Sartory-Säle
Traditionsreiche Kölner Veranstaltungshallen nahe dem Friesenplatz, seit 1948 Bühne für Karneval, Konzerte und Boxsport.
Die Sartory-Säle zählen zu den größten Veranstaltungsorten im Kölner Zentrum und tragen den Namen der Kölner Gastronomenfamilie Sartory. Seit Jahrzehnten sind sie eine feste Größe für Karneval, Musik und Sport in der Stadt.
Auf einen Blick
- Lage
- Kölner Innenstadt, nahe dem Friesenplatz
- Eröffnung
- 11. November 1948, pünktlich zum Karnevalsauftakt
- Architekt
- Wilhelm Riphahn (Neubau), Erweiterung 1950 durch Wilhelm Koep
- Betreiber
- Sartory Säle GmbH & Co. KG (Familie Sartory)
- Kapazität
- 7 Säle für insgesamt bis zu 3.500 Gäste auf rund 3.850 m²
- Größter Saal
- „Sartory-Saal" mit maximal 1.400 Plätzen, gefolgt vom „Ostermann-Saal" (bis 800)
- Nutzung
- multifunktionale Festhallen für Karneval, Konzerte, Sitzungen und Sportveranstaltungen
Geschichte
Wo heute die Sartory-Säle stehen, befand sich bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg das Varieté „Groß-Köln", das 1912 aus der 1896 gegründeten Brauerei „Cölner Bürgerbräu Josef Waßmann" hervorgegangen war. Schon dort traten Größen wie Otto Reutter (1928) und die Comedian Harmonists (1929) auf, und 1930 wurde Willi Ostermanns Karnevalsrevue „Die Fastelovendsprinzessin" uraufgeführt.
Den Neubau plantete der prägende Kölner Architekt Wilhelm Riphahn; er war rechtzeitig zum 11. November 1948 fertig. In der kriegszerstörten Stadt waren die Säle damit neben dem Williams-Bau die einzige Veranstaltungshalle. Bauherr und Namensgeber war der Gastronom Carl Sartory senior (1909–1953). Nach seinem Tod führte zunächst seine Witwe Mathilde die Geschäfte, ab 1966 übernahm Tochter Hilde gemeinsam mit ihren Brüdern Carl junior und Hans. 1959 kamen die Sartory-Lichtspiele als Kino hinzu.
Karneval
Die Sartory-Säle sind eng mit dem Kölner Karneval verbunden. 1950 präsentierte die Familie hier das erste Kölner Kinder-Dreigestirn, und am 25. Januar 1950 fand die erste KAJUJA-Sitzung statt. Bundesweit bekannt wurden die Säle durch die jährlichen Fernsehsitzungen, die bis 2019 von hier übertragen wurden; seit 2023 entstehen sie im Theater am Tanzbrunnen. Für Aufsehen sorgte 1952 der Büttenredner Karl Küpper, der mit seiner Nummer „D'r verdötschte Funk-Reporter" auf das Fortwirken alter Eliten nach der NS-Zeit anspielte.
Konzerte und Sport
Ab 1965 richteten die Betreiber Beatwettbewerbe mit regionalen Bands aus. 1968 gewannen dort die Kölner Stowaways den ersten Preis, aus denen sich später die Bläck Fööss entwickelten. Auf der Bühne standen unter anderem Queen (1974), Status Quo (1975), AC/DC (1978 und 1979) und die Scorpions (1979); 1971 feierte das Musical „Hair" hier seine deutsche Premiere, 1981 gastierte der Rockpalast. Seit 1963 sind die Säle zudem Schauplatz von Boxveranstaltungen: Hier bestritt Vitali Klitschko frühe Profikämpfe, und Regina Halmich verteidigte 1999 und 2000 ihre Titel.
Wissenswertes
2016 lehnte Marcus Sartory es ab, Räume für eine Konferenz des rechtsgerichteten Compact-Magazins bereitzustellen, und kündigte den Vertrag. Statt des abgesagten Kongresses fand am 29. Oktober 2016 das Benefizfestival „Kein Raum für Rassismus" mit rund 1.500 Teilnehmenden statt, bei dem Bands wie Kasalla, Querbeat und Miljö sowie Kabarettisten wie Jürgen Becker und Wilfried Schmickler auftraten.
Karte
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Adresse
Friesenstraße 44-48
50670 Köln
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-08-11)
- Wikipedia (abgerufen 2026-08-11)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-11
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