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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Friedenskirche (Köln-Mülheim)

Ältestes evangelisches Kirchengebäude im heutigen Köln – benannt nach dem friedlichen Zusammenschluss zweier Gemeinden 1837.

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Die Friedenskirche im Stadtteil Mülheim ist das älteste evangelische Kirchengebäude im heutigen Köln. Ihren Namen erhielt sie nach dem friedlichen Zusammenschluss zweier zuvor selbständiger Gemeinden.

Auf einen Blick

Art
Evangelische Kirche
Lage
Wallstraße 70–72, Stadtteil Mülheim
Bauform
kreuzförmiger Bau mit Laterne und vorgesetztem Turm
Architektur
drei hohe neuromanische Schallfenster je Turmseite
Orgel
symphonisches Werk mit 37 Registern (ca. 1.800 Pfeifen)
Wusstest du?

Die Orgel von 1791 besaß eine bemerkenswerte Mechanik: Bei leichtem Tastendruck erklang nur das Positiv, beim vollständigen Niederdrücken die gesamte restliche Orgel – eine innovative Technik, die dem Organisten erlaubte, den Gemeindegesang beim Choral gezielt zu führen.

Geschichte der Gemeinde

1610 erhielten Lutheraner und Calvinisten im Herzogtum Jülich-Berg das Recht, in Mülheim eine Kirche zu bauen und Pfarrer zu berufen; dieses Jahr gilt als Gründungsjahr der Gemeinde. Mehrere Vorgängerbauten gingen verloren – durch den Brand von 1615 und später durch den Eisgang des Rheins im Februar 1784. 1837 vereinigte König Friedrich Wilhelm III. die zuvor selbständigen Gemeinden innerhalb der Altpreußischen Union; aus dem friedlichen Zusammenschluss leitet sich der Name Friedenskirche ab.

© Chris06 · CC0

Kirchenbau

Bereits 1786 wurde der Neubau an der heutigen Wallstraße, etwas entfernter vom Rhein, eingeweiht; Baumeister war Willhelm Hellwig. Dem kreuzförmigen, mit einer Laterne gekrönten Bau wurde von 1845 bis 1848 ein Turm nach Entwürfen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner vorgesetzt. Auffällig sind die drei hohen neuromanischen Schallfenster auf jeder Seite unter dem Turmabschluss.

© Subbass1 · CC BY-SA 4.0

Zerstörung und Wiederaufbau

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Stadtteil durch Fliegerangriffe weitgehend zerstört, besonders durch die Einschläge vom 28. Oktober 1944. Die von Carl und Karl-Heinz Klag wiederaufgebaute Kirche wurde 1960 erneut eingeweiht. Auf die frühere doppelt geschweifte Turmspitze mit Laterne wurde verzichtet; der Turm schließt heute mit einer flachen romanischen Pyramide ab. Das Innere wurde 1998/99 neu gestaltet.

Orgeln

Die Kirche erhielt 1791 eine Orgel von Johann Christian Kleine mit 27 Registern. Charakteristisch war der übereinander angeordnete Aufbau von Altar, Kanzel und Orgel, wobei die Kanzel in das Orgelgehäuse eingebunden war. Eine besondere Mechanik ließ bei leichtem Tastendruck nur das Positiv, bei vollem Druck das gesamte Werk erklingen. Dieses Instrument wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1965 folgte ein neobarockes Werk von Willi Peter, das 2016 stillgelegt wurde. Seit 2017 steht auf der Westempore ein symphonisches Werk von Gerald Woehl mit 37 Registern und rund 1.800 Pfeifen; sein Prospekt lehnt sich an die erste Orgel von 1791 an.

Zeitstrahl

  1. 1610
    Gründungsjahr der Evangelischen Kirchengemeinde Mülheim am Rhein
  2. 1615
    Brand zerstört Mülheim; Kirchen gehen verloren
  3. 1784
    Kirchengebäude fällt im Februar dem Eisgang des Rheins zum Opfer
  4. 1786
    Neubau an der Wallstraße 70–72 eingeweiht (Baumeister Willhelm Hellwig)
  5. 1837
    Gemeinden vereinigt; Kirche erhält den Namen „Friedenskirche"
  6. 1845–1848
    Turm nach Entwürfen des Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner vorgesetzt
  7. 1944
    Schwere Kriegsschäden durch Fliegerangriffe (u. a. 28. Oktober 1944)
  8. 1960
    Wiederaufgebaute Friedenskirche erneut eingeweiht (Architekten Carl und Karl-Heinz Klag)

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26