Herakles tötet die stymphalischen Vögel (Bourdelle)
Bronzeplastik von Antoine Bourdelle aus dem Jahr 1909 – das Kölner Exemplar steht frei zugänglich im Innenhof des WiSo-Gebäudes auf dem Campus der Universität zu Köln.
seit 1909
Im Innenhof des Hauptgebäudes der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo) auf dem Campus der Universität zu Köln in Köln-Lindenthal steht eine Bronzeplastik von Antoine Bourdelle: „Herakles tötet die stymphalischen Vögel“, auch „Herakles mit dem Bogen“ genannt. Das Werk entstand 1909; das Kölner Stück ist eines von mehreren Exemplaren, die weltweit in Museen und im öffentlichen Raum stehen.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Künstler
- Antoine Bourdelle
- Entstehungsjahr
- 1909
- Material
- Bronze (Kölner Guss: Gießerei Susse, Paris, 1909)
- Motiv
- Herakles vertreibt die stymphalischen Vögel – die sechste der zwölf Herkulesaufgaben
- Standort in Köln
- Innenhof des WiSo-Gebäudes, Universitätsstraße 24, Köln-Lindenthal
- Zugang
- frei zugänglich auf dem Uni-Campus
- Besonderheit
- eines von mehreren Exemplaren einer weltweit verbreiteten Serie
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Motiv aus der griechischen Mythologie
Das Sujet stammt aus der griechischen Mythologie. Der Held Herakles (Herkules) erhält die Aufgabe, die stymphalischen Vögel – nach der Überlieferung ungeheure Raubvögel, groß wie Kraniche und mit eisernen Flügeln, Schnäbeln und Klauen versehen – aus ihrem Nistgebiet am See Stymphalos in Arkadien zu vertreiben. Es handelt sich um die sechste der zwölf Herkulesaufgaben. Bourdelle stellte die Szene als nackten Athleten dar, der im felsigen Gelände kniet und Pfeil und Bogen führt.
Entstehungsgeschichte und Modell
Bourdelle arbeitete ab 1906 an der Idee der Herakles-Skulptur. Als Modell wählte er den athletisch gebauten Kavallerieoffizier Paul (André) Doyen-Parigot, den er bei Auguste Rodin kennengelernt hatte. Doyen-Parigot posierte insgesamt etwa zehn Stunden; zeitgenössische Fotos dokumentieren die Arbeit. Da das Modell nicht erkannt werden wollte, überarbeitete Bourdelle den Kopf der Figur und ließ sich dabei von archaischen griechischen Werken inspirieren. Bis 1909 entstanden mehrere kleinmaßstäbliche Studien und Modelle, die heute im Musée Bourdelle in Paris aufbewahrt werden. Die finale Tonskulptur von rund 62 Zentimetern Höhe veranlasste den Kunstsammler und Mäzen Gabriel Thomas – Cousin der Malerin Berthe Morisot – dazu, eine monumentale Bronzefassung für sein Anwesen in Meudon-Bellevue in Auftrag zu geben. Thomas verlangte zunächst, dass nur ein einziges Exemplar entstehen sollte. Im Sommer 1909 fertigte die Gießerei Rudier in Paris den ersten monumentalen Bronzeguss (Höhe 250 cm), der 1910 für 10.000 Francs an Thomas ging. Später überdachte Thomas seine Forderung, sodass in der Folge zwei kleine Serien von Abgüssen entstanden.
Versionen und Abgüsse
Von den ersten Abguss-Serien lassen sich zwei Versionen unterscheiden: Anders als die Fassung von 1909 zeigt die Fassung von 1923 seitlich am Felsen kleine Reliefs der Lernäischen Hydra und des Nemeischen Löwen. In den späteren Lebensjahren des Künstlers wurden zahlreiche weitere Exemplare gegossen, ebenso einzelne Köpfe, Torsi und Ganzfiguren des Bogenschützen in Bronze, Goldbronze und Gips. Der Original-Gipsguss stand lange in Bourdelles Atelier und wurde erst 1953 von seiner Witwe Cléopatre Bourdelle an Bourdelles Geburtsstadt Montauban übergeben, wo er heute im Musée Ingres Bourdelle zu sehen ist.
Wirkungsgeschichte und weitere Exemplare weltweit
„Herakles mit dem Bogen“ war der erste uneingeschränkte Erfolg des Künstlers. 1910 wurde die Bronzeplastik im Salon der Société nationale des beaux-arts ausgestellt und fand große Zustimmung; in der Folge galt Bourdelle als bedeutender französischer Bildhauer neben Auguste Rodin. Heute stehen Exemplare in zahlreichen internationalen Museen sowie in öffentlichen Gebäuden, auf Plätzen und in Gärten. Der erste Bronzeguss von 1909 wurde 1920 von Prinz Eugen von Schweden erworben und ist im Skulpturenpark Waldemarsudde in Stockholm zu sehen. Weitere Exemplare der ersten Version befinden sich in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel, im Metropolitan Museum of Art in New York und im Tokyo Fuji Art Museum.
Das Kölner Exemplar
Auch das Kölner Werk stammt aus dem Jahr 1909 und wurde in der Gießerei Susse in Paris gegossen. Es gehört zur ersten Version der Serie und schmückt den Innenhof des Hauptgebäudes der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo) an der Universitätsstraße 24 in Köln-Lindenthal. Damit ist die Plastik frei zugänglich für alle, die den Campus besuchen – und reiht sich in die weltweit verstreute Serie ein, zu der unter anderem die Exemplare in Stockholm, Brüssel, New York und Tokio zählen.
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Adresse
Universitätsstraße 24
50931 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-08
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