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Malakoffturm

Backstein-Torturm der preußischen Rheinuferbefestigung am Rheinauhafen — heute mit Drehbrücke zum gegenüberliegenden Schokoladenmuseum.

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Der Malakoffturm in der Kölner Altstadt-Süd ist ein erhaltenes Bauwerk der preußischen Rheinuferbefestigung, die zwischen 1848 und 1858 entstand. Über die zugehörige Drehbrücke gelangt man heute zum gegenüberliegenden Schokoladenmuseum.

Auf einen Blick

Art
Torturm der ehemaligen Rheinuferbefestigung, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Lage
Am Holzmarkt, Stadtteil Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
Bauzeit
1852 bis 1855
Architekten
Carl Schnitzler (Entwurf), Bernhard Harperath (Bauleitung)
Baustoff
Ziegel, vier Etagen
Heutige Nutzung
Pumpwerk und Café (Hafenterrasse, seit 2005)
Eigentümer
Imhoff-Stiftung
Wusstest du?

Der Turm wurde 1855 nach dem kurz zuvor eroberten Fort Malakow in Sewastopol benannt – obwohl dieses Fort von Frankreich, also einem Feind Preußens im nächsten Krieg, gestürmt worden war; noch in den 1940er Jahren fand ein Wehrmacht-Rittmeister keinen nachvollziehbaren Grund für diese Namensgebung.

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.

Geschichte

Ab 1848 baute Preußen die rheinseitige Stadtbefestigung aus. Dazu gehörten ein Sicherheitshafen vor der südlichen Altstadt und ein Torturm an der nördlichen Spitze des Hafenbeckens mit einer eisernen Drehbrücke. Die Anlage an der Nordspitze der „Rheinau“ war neben dem eigentlichen Torturm als offene Batterie mit überwölbtem Geschützturm angelegt. Äußerlich war der Turm 1854 vollendet, der innere Ausbau 1855. Mit der Weiterentwicklung der Waffen verlor die Befestigung ihre militärische Bedeutung. Nach dem Übergang vom Militärfiskus an die Stadt Köln entstand zwischen 1892 und 1898 der Rheinauhafen; dabei verlor der Turm seine Wehrfunktion und stand nach dem Umbau auf der Stadtseite statt auf der Rheinseite.

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Technik der Drehbrücke

Zum Betrieb der Drehbrücke wurde im Turm eine hydraulische Druckwasserpumpe eingebaut. Brücke und Pumpe stammten von 1888 von Harkort in Duisburg und Haniel & Lueg in Düsseldorf. Um die 420 Tonnen schwere Brücke zu bewegen, erzeugte die Pumpstation einen Druck von 50 bar; die Verbindung zur Brücke verlief durch unterirdische Rohre. 1986 wurde die Anlage umfassend saniert.

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Name mit ungeklärtem Ursprung

1855 erhielt der Turm den Namen „Malakoffturm“. Er bezieht sich auf das Fort Malakow in Sewastopol, das im Krimkrieg am 8. September 1855 von französischen Truppen erobert wurde, nachdem die russischen Verteidiger zuvor elf Monate der Belagerung standgehalten hatten. Warum ein Kölner Festungsturm gerade diesen Namen erhielt, war schon Zeitgenossen unklar: Dem Rittmeister Ernst Zander von der Kölner Wehrmacht-Kommandantur war der Grund in den 1940er Jahren nicht ersichtlich.

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Architektur

Schnitzler entwarf den Turm in Ziegelarchitektur in Formen, die den Forts der zweiten Generation aus den 1840er Jahren ähneln. Über einem zweigeschossigen Unterbau erhebt sich auf dem quadratischen, stadtseitigen Teil ein zweigeschossiger, achteckiger Aufsatz; zur Hafenseite schließt ein rechteckiger Anbau mit einer halbrunden Konche an, an der noch der Ansatz der ursprünglichen Uferbefestigung erkennbar ist. Stadtseitig sitzt ein Erker, darunter eine Gedenktafel an den Hafenausbau 1892 bis 1898; beide Bauteile tragen einen Zinnenkranz.

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Heute

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Hafenumschlag, und der Rheinauhafen verlor an Bedeutung. Die Drehbrücke ist heute meist für Fußgänger und Radfahrer geöffnet, die darüber das seit 1993 gegenüberliegende Schokoladenmuseum erreichen. Südwestlich des Turms steht seit 1911 das Standbild „Tauzieher“.

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Zeitstrahl

  1. 1848
    Baubeginn der Preußischen Rheinuferbefestigung und des Sicherheitshafens
  2. 1852–1855
    Bau von Turm und eiserner Drehbrücke
  3. 1854
    Äußeres des Turms mit Nebenbauten fertiggestellt
  4. 1855
    Innerer Ausbau abgeschlossen; Taufe auf den Namen „Malakoffturm"
  5. 1888
    Hydraulische Druckwasserpumpe für die Drehbrücke eingebaut
  6. 1892–1898
    Vollständige Umgestaltung zum Rheinauhafen
  7. 1911
    Standbild „Tauzieher" südwestlich des Turms aufgestellt
  8. 1986
    Umfassende Sanierung der Pump- und Brückenanlage
  9. 1993
    Schokoladenmuseum vis-à-vis des Turms eröffnet
  10. 2005
    Hafenterrasse am Schokoladenmuseum im und am Turm eröffnet

Karte

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Adresse

Am Leystapel
50678 Köln

Öffnungszeiten

So: 00:00–24:00

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26