Kölner Geisterzug
Alternativer Karnevalszug und politische Demonstration: Seit 1991 zieht er ohne Anmeldung durch wechselnde Kölner Stadtteile.
seit 1991
Der Geisterzug ist ein alternativer Karnevalszug und zugleich eine politische Demonstration in Köln. Seit 1991 zieht er fast jährlich unter einem wechselnden, meist politisch geprägten Motto durch verschiedene Stadtteile.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Alternativer Karnevalszug und politische Demonstration
- Seit
- 1991, danach nahezu jährlich
- Veranstalter
- Ähzebär un Ko e. V. (benannt nach der Karnevalsmaske Erbsenbär)
- Termin
- Bis 2019 Karnevalssamstag, ab 2020 Samstag vor Weiberfastnacht
- Teilnahme
- Spontan, ohne Anmeldung, als Geist oder dunkle Gestalt
- Besonderheit
- Jährlich wechselnder Zugweg, jedes Jahr ein neues Motto
- Finanzierung
- Über Spenden
Als der offizielle Geisterzug 2006 aus Geldmangel abgesagt wurde, bat die Polizei die Veranstalter, den Zug doch noch anzumelden – weil sie sonst die zu erwartenden wilden Spontanzüge "konsequent auflösen" müsste, was letztlich dazu führte, dass der Zug kurzfristig unter dem Motto "Geister am Ende?" doch noch stattfand.
Das kannst du hier erleben
- Als Geist oder dunkle Gestalt verkleidet mitziehen
- Den alternativen, fahrzeugfreien Karnevalszug zu Fuß begleiten
- Das jährlich wechselnde, politische Motto auf sich wirken lassen
- Die fantasievollen Kostüme und Masken bestaunen
- Köln abseits des großen Trubels durch wechselnde Stadtteile erleben
- Die besondere, gemeinschaftliche Stimmung des Zugs aufsaugen
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Entstehung
Schon ab 1860 gehörten Geisterzüge zum Kölner Karneval, bis sie im Ersten Weltkrieg verboten wurden. 1991 entfiel der Rosenmontagszug wegen des 2. Golfkriegs; auf dessen Strecke war stattdessen eine Anti-Golfkriegs-Demonstration vorgesehen. Am Ende zogen Antikriegs-Demonstranten und Karnevalisten gemeinsam durch die Innenstadt. Der Zuspruch führte dazu, dass im folgenden Jahr am Karnevalssamstag ein zweiter Zug zustande kam — seitdem läuft er meist jährlich.
Charakter und Ablauf
Der Zug verzichtet bewusst auf Fahrzeuge und elektrische Musik: Die Route wird jedes Jahr so gelegt, dass Autos nicht mitziehen können. Das Motto greift überwiegend aktuelle politische Geschehnisse auf, und die Strecke führt oft an Orten vorbei, die zum jeweiligen Thema passen. 2005 endete der Zug seinem Motto entsprechend („Iesije Zigge“ – Eisige Zeiten) am Eisstadion an der Lentstraße.
Schwierige Jahre
Da der Verein die Kosten für Absperrungen und Straßenreinigung aus Spenden trägt, geriet der Zug mehrfach ins Wanken. 2000 wurde er kurzfristig wegen knapper Mittel abgesagt; da die Strecke bereits bekannt war, liefen dennoch rund 4000 Menschen die Route ab. 2006 sagten die Veranstalter den offiziellen Zug zunächst ebenfalls aus Geldmangel ab. Polizei und Stadtverwaltung baten daraufhin um eine Anmeldung, um inoffizielle „wilde“ Züge zu vermeiden — kurzfristig fand er unter dem Motto „Us dr Lamäng. Jeister am Engk?“ (etwa „Aus dem Stegreif. Geister am Ende?“) statt. Dennoch zog ein kleinerer, unangemeldeter Zug durch Ehrenfeld und verspottete mit dem Motto „Du bist Deutschland“ die gleichnamige Kampagne. 2012 verhinderten hohe Sicherheitsauflagen nach dem Loveparade-Unglück von 2010 die Durchführung.
Demonstration seit 2020
Weil der Geisterzug seit 2020 offiziell als Demonstration angemeldet ist und solche an den Karnevalstagen untersagt sind, wechselte sein Termin auf den Samstag vor Weiberfastnacht. In den Jahren 2021 und 2022 fiel er pandemiebedingt (COVID-19) aus.
Zeitstrahl
- 1860Erste Geisterzüge im Rahmen des Kölner Karnevals
- 1914–1918Geisterzüge im Ersten Weltkrieg verboten
- 1991Neuauflage als Anti-Golfkriegs-Demo, da Rosenmontagszug ausfiel
- 1992Zweiter Geisterzug; seitdem jährliche Durchführung am Karnevalssamstag
- 2000Offiziell abgesagt (Geldmangel); trotzdem 4.000 Teilnehmer
- 2006Beinahe abgesagt; kurzfristig unter dem Motto „Us dr Lamäng" durchgeführt
- 2012Abgesagt wegen hoher Sicherheitsauflagen nach Loveparade-Unglück 2010
- 2020Erstmals offiziell als Demonstration angemeldet; Verlegung auf Samstag vor Weiberfastnacht
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