankenwerft
- Namensgeber
- Vermutlich ein Burggraf „Franco" aus dem 12. Jahrhundert
- Weitere Nutzung
- Städtisches Gefängnis bis ins 18. Jahrhundert
- Abriss
- 1856
- Erhalten
- Straßenname „Am Frankenturm" sowie drei Steintafeln im Kölnischen Stadtmuseum
Der Wehrturm an der Frankenpforte
Der Turm stand am Ende der Trankgasse neben dem „Trankgassentor" und trug im Mittelalter auch die Namen „Franken-thoirn" oder „thorn" (so bei Mercator). Seinen Namen verdankte er vermutlich einem Burggrafen „Franco" aus dem 12. Jahrhundert. Um 1370 wurde er als „porta Franconis" erwähnt; den zugehörigen Tordurchlass, die Frankenpforte, vermauerte man um 1500.
An dieser repräsentativen Anlegestelle der Rheinfront waren über dem Durchlass drei Steintafeln mit den Bildern der Heiligen Drei Könige angebracht. Der Bezug ist kein Zufall: 1164 wurden die Gebeine der Heiligen Drei Könige durch dieses Tor in die Stadt gebracht, weshalb der Turm 1347 auch „turris trium regium" (Dreikönigsturm) genannt wurde.
Vom Turm zum Gefängnis
Seit dem späten Mittelalter diente der Frankenturm – ähnlich wie der nahe gelegene Kunibertsturm – als städtisches Gefängnis. Neben vielen namenlos gebliebenen Häftlingen saßen hier auch geschichtsträchtige Personen ein. So war der Reformator Adolf Clarenbach zunächst im Frankenturm gefangen, bevor man ihn zur Folter, der sogenannten „peinlichen Befragung", in den gefürchteten Kunibertsturm brachte.
Als Gefängnis wurde der Turm bis ins 18. Jahrhundert genutzt. Die davor verlaufende Straße hieß seit dem Mittelalter „Unter Pöster" und erhielt um 1812, in der Franzosenzeit, ihren heutigen Namen „Am Frankenturm".
Was heute bleibt
Der Frankenturm selbst wurde 1856 abgerissen. Anders als der benachbarte Kunibertsturm, der die Zeiten überdauert hat, ist er heute vollständig aus dem Stadtbild verschwunden. Geblieben sind zwei Spuren: der Straßenname „Am Frankenturm" und die drei Steintafeln mit den Heiligen Drei Königen, die seit dem Abriss im Kölnischen Stadtmuseum aufbewahrt werden.
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