Synagoge Glockengasse
Zerstörte Kölner Synagoge von 1861 — früher überkuppelter Zentralbau über griechischem Kreuz mit Alhambra-Dekor; heute erinnert eine Bronzetafel an den Standort.
seit 1857
Die Synagoge Glockengasse stand in Köln und wurde nach Plänen des Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner errichtet. Während der Novemberpogrome 1938 wurde sie zerstört.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Synagoge (nicht mehr vorhanden)
- Lage
- Glockengasse Nr. 5–7, Köln
- Architekt
- Ernst Friedrich Zwirner
- Grundsteinlegung
- 30. Juni 1857
- Einweihung
- 29. August 1861
- Besonderheit
- Innenausstattung nach Vorbild der Alhambra
- Heute
- Bronzetafel am Opernhaus am Rande des Offenbachplatzes
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Die Synagoge entstand auf dem Grundstück des früheren Klarissenklosters St. Maria im Tempel. Die gesamten Baukosten trug der Bankier und Mäzen Abraham Freiherr von Oppenheim. 1867 brannte das Gebäude aus und wurde nach den ursprünglichen Plänen rekonstruiert. Während der Novemberpogrome 1938 wurde es wie weitere Kölner Synagogen zerstört. Heute erinnert eine Bronzetafel an der Fassade des Opernhauses am Rande des Offenbachplatzes an den ehemaligen Standort.
Bauform und Grundriss
Der Bau galt als frühestes Beispiel eines überkuppelten Zentralbaus über einem griechischen Kreuz. Die vier Kreuzarme wiesen, ähnlich byzantinischen Bauten, dieselben Maße auf; an den Ecken bildeten sich Zwickelräume, von denen die nördlichen als Treppenhäuser für die Frauenemporen dienten. Die Kuppel war in das mittlere Quadrat eingeschrieben, in dessen Mitte die Bima stand — diese zentrale Stellung hielt an älteren Vorstellungen fest, anders als die nach dem Reformgedanken gestaltete Synagoge an der Roonstraße. Zur Straßenseite war eine niedrigere Vorhalle mit fünf Räumen vorgebaut, die als Zugänge, Eingangsportal für die Männer und Wohnung des Synagogendieners genutzt wurden.
Architektur und Ausstattung
Das Tragwerk aus Stützen und Bögen bestand aus Gusseisen; die Kreuzarme waren mit Tonnengewölben gedeckt. Drei Arme erhielten doppelgeschossige Emporen, im östlichen stand der Aron haKodesch (Toraschrein). Die Stuckatur von Josef Hartzheim zeigte ein Rautenmuster mit verschlungenen Vierecken und wurde von Friedrich Petri in Blau, Rot und Gold bemalt; sie entsprach den Stuckaturen der Alhambra-Räume. Kuppel und Gewölbe blieben ohne Stuck und waren blau mit goldenen Sternen gestaltet. Außen trugen ein vorspringender Mittelrisalit, ein Zinnenkranz und vier minarettähnliche, mit Zwiebelkuppeln versehene Türmchen den oberen Abschluss; die Rosette des großen Fassadenfensters war gotisch beeinflusst. Den Aron haKodesch schuf der Kölner Bildhauer Stephan aus weißem Carrara-Marmor mit einem Hufeisenbogen; an ihm griff er die Kapitelle aus der Alhambra sowie die minarettähnlichen Turmaufsätze mit Zwiebelkuppeln der Außenfassade wieder auf. Aus demselben Marmor fertigte er das Wasserbecken der Mikwe im Untergeschoss.
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-30
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