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Kalker Kapelle

Kölner Wallfahrtskapelle in Kalk mit einer Pietà des 15. Jahrhunderts, der wundertätiges Wirken nachgesagt wurde – Ziel jährlicher Prozessionen.

Indoor

Die Kalker Kapelle steht im Kölner Stadtteil Kalk und geht auf eine Marienverehrung des 15. Jahrhunderts zurück. Im Mittelpunkt steht eine Pietà, der wundertätiges Wirken nachgesagt wurde und die über Jahrhunderte Ziel von Wallfahrten war.

Auf einen Blick

Art
Wallfahrtskapelle mit Pietà
Lage
Stadtteil und Stadtbezirk Kalk, an der Gabelung von Kalker Hauptstraße und Kapellenstraße
Pietà
Vesperbild, wahrscheinlich um 1423 entstanden
Wiederaufbau
1948–1950 durch Rudolf Schwarz
Schutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Wusstest du?

Nach einem schweren Unwetter im Jahr 1703 wurde die Kapelle zerstört, doch die mittelalterliche Pietà blieb dabei völlig unversehrt – ein Umstand, der den Wallfahrtsruf des Gnadenbildes so sehr steigerte, dass die Kapelle dank zahlreicher Spenden bereits im nächsten Jahr wieder aufgebaut werden konnte.

Ursprung und Pietà

Die Anfänge reichen an den Übergang vom Spätmittelalter zur Neuzeit und sind mit dem Stift St. Severin sowie der Marienverehrung des 15. Jahrhunderts verbunden. Zwei Urkunden jener Zeit erwähnen einen Bildstock in der Flur Kalk. Auf eine Kölner Provinzialsynode von 1423 unter Erzbischof Dietrich II. geht die Einführung eines Gedenktags zu Ehren der „Sieben Schmerzen Mariens“ zurück. Die Pietà entstand wahrscheinlich im Jahr der Synode oder bald danach; ihr Künstler ist nicht bekannt. Sie wird auch Vesperbild genannt, weil Jesus zur neunten Stunde, der Vesperstunde, starb.

© Mabit1 · CC BY-SA 4.0

Wallfahrt und Prozessionen

Zur Kalker Pietà fand alljährlich am 8. September eine Prozession statt. Pilgerzüge kamen von St. Severin in der Kölner Südstadt sowie später aus Ensen und Mülheim, trafen sich in Deutz und legten die letzten sieben von insgesamt vierzehn Stationen gemeinsam nach Kalk zurück. Diese Stationen stellten den Leidensweg Jesu dar, vom Abschied von seiner Mutter bis zur Kreuzigung. 1709 förderte Papst Clemens XI. das Pilgerwesen durch einen besonderen Ablass; zum Hauptwallfahrtstag entwickelte sich der Sonntag nach Mariä Geburt.

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Bauten und Zerstörungen

Nach dem Abklingen der Pest in den 1660er-Jahren wurde aus Dank für den verschont gebliebenen Ort eine erste Kapelle für die Pietà errichtet; die Genehmigung erteilte Generalvikar Paulus Aussenius. Der Zuspruch machte später eine Nebenkapelle nötig. Als ein Unwetter den Bau 1703 zerstörte, konnte die Pietà unbeschädigt geborgen werden; bereits im Folgejahr entstand dank zahlreicher Spenden ein Neubau. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle zwischen 1948 und 1950 nach Plänen des Kirchenbaumeisters Rudolf Schwarz neu aufgebaut.

© Horsch, Willy · CC BY 3.0

Zeitstrahl

  1. 1423
    Provinzialsynode in Köln; Pietà wahrscheinlich entstanden
  2. 1666/67
    Erste Kapelle nach Abklingen der Pest als Dankeskapelle errichtet
  3. 1703
    Kapelle durch Unwetter zerstört; Pietà bleibt unversehrt
  4. 1704
    Neubau der Kapelle dank zahlreicher Spenden
  5. 1709
    Papst Clemens XI. gewährt Bußgängern besonderen Ablass
  6. 1714
    Nebenkapelle wegen steigender Pilgerzahlen erbaut
  7. Mitte 18. Jh.
    Sonntag nach Mariä Geburt wird Hauptwallfahrtstag
  8. 1948–1950
    Neubau der Kapelle nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Galerie

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