Jan-Wellem-Denkmal
Bronzestandbild von Kurfürst Jan Wellem in Köln-Mülheim, 1914 von der Fabrikantenfamilie Andreae im Streit um die Eingemeindung gestiftet.
Das Jan-Wellem-Denkmal in Köln-Mülheim zeigt den Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz, genannt Jan Wellem. Die Bronzefigur geht auf eine Stiftung der Textilfabrikantenfamilie Andreae zurück und entstand im Jahr der Eingemeindung Mülheims nach Köln.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Personendenkmal, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Dargestellt
- Johann Wilhelm von der Pfalz (1658–1716), genannt Jan Wellem
- Lage
- Stadtteil und Stadtbezirk Mülheim
- Höhe der Figur
- 3,15 Meter
- Material
- Bronze
- Künstler
- Eduard Schmitz
- Eingeweiht
- 28. April 1914
Das Denkmal wurde am 28. April 1914 eingeweiht – rund 28 Tage *nach* der Eingemeindung Mülheims in Köln, die der Stifter eigentlich verhindern wollte, und knapp zwei Monate *vor* dem eigentlichen Firmenjubiläum, das als offizieller Anlass galt.
Anlass und politische Motivation
Die Stiftung fiel in die Endphase des Streits um die Eingemeindung Mülheims: Die Stadt hatte den Kampf um ihre Selbstständigkeit 1913 aufgegeben, der Anschluss an Köln wurde zum 1. April 1914 wirksam. Offiziell stiftete der Fabrikant Christoph Andreae das Denkmal zum 200-jährigen Bestehen seiner Firma in Mülheim (1714–1914). Dieser Anlass tritt jedoch in den Hintergrund; als dominierend gelten die politischen Motive. Darauf deutet auch der Zeitpunkt der Einweihung am 28. April 1914 hin — rund 28 Tage nach der Eingemeindung, aber knapp zwei Monate vor dem eigentlichen Jubiläumsdatum. Dieselbe Familie Andreae stiftete im Kulturkampf zudem das Kölner Bismarck-Denkmal.
Familie Andreae und Mülheim
Viele Mülheimer Handwerks- und Industriebetriebe gehörten lutherischen oder reformierten Eigentümern, deren Ansiedlung auf die tolerante Konfessionspolitik des Kurfürsten zurückging. Auch die Familie Andreae musste 1714 als Protestanten Köln verlassen. Ihre 1687 in Köln gegründete Tuchmanufaktur wurde nach Mülheim verlagert, wo sie am 18. Juni 1714 das Wohnrecht erhielt.
Gestalt
Die 3,15 Meter hohe Figur zeigt Jan Wellem in Jagdkleidung mit Stiefeln, Büchse und Dreimaster. Sie steht auf einem barockisierten Sockel mit dem Mülheimer Stadtwappen. Darunter befinden sich zwei Tafeln mit den Inschriften „Jan Wellem (1658–1716)“ und „Unserem König 1711“.
Jan Wellem und Mülheim
Johann Wilhelm besuchte Mülheim mehrfach, da der Ort auf dem Weg nach Bensberg lag; benachbarte Orte zählten zu seinen Jagdrevieren. Bei einem Besuch 1711 wurde er Schützenkönig des St.-Sebastianus-Schützenvereins und erhielt eine Kette mit Vogel und Schild.
Standort
Ursprünglich stand das Denkmal an der Südseite des Wiener Platzes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zum Stadtgarten an der Kreuzung Jan-Wellem-Straße / Fürstenberger Straße versetzt.
Zeitstrahl
- 1658Jan Wellem (Johann Wilhelm von der Pfalz) geboren
- 1687Familie Andreae gründet Tuchmanufaktur in Köln
- 1711Jan Wellem besucht Mülheim, wird Schützenkönig des St.-Sebastianus-Vereins
- 18. Juni 1714Familie Andreae erhält Wohnrecht in Mülheim (nach Vertreibung der Protestanten aus Köln)
- 1716Jan Wellem gestorben (Inschrift am Sockel)
- 1913Mülheimer Stadtrat beschließt Anschluss an Köln
- 28. April 1914Einweihung des von Eduard Schmitz geschaffenen Bronzedenkmals (gestiftet von Christoph Andreae)
- nach 1945Denkmal vom Wiener Platz zum Stadtgarten (Jan-Wellem-Str./Fürstenberger Str.) versetzt
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





