Synagoge Ehrenfeld
1927 eingeweihte Synagoge in Köln-Ehrenfeld, in der Pogromnacht 1938 zerstört – heute erinnern Wandbild und Grundriss-Steine an sie.
Die Synagoge Ehrenfeld war ein jüdisches Gotteshaus an der Körnerstraße 93 im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Sie bestand nur elf Jahre, bevor sie während der Novemberpogrome 1938 zerstört wurde.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Lage
- Körnerstraße 93, Köln-Ehrenfeld
- Erbaut
- 1926/27 nach Entwürfen von Architekt Robert Stern
- Einweihung
- 18. September 1927
- Baukosten
- rund 110.000 Reichsmark
- Plätze
- 250 im Männer-Erdgeschoss, 150 auf der Frauenempore
- Zerstört
- 9. November 1938 (Novemberpogrome)
- Heute
- nicht mehr erhalten – Erinnerungsspuren am heutigen Neubau
Geschichte
Mit der Industrialisierung wuchs Ehrenfeld in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasch, und 1899 entstand eine eigene Synagogengemeinde. Da die überwiegend aus Arbeitern und Angestellten bestehende Gemeinde finanziell nicht auf eigenen Füßen stehen konnte, wurde sie 1914 wieder in die Kölner Synagogengemeinde eingegliedert. Bis Mitte der 1920er Jahre war die jüdische Bevölkerung des Viertels auf rund 1100 Menschen angewachsen – Anlass, eine eigene Synagoge zu planen.
Als Bauplatz diente ein Teil des Geländes der früheren Koenemann'schen Goldleistenfabrik, das die Synagogengemeinde Köln 1926 erwarb. Die Grundsteinlegung erfolgte am 18. Oktober 1926, im folgenden Winter wurde die Kuppel aufgesetzt, und am 18. September 1927 fand die feierliche Einweihung statt.
Architektur
Das zur Straße gelegene Vorderhaus blieb erhalten und wurde für die Wohnung des Kantors hergerichtet; die eigentliche Synagoge lag dahinter, erreichbar über einen Vorhof mit säulengeschmückter Vorhalle. Der Betsaal hatte einen achteckigen Grundriss und bot im Erdgeschoss 250 Männern und auf der Empore 150 Frauen Platz. Über dem Achteck spannte sich eine Zeltkuppel, die als eine der bemerkenswertesten ingenieurtechnischen Leistungen ihrer Zeit in Köln galt. Das Innere prägte eine symbolträchtige Ausmalung: Rottöne, die zur Kuppelspitze hin heller wurden und in einem achtzackigen roten Stern gipfelten.
Zerstörung
Bereits im Sommer 1938 versuchte die Gemeinde angesichts von Abwanderung und Verarmung ihrer Mitglieder, die Gebäude an die katholische Kirche zu verkaufen – vergeblich. Am Morgen des 9. November 1938 begann die gezielte Zerstörung: Zunächst zerschlugen Männer die Inneneinrichtung mit Äxten, dann wurde das Mobiliar im Nachbarhaus in Brand gesetzt, schließlich brannten die Gebäude bis auf die Außenmauern nieder. Der letzte Rabbiner, Dr. Isidor Caro, starb 1943 im Ghetto Theresienstadt.
Erinnerung heute
1988, 50 Jahre nach der Zerstörung, wurde am erhaltenen Nachbarhaus ein Wandbild nach einem Entwurf der Grafikerin Brigitte Schulten angebracht. Als 1998/99 auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit Kindertagesstätte entstand, kamen bei den Ausschachtungen die Fundamente von Synagoge und Mikwe zutage. Der Neubau nahm zur Erinnerung Gestaltungselemente auf, etwa in den Boden eingelassene Steine, die den Grundriss der Synagoge nachzeichnen. Im nahegelegenen Hochbunker Körnerstraße bewahrt ein Förderverein zudem ein Holzmodell der ehemaligen Synagoge.
Galerie
Karte
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Adresse
Körnerstraße 93
50823 Köln
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