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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Friedenskirche (Köln-Ehrenfeld)

Ältestes evangelisches Kirchengebäude Ehrenfelds von 1876, mehrfach umgestaltet und seit 1982 denkmalgeschützt.

seit 1876

Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld steht mit der Friedenskirche ein evangelisches Gotteshaus, dessen Ursprünge bis in das Jahr 1876 zurückreichen. Sie zählt heute zu den beiden Kirchengebäuden der Evangelischen Kirchengemeinde Ehrenfeld.

Auf einen Blick

Stadtteil
Köln-Ehrenfeld
Erbaut
1876, Turm 1877 vollendet
Architekt
Carl Theodor Coerper (Berlin), Partner von Fritz Wolff
Baustil
Saalkirche im Rundbogenstil, verputzter Backsteinbau
Weihe
19. Dezember 1876
Konfession
evangelisch; Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld, Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch
Denkmalschutz
seit 1. Juni 1982, Nummer 1036
Wusstest du?

Obwohl die Kirche bereits 1876 erbaut wurde, trägt sie ihren Namen Friedenskirche erst seit 1950 – rund 74 Jahre nach ihrer Einweihung.

Das kannst du hier erleben

  • Das erhaltene "byzantinische" Chormosaik betrachten
  • Die Bleiglasfenster von Willi Briant entdecken
  • Ein Konzert an der Willi-Peter-Orgel von 1955 erleben
  • Den 41,50 Meter hohen Turm im Rundbogenstil ansehen
  • Beim "Offenen Treff" einen Vortrag oder eine Lesung besuchen

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Baugeschichte

Den Entwurf lieferte der Berliner Baumeister Carl Theodor Coerper, ein Bruder des seinerzeitigen Pfarrvikars Friedrich Coerper. Nach der Grundsteinlegung am 30. April 1876 ging der Bau so zügig voran, dass die Einweihung bereits am 19. Dezember desselben Jahres gefeiert werden konnte – seitliche Emporen und Orgel fehlten zu diesem Zeitpunkt noch. Der 41,50 Meter hohe Turm folgte 1877. Erst 1950 erhielt das Gebäude seinen heutigen Namen Friedenskirche.

© Users Dstern , Superbass on de.wikipedia · CC BY-SA 3.0

Umbauten und Wiederaufbau

Bombentreffer beschädigten die Kirche 1942 und 1944; der Wiederaufbau erfolgte 1946 bis 1949 unter Heinrich Stork, auf den auch das 1952/53 errichtete Stephanus-Gemeindezentrum zurückgeht. Dabei verschwanden die seitlichen Emporen endgültig. In den 1960er Jahren formte Georg Rasch, Schöpfer der Zeltkirche Kippekausen, den Raum wegen baulicher Mängel zu einer schlichten Predigerkirche um; der Gottesdienst am 1. Advent 1963 fand bereits im neu gestalteten Inneren statt. Die karge Purifizierung stieß auf Kritik, sodass die Kirche zwischen 1975 und 1977 nach Plänen von Karl-Lothar Dietzsch erneut umgebaut wurde. 1976 feierte die Gemeinde – trotz laufender Arbeiten – das 100-jährige Bestehen.

© Factumquintus · CC BY-SA 3.0

Ausstattung und Orgel

Aus dem 1923 eingeweihten Kriegerehrenmal nach einem Entwurf von Huber-Feldkirch hat sich das "byzantinische" Chormosaik bis heute erhalten. Auf der großen Empore steht die zweimanualige Willi-Peter-Orgel von 1955, die 2018 umfassend restauriert wurde und auch für Konzerte genutzt wird. Regelmäßig finden Kulturveranstaltungen statt, etwa der "Offene Treff" mit Vorträgen und Lesungen aus Theologie, Philosophie, Musik, Literatur und Kunstgeschichte.

© Factumquintus · CC BY-SA 3.0

Kirchenfenster

Die Bleiglasfenster stammen vom Kölner Maler und Grafiker Willi Briant, der als Presbyter viele bei der Purifizierung entfernte Ausstattungsstücke bewahrt hatte. Die Fenster im Schiff, auf der Orgelempore und im Treppenhaus zeigen geometrische Ornamente, das mittige Chorfenster Maria und Johannes unter dem Kreuz. Die Arbeiten von 1982 sind filigraner gehalten und orientieren sich am geometrischen Jugendstil von Jan Thorn Prikker und Frank Lloyd Wright.

© Joauth · CC BY-SA 3.0

Glocken

In der Endphase des Ersten Weltkriegs wurden am 10. April 1917 die beiden 1877 aufgehängten Bronzeglocken beschlagnahmt und für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen; die dritte Glocke aus Gussstahl blieb verschont. 1923 war das dreistimmige Geläut wieder vollständig.

© Joauth · CC BY-SA 3.0

Zeitstrahl

  1. 1876
    Grundsteinlegung am 30. April und Einweihung am 19. Dezember.
  2. 1877
    Der 41,50 Meter hohe Turm wird vollendet und die ersten beiden Glocken aufgehängt.
  3. 1917
    Am 10. April werden die beiden Bronzeglocken für die Rüstungsindustrie beschlagnahmt.
  4. 1950
    Die Kirche wird in Friedenskirche umbenannt.
  5. 1963
    Am 1. Advent wird der erste Gottesdienst im von Georg Rasch neu gestalteten Raum gefeiert.
  6. 1982
    Eintrag in die Denkmalliste am 1. Juni unter der Nummer 1036.

Galerie

© Joauth · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Joauth · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Chris06 · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Chris06 · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-06

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