Patton-Brücke
Historische Behelfsbrücke über den Rhein, die Köln zwischen 1946 und 1951 mit dem rechtsrheinischen Deutz verband und heute nicht mehr existiert.
seit 1946
Die Patton-Brücke war eine provisorische Rheinbrücke der unmittelbaren Nachkriegszeit in Köln. In Verlängerung der Ringe verband sie diese mit dem rechtsrheinischen Messegelände in Deutz und diente fünf Jahre lang, bevor sie nach Fertigstellung der Mülheimer Brücke wieder abgerissen wurde.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Typ
- Provisorische, aber fest gebaute Behelfsbrücke über den Rhein
- Baubeginn
- 1. Oktober 1945
- Einweihung
- 12. Juni 1946
- Abriss
- ab November 1951, zwei Monate nach Eröffnung der Mülheimer Brücke
- Lage
- zwischen Mülheimer Brücke und Hohenzollernbrücke, direkt südlich der Bastei
- Schifffahrtsöffnung
- 53,15 Meter breite Durchfahrt in der Mitte, dazu elf weitere Stromöffnungen
- Ausstattung
- zwei getrennte Fahrbahnen, zwei Fußgängerwege und ein Radweg
Das kannst du hier erleben
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Warum sie gebaut wurde
Im Zweiten Weltkrieg waren die Kölner Rheinbrücken zerstört worden. In der ersten Nachkriegszeit gab es nur Behelfslösungen wie die McNair-Brücke neben der zerstörten Deutzer Hängebrücke oder die Amerikaner-Brücke südlich der Südbrücke. Die britische Militärregierung beschloss deshalb den Bau einer neuen Behelfsbrücke, die anders als ihre Vorgänger als feste Brücke konzipiert wurde, unter der Schiffe hindurchfahren konnten.
Bau und Konstruktion
Den Bau leitete eine Gruppe der Royal Engineers. Beteiligt waren neben 500 britischen Pionieren auch 900 deutsche Arbeitskräfte. Errichtet wurde die Brücke hauptsächlich aus vorgefertigten Bailey-Brückenteilen. An der Schiffsdurchfahrt in der Mitte kam ein erprobtes deutsches Bauteil zum Einsatz, ein Schaper-Krupp-Reichsbahnbrückenelement (SKR) mit größerer Spannweite. Sie war die erste Nachkriegsbrücke mit freier Durchfahrt für den Schiffsverkehr und im Uferbereich so hoch, dass an der Rheinuferstraße selbst hohe Fahrzeuge wie LKW darunter hindurchfuhren.
Einweihung und Name
Die Einweihung fand am 12. Juni 1946 durch den amerikanischen Oberkommandierenden in Europa, General Joseph T. McNarney, statt, der die Hoffnung äußerte, die Brücke möge auch eine Brücke der Deutschen in die Zukunft sein. Benannt wurde sie nach dem im Vorjahr verstorbenen US-General George S. Patton, obwohl sie von britischen Besatzungstruppen erbaut worden war. Chefingenieur H. B. Pike nannte dies eine „Anerkennung der britischen Armee für den großen und aufrechten Soldaten“.
Alltag und Bewährungsprobe
Als wichtigste Verkehrsverbindung zwischen den beiden Kölner Rheinseiten trug die Brücke auch Busse; eine Buslinie verband so den Ebertplatz mit dem Bahnhof Deutz. Die erst 1947 fertiggestellte elektrische Beleuchtung musste im selben Jahr wegen zahlreicher Diebstähle bereits umgebaut werden. Am 20. Januar 1951 rammte ein mit 400 Tonnen Zement beladener niederländischer Lastkahn einen Pfeiler, brach auseinander und sank. Das Provisorium hielt stand, und Kapitän, Ehefrau und vier Kinder konnten gerettet werden.
Abriss und Nachleben
Nach der Eröffnung der neuen Mülheimer Brücke am 8. September 1951 begann zwei Monate später unter Beteiligung von Stahlbau Rheinhausen die Demontage. Die Brücke führte den Deutschen Ring (heute Theodor-Heuss-Ring) nahe dem Rheinkilometer 689 zum Deutzer Auenweg. 2020 vergab die Stadt Köln einen Architekturwettbewerb für eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke an diesem Standort. Beim Niedrigwasser 2022 und erneut 2025 kamen am Deutzer Rheinufer Holzstämme zum Vorschein, was Spekulationen über mögliche Brückenreste auslöste. Die These blieb jedoch fraglich, da die Patton-Brücke eine Beton-Stahl-Konstruktion war und die Holzpfähle bereits 2006 auf das 19. Jahrhundert datiert worden waren.
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