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© © 1971markus · CC BY-SA 4.0

Flughafen Köln-Butzweilerhof

Kölns erster Zivilflughafen im Stadtteil Ossendorf – heute ein denkmalgeschütztes Ensemble und Heimat der MOTORWORLD Köln.

seit 1926

Der Butzweilerhof war Kölns erster ziviler Flughafen und in den 1930er-Jahren als „Luftkreuz des Westens" ein Knotenpunkt des europäischen Flugverkehrs. Vom Flugpionier-Feld über den NS-repräsentativen Terminal bis zur heutigen MOTORWORLD erzählt das Gelände im Kölner Norden gut ein Jahrhundert Luftfahrtgeschichte.

Auf einen Blick

Eröffnung
1911 als Fluggelände angelegt, 1913 als Fliegerstation eingeweiht, 1926 für den zivilen Luftverkehr freigegeben
Lage
Köln-Ossendorf im Norden der Stadt, benachbart zum früheren Luftschiffhafen in Bickendorf
Bedeutung
ab 1930 „Luftkreuz des Westens"; nach Berlin-Tempelhof zweitgrößte deutsche Flughafenanlage der 1930er-Jahre
Empfangsgebäude
250 Meter langer Terminal von 1936 nach Entwurf von Hans Mehrtens, zwischen 1995 und 2007 originalgetreu restauriert
Status
Empfangshalle, Betriebshof, zwei Flugzeughallen und Teile des Rollfelds stehen unter Denkmalschutz
Heutige Nutzung
seit Juni 2018 automobiles Dienstleistungszentrum MOTORWORLD Köln – Rheinland
Flugbetrieb
endgültig eingestellt am 31. Dezember 1995

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Von den ersten Flugversuchen zum Militärflugplatz

Den Namen gab der Bauernhof „Butzweiler Hof", dessen Ursprünge bis um 1230 zurückreichen. Auf dessen Feld brachte der Kölner Flugpionier Jean Hugot im Sommer 1910 seine selbst konstruierte Maschine für wenige Sekunden in die Luft und schaffte bei weiteren Versuchen Flugweiten von bis zu 60 Metern. 1912 entstand hier die „Kaiserliche Fliegerstation und Flugschule": Die Stadt verpachtete den Platz an die Militärverwaltung, die ein erstes Rollfeld mit einer 256 Meter langen Landebahn anlegte. Zum ersten „Flugtag zu Cöln" am 29. Juni 1912 kamen 100.000 Besucher. Am 1. April 1913 wurde die Anlage als Fliegerstation eingeweiht – mit Werft, Kraftwagenhalle und vier freitragenden Flugzeughallen. Auch Manfred von Richthofen erhielt hier 1915 einen Lehrgang zum Flugbeobachter.

© Unbekannt · Public domain

Blütezeit als „Luftkreuz des Westens"

Nach dem Abzug der britischen Besatzung landete am 1. Februar 1926 eine Lufthansa-Junkers aus Berlin, und am 16. Mai 1926 wurde der Flughafen für den zivilen Luftverkehr freigegeben. Auf Betreiben von Oberbürgermeister Konrad Adenauer ließ Fritz Schumacher die Anlage auf 173 Hektar erweitern; sechs Fluglinien flogen den „Butz" von Beginn an an. 1926 zählte er täglich rund 24 Starts und Landungen, 1930 waren es mehr als 50 Maschinen – der Flughafen wurde zum „Luftkreuz des Westens". Für den weiteren Ausbau ab 1935 wurden 1100 Arbeitslose eingezogen.

© Superbass · CC BY-SA 3.0

Architektur des Empfangsgebäudes

Am 25. Juli 1936 wurde das neue, 250 Meter lange Empfangsgebäude nach Entwurf des Architekten Hans Mehrtens feierlich eröffnet. Es verband eine schlichte, im Grunde moderne Gestaltung im Sinne des Neuen Bauens mit monumentalen Elementen der Architektur des Nationalsozialismus. Damit avancierte der Butzweilerhof nach Berlin-Tempelhof zur zweitgrößten deutschen Flughafenanlage der 1930er-Jahre. Das Gebäude wurde zwischen 1995 und 2007 originalgetreu restauriert und steht heute zusammen mit weiteren Teilen der Anlage unter Denkmalschutz.

© Unbekannt · CC BY-SA 3.0 de

Zweiter Weltkrieg und militärisches Nachleben

Am 26. August 1939 übernahm die Luftwaffe den Flughafen und richtete eine Fliegerhorstkommandantur ein. Vor Morgengrauen des 10. Mai 1940 starteten von hier Schleppgespanne mit Lastenseglern in Richtung Belgien. Am 17. November griffen 96 B-17-Bomber der 8. US-Luftflotte den Fliegerhorst an; am 6. März 1945 eroberten US-Bodentruppen das Gelände. Auch danach blieb der „Butz" durch Besatzungs- und NATO-Truppen sowie die Bundeswehr militärisch genutzt. Zivil diente er bis 1957, sportfliegerisch bis 1980. Am 15. November 1980 feierte Papst Johannes Paul II. auf dem ehemaligen Flugfeld eine Messe vor 380.000 Zuschauern. Die Bundeswehr schloss den Standort am 31. Dezember 1995 – damit endete der Flugbetrieb endgültig.

© Superbass · CC BY-SA 3.0

Heute: Denkmal und MOTORWORLD

Vom Flughafenkomplex der 1930er-Jahre sind wesentliche Teile erhalten und teils restauriert: das Hauptgebäude mit Empfangshalle, der Betriebshof, die Flugzeughalle 1 mit viergeschossigem Kontrollturm, die Flugzeughalle 2 sowie vier ehemalige Mitarbeiter-Wohnhäuser an der Delfossestraße und Teile des Beton-Rollfelds. Seit Juni 2018 wird auf dem Gelände das automobile Dienstleistungszentrum MOTORWORLD Köln – Rheinland betrieben. In den früheren Hangars finden sich unter anderem drei Gastronomiebetriebe, ein Hotel, Konferenz- und Tagungsräume sowie eine Ausstellung über den siebenmaligen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher.

© Superbass · CC BY-SA 3.0

Wissenswertes

Zwischen 1996 und 1999 war das Gelände Standort des Bizarre-Festivals; 1997 spielte die Rockband U2 vor rund 60.000 Zuschauern ihre Popmart Tour. Rund um das Areal entstand das „Gewerbegebiet Am Butzweilerhof" mit über 400 Unternehmen und etwa 12.000 Beschäftigten, darunter zeitweise Medienunternehmen wie VOX, VIVA und n-tv. Seit Dezember 2010 bedient die Stadtbahnlinie 5 die Haltestelle „Alter Flughafen Butzweilerhof".

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Galerie

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Karte

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Adresse

Am Butzweilerhof
50829 Köln

Kontakt

0221 5470

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-05

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