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© Michael Wegner · CC BY-SA 3.0

Takuplatz

Dreieckiger Platz im Neuehrenfelder „Chinesenviertel" – die Mitte dient als Boule-Fläche auf einer stillgelegten Straßenbahn-Wendeschleife.

Outdoor Geheimtipp

Der Takuplatz im Kölner Stadtteil Neuehrenfeld bildet den Mittelpunkt eines Wohnviertels, das im Volksmund „Chinese-Veedel" (Chinesenviertel) genannt wird. Die Platzmitte dient heute als Spielfläche für Pétanque.

Auf einen Blick

Art
Stadtplatz mit Boule-Fläche
Lage
Stadtteil Neuehrenfeld, Stadtbezirk Ehrenfeld
Form
annähernd dreieckig, begrenzt von Iltisstraße, Takustraße und Takuplatz
Bebauung
viergeschossige Wohnhäuser einer Wohnungsgenossenschaft, Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet
Benannt nach
den chinesischen Taku-Forts
Besonderheit
Station 23 des „Ehrenfelder Geschichtspfades"
Wusstest du?

Unter dem Takuplatz liegt bis heute ein Zweiter-Weltkrieg-Tiefbunker, weil der Abriss der massiven Betonstrukturen zu aufwändig gewesen wäre – obwohl rundum die Häuser den Krieg unbeschadet überstanden haben. Zudem trägt das gesamte Viertel den Spitznamen „Chinese-Veedel", weil Straße und Platz 1913 nach dem deutschen Angriff auf die chinesischen Taku-Forts im Boxeraufstand benannt wurden.

Name und „Chinesenviertel"

Die Bezeichnungen von Takuplatz und Takustraße verweisen – wie die nahen Iltis- und Lansstraße – auf den Boxeraufstand in China im Jahr 1900. Das Kanonenboot Iltis unter Kapitän Lans war am Angriff der deutschen Marine auf die chinesischen Taku-Forts beteiligt. Wegen dieser Herkunft trägt die Gegend den Beinamen „Chinese-Veedel". Die Benennung erfolgte 1913, als die damalige Ehrenfelder Arbeiter-Wohnungsgenossenschaft die umliegenden Wohnhäuser baute; sie gehören heute der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld e.G. 1971 gründeten Neuehrenfelder den Karnevalsverein „Ihrefelder Chinese".

© Superbass · CC BY-SA 4.0

Anlage und Umgebung

Die eigentliche Platzform, ein Halbkreis, geht auf eine stillgelegte Straßenbahn-Wendeschleife mit zweireihigem Bestand alter Robinien zurück; der Schienenstrang wurde im Februar 2008 entfernt. Auf dem Platz stehen ein fensterloser Flachbau zur Energieverteilung der RheinEnergie sowie nahe der Mitte ein Büdchen. Die Platzmitte ist seit Ende der 1990er Jahre für das Pétanque-Spiel ausgelegt und wird vom Ehrenfelder Boule Club und den Boulogne Boyz bespielt. Die ersten drei Häuser der Takustraße fallen durch ihre aufwändigeren, mehrfarbigen Ziegelfassaden auf.

© OpenStreetMap-Beitragende · CC BY-SA 2.0

Debatte um koloniale Bezüge

Seit Ende 2009 werden die Benennungen im „Chinesenviertel" und weitere Neuehrenfelder Straßennamen mit Bezug zur deutschen Kolonialgeschichte diskutiert. Auf Initiative der Grünen standen sowohl erläuternde Tafeln als auch Umbenennungen zur Debatte. Im August 2011 wurde am Takuplatz ein Schild mit Erläuterungen zur Namensgeschichte und zur deutschen Kolonialpolitik vorgestellt. 2020 kam die Diskussion erneut auf.

Im Zweiten Weltkrieg

Im Zentrum des Platzes entstand im Zweiten Weltkrieg ein ziviler Tiefbunker zum Schutz vor Fliegerbomben. Wesentliche Teile dieser Betonstruktur liegen noch heute unter dem Platz, da ein Abriss zu aufwändig gewesen wäre. Trotz der schweren Luftangriffe auf Köln wurden die Häuser am Takuplatz nur beschädigt, nicht zerstört. Für 1942 ist überliefert, dass sich am Takuplatz eine von den Nationalsozialisten verbotene Bündische Jugendgruppe traf, die Neuehrenfelder Gruppe. Von ihr sind Auseinandersetzungen mit Nazis sowie Verhaftungen und Misshandlungen durch die Gestapo bekannt.

Zeitstrahl

  1. 1900
    Boxeraufstand in China; Angriff des Kanonenboots Iltis auf die Taku-Forts
  2. 1913
    Wohnhäuser rund um den Takuplatz erbaut; Namensgebung von Platz und Straßen
  3. 1942
    Bündische Jugendgruppe trifft sich am Takuplatz (von Nazis verboten)
  4. Ende der 1990er
    Platzmitte als Pétanque-/Boule-Fläche angelegt
  5. 1971
    Gründung des Karnevalsvereins „Ihrefelder Chinese"
  6. 2008
    Schienenstrang der stillgelegten Straßenbahn-Wendeschleife entfernt (Februar)
  7. 2009
    Debatte um koloniale Straßennamen in der Ehrenfelder Bezirksvertretung
  8. 2011
    Neues Erläuterungsschild zur Namensgeschichte am Takuplatz aufgestellt (August)

Karte

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Adresse

Takuplatz
50825 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27

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