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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Lutherkirche (Köln-Nippes)

Neugotische evangelische Kirche im Sechzigviertel, die seit 2002 als Kulturkirche Köln Konzerte, Lesungen und Kabarett beherbergt.

seit 1886

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Der Kirchbau geht auf das Wachstum der evangelischen Bevölkerung in Nippes im 19. Jahrhundert zurück; 1889 fand der erste Gottesdienst statt.

Auf einen Blick

Art
Evangelische Kirche, neugotisch
Lage
Sechzigviertel, Stadtteil Nippes
Baubeginn
1886
Architekt
August Albes
Benannt nach
Martin Luther
Kirchenkreis
Köln-Linksrheinisch der Evangelischen Kirche im Rheinland
Nutzung
Gottesdienste und Kulturkirche Köln
Denkmalschutz
Baudenkmal Nr. 852 in Nippes
Wusstest du?

Der Organist Julio Goslar, ein getaufter Jude, wurde 1937 auf Betreiben der NS-treuen Mehrheit im Presbyterium entlassen, überlebte die NS-Zeit im Untergrund und setzte sein Amt unmittelbar nach Kriegsende fort – heute trägt das Gemeindehaus seinen Namen.

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Entstehung der Gemeinde

1853 waren von den 3864 Einwohnern in Nippes nur 13 evangelisch. Nach der Eröffnung der Eisenbahnhauptwerkstatt der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft 1861 stieg ihre Zahl sprunghaft auf 145. 1872 entstand auf Initiative des Werkstattdirektors Wilhelm Nohl eine evangelische Volksschule. Nach einem weiteren Anstieg auf 570 evangelische Christen wurde ein Pfarrvikar für Nippes bestellt, 1875 folgte die Einweihung eines Betsaals. 1881 wurde die Vikariatsgemeinde in eine Kirchengemeinde umgewandelt, geleitet von Theodor Voswinkel als erstem Pfarrer. 1884 kam ein eigener Kindergarten hinzu. Der Bau der Kirche begann 1886.

Die Jahre bis 1945

Gegenüber dem Ersten Weltkrieg verhielt sich die Gemeinde unkritisch, was mit der engen Bindung der evangelischen Kirche an den Kaiser zusammenhing. Während der NS-Zeit spaltete sich die Gemeinde in Anhänger der Deutschen Evangelischen Kirche und der Bekennenden Kirche. Neun von 16 Presbytern schlossen sich den Deutschen Christen an, während die Pfarrer der Bekennenden Kirche angehörten. Die Presbyteriumsmehrheit bewirkte die Entlassung des seit 1914 tätigen Organisten Julio Goslar (1883–1976), eines getauften Juden. Er überlebte im Untergrund und setzte nach dem Krieg seine Arbeit fort. Das Gemeindehaus trägt heute seinen Namen.

Nach dem Krieg

Da die Kirche nur geringe Kriegsschäden erlitt, konnte 1947 der erste Nachkriegsgottesdienst gefeiert werden. 1957 wurde die Gemeinde in die Bezirke Nippes, Riehl, Niehl und Weidenpesch aufgeteilt. In den Folgejahren entstanden mehrere Einrichtungen, darunter ein Kindergarten und ein Jugendzentrum an der Werkstattstraße, ein Seniorenhaus an der Yorckstraße und ein Gemeindezentrum an der Siebachstraße. In den 1970er Jahren wurde das Gebäude renoviert. Die Orgel entstand 1972 in der Orgelbauwerkstätte Willi Peter und verfügt über eine mechanische Spiel- sowie eine elektrische Registertraktur.

Kulturkirche Köln

Seit 2002 dient die Lutherkirche als Kulturkirche Köln und ist regelmäßiger Ort für Konzerte, Lesungen und Kabarettabende. Sie ist fester Veranstaltungsort des internationalen Literaturfestivals lit.Cologne, das jährlich im März stattfindet. Die Erlöse der Veranstaltungen unterstützen die Gemeindearbeit.

Zeitstrahl

  1. 1875
    Einweihung eines neuen Betsaals
  2. 1881
    Umwandlung der Vikariatsgemeinde in eine Kirchengemeinde
  3. 1886
    Baubeginn der Lutherkirche
  4. 1889
    Erster Gottesdienst in der Lutherkirche
  5. 1933–1945
    Spaltung der Gemeinde durch den Nationalsozialismus
  6. 1947
    Erster Gottesdienst nach dem Krieg
  7. 1972
    Einweihung der Orgel
  8. 2002
    Beginn der Nutzung als Kulturkirche Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-31

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