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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Synagoge Köln

Neuromanische Synagoge von 1899 an der Roonstraße — Zentrum der jüdischen Gemeinde Köln, 1938 verwüstet, 2005 vom Papst besucht.

seit 1899

Die Synagoge Köln steht im Stadtteil Neustadt-Süd an der Roonstraße gegenüber dem Rathenauplatz und bildet das Zentrum der Synagogen-Gemeinde Köln. Bekannt ist sie unter anderem für den Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 und für eine durch einen katholischen Priester gerettete Torarolle.

Auf einen Blick

Art
Synagoge und Gemeindezentrum
Baujahr
1895–1899
Architekten
Emil Schreiterer und Bernhard Below
Stil
Neuromanik mit Tuffsteinverkleidung
Gebetsraum
Platz für 800 Männer- und 600 Frauensitze
Vorbild der Formen
byzantinisch geprägter Synagogensaal

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Geschichte

Weil die 1861 eingeweihte Synagoge Glockengasse der gewachsenen Gemeinde nicht mehr genügte, entstand für die liberaleren Mitglieder zwischen 1895 und 1899 der Neubau an der Roonstraße. Rabbiner Abraham Frank weihte ihn am 22. März 1899 ein. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 verwüsteten die Nationalsozialisten alle sieben Kölner Synagogen, darunter den Bau an der Roonstraße; im Zweiten Weltkrieg beschädigten Luftangriffe das Gebäude zusätzlich. Auf Betreiben Konrad Adenauers wurde es wiederhergerichtet und am 20. September 1959 unter Architekt Helmut Goldschmidt wiedereröffnet — außen mit geringen Veränderungen, im Inneren vereinfacht. Bereits an Heiligabend desselben Jahres schändeten Nazis das Äußere der Synagoge; Bundeskanzler Adenauer griff den Vorfall in seiner Neujahrsansprache auf. Im Oktober 2020 bewilligte der Deutsche Bundestag 42 Millionen Euro für eine denkmalgerechte Umgestaltung, etwa von Dach und Kuppel, einem Mosaik im Innenraum und den Fenstern.

© Factumquintus · CC BY-SA 3.0

Architektur

Der U-förmige Komplex hat im Zentrum einen kuppelüberwölbten Raum auf kreuzförmigem Grundriss mit Vorhalle, flankiert von viergeschossigen Begleitbauten. Die Hauptfront prägen eine dreibogige Portalanlage und eine Giebelfassade mit mittiger Fensterrosette. Der ehemalige Synagogensaal ist außen an einem Kubus mit Rundbogenfenstern, Pyramidendach und schlanken Ecktürmchen in Anlehnung an byzantinische Vorbilder erkennbar.

© Factumquintus · CC BY-SA 3.0

Heute

Das Haus dient als Versammlungs- und Gotteshaus und beherbergt unter anderem ein koscheres Restaurant, eine Bibliothek, ein Museum, ein Jugendzentrum und einen Festsaal. In der Gedenkhalle erinnert eine Tafel an die im NS-Regime ermordeten Jüdinnen und Juden. Bis zur Schoah folgte man hier dem jüdisch-liberalen Ritus mit Orgel, Chor und der Trennung von Männern und Frauen; heute wird der orthodoxe Ritus gepflegt.

© Factumquintus · CC BY-SA 3.0

Gerettete Torarolle

Eine 1902 gefertigte Torarolle der Synagoge Glockengasse wurde während der Novemberpogrome 1938 durch den katholischen Priester Gustav Meinertz gerettet. Sie war bis 2007 in einer Vitrine im Eingangsbereich ausgestellt. Nach einer vom Erzbistum Köln finanzierten Restaurierung wird sie wieder in der Liturgie verwendet.

© Hans Peter Schaefer, http://www.reserv-a-rt.de · CC BY-SA 3.0

Wissenswertes

Beim Weltjugendtag im August 2005 besuchte Papst Benedikt XVI. die Synagoge — als erstes katholisches Kirchenoberhaupt ein jüdisches Gotteshaus in Deutschland. Aufgrund einer historischen Kontinuität seit dem Jahr 321 bezeichnet sich die Gemeinde selbst als älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen.

© Horsch, Willy · CC BY-SA 3.0

Galerie

© Horsch, Willy · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Carolus Ludovicus ( talk ) · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Carolus Ludovicus ( talk ) · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Carolus Ludovicus ( talk ) · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Oliver Moser · Public domain · Commons
© A.Savin · CC BY-SA 3.0 · Commons

Karte

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Adresse

Roonstraße 50
50674 Köln

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4,5(1.298)· Google

Kölnisch Wasser aus der Glockengasse, dessen Name auf eine alte Kölner Hausnummer zurückgeht und das „Original Eau de Cologne" heißen darf.

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-30

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