Liebfrauenkirche
Neugotische Pfarrkirche in Köln-Mülheim, nach Kriegszerstörung von Rudolf Schwarz modern wiederaufgebaut.
seit 1864
Die Liebfrauenkirche ist eine römisch-katholische, ursprünglich neugotische Kirche im rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Mülheim. Sie verbindet auf ungewöhnliche Weise erhaltene Bauteile des 19. Jahrhunderts mit einer modernen Nachkriegsarchitektur.
Auf einen Blick
- Art
- Römisch-katholische Pfarrkirche
- Bauzeit
- 1857 bis 1864, Wiederaufbau 1953 bis 1955
- Lage
- Köln-Mülheim, rechte Rheinseite
- Baustil
- Neugotik, im Wiederaufbau ergänzt durch modernen Stahlbetonbau
- Architekten
- Ernst Friedrich Zwirner (Ursprungsbau), Rudolf Schwarz (Wiederaufbau)
- Gemeinde
- Teil der Pfarrei St. Clemens und Mauritius
- Denkmalschutz
- seit dem 20. Juli 1983 als Baudenkmal eingetragen
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Entworfen wurde die Kirche vom Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner, der sie als dreischiffige Basilika im neugotischen Stil plante. Von 1857 bis 1864 entstand der Bau und übernahm die Rolle der bisherigen Mülheimer Pfarrkirche St. Clemens. Der Kölner Weihbischof Johann Anton Friedrich Baudri weihte das Gotteshaus 1865.
Bis 1914 hieß die Kirche „St. Mariä Himmelfahrt“. In diesem Jahr wurde Mülheim nach Köln eingemeindet – und weil es auf der linken Rheinseite bereits eine Kirche gleichen Namens gab, erhielt sie ihren heutigen Namen Liebfrauenkirche.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer getroffen. Während der Kindergarten übergangsweise als Notkirche genutzt wurde, entschied man sich gegen den Abriss der Ruine. Zwischen 1953 und 1955 baute der Architekt Rudolf Schwarz sie in veränderter Form als Stahlbetonskelettbau wieder auf und fügte dabei alte und neue Bauelemente zusammen.
Die zerstörten neugotischen Ostteile – Querschiff und Langchor – wurden nicht rekonstruiert, sondern durch eine quer liegende Chorhalle ersetzt. Diese ist 26 Meter lang und 30 Meter breit und führt das 28 Meter lange Langhaus fort, dessen Umfassungsmauern erhalten blieben. Betonstützen, vergoldete Stahlträger und ein dreifach gefaltetes Satteldach aus Beton prägen den neuen Chorbereich; die durchgehende Deckenkonstruktion verbindet Alt- und Neubau miteinander.
Ausstattung
Zum hundertjährigen Jubiläum ihrer ersten Weihe wurde die Kirche 1965 erneut konsekriert. Im selben Jahr erhielt der Turm einen neuen Helm mit einer Kupferkrone, geschaffen vom Künstler Heinz Gernot. Von ihm stammt auch der Hauptaltar, der aus einem einzigen grünen Marmorblock gefertigt wurde. Darüber hängt ein Kruzifix von 1930, ein Werk des Kölner Bildhauers Eduard Schmitz junior. Hinter dem Altarraum lädt eine Marienkapelle zum Gebet und zur eucharistischen Anbetung ein.
Kirchenfenster
Im neuen Chorraum bestimmen die Farben Weiß, Gelb und Grün die Wirkung. Die Fensterbänder sind als Lichtbäume gestaltet, ihre farbigen Antikglasscheiben sitzen in einem Riegelwerk aus Eisenbeton. Die ornamentalen Fenster der Seitenschiffe und der Altarrückwand schuf Anton Wendling zwischen 1958 und 1962. Das Sakristeifenster von Josef Henseler entstand um 1955 und zeigt Maria und Johannes unter dem Kreuz.
Die Orgeln
1955 baute die Firma Romanus Seifert & Sohn eine Orgel mit 48 Registern auf drei Manualen und Pedal. Eine Besonderheit ist das frei und ohne Gehäuse aufgestellte Pfeifenwerk; zudem ist das zweite Manual in zwei Sektionen aufgeteilt, von denen sechs Register in einem Brüstungspositiv untergebracht sind. 2024 wurde das Instrument von der Werkstatt Seifert in Kevelaer renoviert und elektrisch modernisiert, wobei im Schwellwerk neue Register ergänzt wurden. Als Chororgel dient ein Serien-Positiv der Firma Walcker von 1956, das 2024 durch Orgelbaumeister Eckehard Lüdke umfassend saniert wurde.
Galerie
Karte
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Adresse
Regentenstraße 4
51063 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 10:00–12:30
Di: 00:00–00:00
Fr: 10:00–12:30
Sa: 10:00–12:30
So: 00:00–00:00
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-10
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