Der Goldene Vogel
Das vergoldete Flügelauto von HA Schult thronte seit 1991 auf dem Zeughausturm – seit August 2026 wird es restauriert und kehrt an neuer Adresse ins Kölner Stadtbild zurück.
seit 1989
Hinweis: Der Goldene Vogel ist derzeit nicht am Zeughaus zu sehen. Die Skulptur wurde im August 2026 abgenommen und wird restauriert; ihre Wiederaufstellung an einem neuen Standort ist für Anfang 2027 geplant.
Über den Dächern der Kölner Altstadt saß ein vergoldeter PKW mit ausgebreiteten Flügeln. Der Goldene Vogel, im Volksmund „Flügelauto" genannt, krönte von 1991 bis August 2026 den Treppenturm des denkmalgeschützten Zeughauses.
Auf einen Blick
- Art
- Kunstwerk / Wahrzeichen (vergoldetes Flügelauto)
- Künstler
- HA Schult (Idee und Gestaltung) und Elke Koska (Realisation)
- Entstehung
- 1989 im Rahmen der Aktion „Fetisch Auto"
- Standort seit
- 25. April 1991, auf dem Turm des Zeughauses
- Adresse
- Zeughausstraße 1, Kölner Altstadt
- Basis
- ein entkernter Ford Fiesta, Baujahr 1989
- Maße
- 6,20 m lang, 10 m breit, 3,50 m hoch
- Gewicht
- vier Tonnen (ohne Unterbau)
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Die Aktion „Fetisch Auto"
Im April 1989 verwandelten HA Schult und Elke Koska über zwei Wochen fabrikneue Ford Fiesta an verschiedenen Kölner Orten in Kunstobjekte. Angekündigt als „Ereignis-Puzzle aus elf dramatischen Bild-Tableaus", entstanden dabei unter anderem ein Auto aus Eis, eines als „Osterei", eines schwimmend als „Welle" auf dem Rhein und eines, das als „Wolke" an einem Hubschrauber über der Stadt schwebte. Finanziert wurden die Fahrzeuge von den Kölner Fordwerken zu deren 60-jährigem Standortjubiläum. Der Goldene Vogel war eines dieser „Puzzleteile" und stand zunächst vorübergehend auf dem Turm des Stapelhauses.
Weg auf den Zeughausturm
Weil das Flügelauto nach Aussage von HA Schult bei den Kölnerinnen und Kölnern so beliebt war, dass sie es zurückhaben wollten, schenkten die Fordwerke das Werk 1991 dem Förderverein des Kölnischen Stadtmuseums, das im Zeughaus seinen Sitz hat. Am 25. April 1991 wurde es auf dem achteckigen Treppenturm installiert und ist dort – von zwei kurzen Sanierungsphasen abgesehen – als Wahrzeichen geblieben.
Technik und Konstruktion
Für den Goldenen Vogel wurde ein Ford Fiesta entkernt, im Motorraum mit 1,2 Tonnen Eisenbahnschienen beschwert und in mehreren Schichten mit Epoxidharz ausgekleidet. Die beiden Flügel wiegen je 800 Kilogramm und bestehen aus glasfaserverstärktem Polyesterharz. Die goldene Oberfläche ist ein Überzug aus Zinkchromat und Acryl-Metalllack. Um das vier Tonnen schwere Objekt auf dem über 23 Meter hohen Turm zu tragen, wurde dieser über zwei Etagen durch einen „Königsstuhl" verstärkt. Laut Künstler soll die Konstruktion Temperaturen von −50 °C bis 100 °C sowie Wind bis Orkanstärke standhalten.
Streit um den Denkmalschutz
Der Standort war lange umstritten. Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes, dessen Behörde direkt gegenüber residierte, legte früh Widerspruch ein: Ein denkmalgeschützter öffentlicher Bau dürfe nicht so verändert werden, zumal die Installation ohne Genehmigung des Denkmalkonservators erfolgt war. Die Auseinandersetzung zog sich über Jahre, wurde überregional als „Kölner Posse" wahrgenommen und mündete zunächst in eine Übergangslösung mit geplanter Abnahme bis Ende 1998. Erst unter dem späteren Regierungspräsidenten Jürgen Roters, der das Werk als gelungene „Verbindung von neuer Kunst mit historischer Bausubstanz" sah, verstetigte sich der Verbleib durch regelmäßig verlängerte Genehmigungen.
Wissenswertes
Die Stadt Köln nutzte das Motiv des Flügelautos spätestens ab 1993 in ihrer Werbung. Einer Umfrage der Universität Köln von 2003 zufolge belegte der Goldene Vogel den dritten Platz in der „Rangfolge der bekanntesten Kölner Denkmäler". Zweimal wurde das Auto für Reparaturen abgenommen: 2005 und – wegen Mängeln am Turm und an der Standplatte – im November 2012, bevor es im April 2013 auf seinen angestammten Platz zurückkehrte.
Abbau und Umzug 2026/2027
Am Abend des 13. August 2026 wurde das Flügelauto ab 20 Uhr vom 24 Meter hohen Treppenturm des Zeughauses abgenommen. Auslöser waren bauliche Probleme am denkmalgeschützten Gebäude: Das rund vier Tonnen schwere Kunstwerk und die auf ihm lastenden Windkräfte hatten Schäden am Mauerwerk verursacht. Auch die Skulptur selbst hatte über die Jahrzehnte gelitten und zeigte alters- und witterungsbedingte Schäden, darunter Korrosion.
Nach der Abnahme brachte man den Goldenen Vogel zu den Ford-Werken in Köln-Niehl, wo er fachgerecht restauriert wird. Bereitgestellt wurde das Werk vom Förderverein „Freunde des Kölnischen Stadtmuseums e.V.".
Die Wiederaufstellung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen – dann auf dem Maritim Hotel am Heumarkt. Dessen Eigentümer Art-Invest Real Estate übernimmt die Skulptur. Der Goldene Vogel bleibt Köln damit erhalten und im Stadtbild sichtbar, nur an neuer Adresse.
Zeitstrahl
- 1989Entstehung im Rahmen der Kunstaktion „Fetisch Auto" von HA Schult und Elke Koska
- 1991Installation auf dem Treppenturm des Zeughauses am 25. April
- 2012Abnahme wegen Mängeln am Turm und an der Standplatte
- 2013Rückkehr auf den angestammten Platz im April
- 2026Abnahme vom Zeughausturm wegen Bauschäden; Restaurierung und Umzug ans Maritim Hotel am Heumarkt geplant
Galerie
Karte
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Adresse
Zeughausstraße 1
50667 Köln
Öffnungszeiten
So: 00:00–24:00
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-18, rev 267827370)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-18)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-08-16)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-08-16)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-16
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