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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

St. Dreikönigen

Katholische Pfarrkirche von 1928/29 in Köln-Bickendorf, ein Bau zwischen Neuem Bauen und Expressionismus.

seit 1929

Im Kölner Stadtteil Bickendorf steht mit St. Dreikönigen eine katholische Pfarrkirche, die 1928 bis 1929 nach Plänen von Hans Peter Fischer und Heinrich Forthmann entstand. Sie ist den Heiligen Drei Königen, den Kölner Stadtpatronen, geweiht und seit 1982 denkmalgeschützt.

Auf einen Blick

Art
Katholische Pfarrkirche
Bauzeit
1928–1929, geweiht am 6. Januar 1929
Lage
Stadtteil Bickendorf, in der Siedlung Bickendorf II
Baustil
Neues Bauen mit expressionistischen Anklängen
Architekten
Hans Peter Fischer und Heinrich Forthmann
Patrozinium
Heilige Drei Könige (Kölner Stadtpatrone)
Denkmalschutz
seit dem 1. Juni 1982 (Nr. 1034 der Denkmalliste)

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Wie es zum Bau kam

Bickendorf wandelte sich mit dem GAG-Siedlungsbau vom Dorf zum rasch wachsenden Vorstadtviertel. Dadurch wuchs die katholische Bevölkerung der Gemeinde St. Rochus so stark, dass eine neue Kirche nötig wurde. Nachdem im Juni 1927 ein Tauschvertrag mit der Stadt Köln einen passenden Bauplatz in der Siedlung Bickendorf II sicherte, wurde ein Wettbewerb unter 44 Kölner Architekten ausgeschrieben. Gefordert war eine Kirche für 800 Erwachsene und 300 Kinder, die sich harmonisch in die Siedlung einfügen sollte. Die Jury entschied sich für den Entwurf von Fischer und Forthmann.

© Unknown Unknown · CC BY-SA 3.0 de

Bau und Fertigstellung

Der erste Spatenstich erfolgte am 26. Februar 1928, die Grundsteinlegung am 10. Juni desselben Jahres. Nach rund zehn Monaten Bauzeit weihte Weihbischof Hermann Joseph Sträter die Kirche zum Dreikönigsfest am 6. Januar 1929. Fertig war der Bau damit allerdings noch lange nicht: Ausstattung, Wandbemalung sowie Anbauten mit Wohnungen für die Geistlichen zogen sich – mitten in der Weltwirtschaftskrise – bis 1934 hin, als schließlich die Turmuhr eingebaut wurde. Im Juni 1931 wurde die Gemeinde von St. Rochus unabhängig und zur Rektoratsgemeinde erhoben.

© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY-SA 3.0

Krieg und Wiederaufbau

Im Zweiten Weltkrieg wurde St. Dreikönigen durch Luftangriffe und 1945 auch durch Granatbeschuss schwer beschädigt, jedoch nicht völlig zerstört. Zum Kriegsende ließ sich nur noch die Beichtkapelle für Gottesdienste nutzen. Anders als viele andere Kölner Kirchen konnte sie recht bald wieder in Gebrauch genommen werden: Kardinal Frings feierte hier drei Jahre lang die Dreikönigsmesse, bevor sie ab 1948 wieder im Dom stattfand. Am 6. Januar 1948 wurde aus St. Dreikönigen zudem erstmals die Predigt eines Kardinals zusammen mit einer Eucharistiefeier vom NWDR im Radio übertragen. Nach der Währungsreform kamen 1949 und 1955 neue Bronzeglocken hinzu, ab 1950 wurden die Buntglasfenster erneuert. Die Wiederherstellung leitete erneut Architekt Fischer; 1959 war sie abgeschlossen. Ab 1964 wurden im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils Altarraum, Sakristei und Beichtstühle umgebaut.

© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY-SA 3.0

Architektur

Der Stahlbetonbau zeigt mit seinen schlichten kubischen Formen und weißen Wandflächen deutlich die Handschrift des Neuen Bauens, behält aber expressionistische Züge wie die betont schmalen, gotisierenden Lanzettfenster und die spitzbogigen Eingangsportale. Eingangshalle, Langhaus und Chor bilden ein leicht gestaffeltes, zum Chor hin schmaler werdendes Gefüge gleicher Höhe. An der Eingangsseite steht ein schlanker, zweifach gegliederter Turm; ein Arkadengang mit drei Bögen verbindet die Kirche mit der umgebenden Bebauung und formt zugleich einen kleinen Vorhof. Im Inneren verläuft eine flache, dunkle Holzbalkendecke bis in den Chor, und das Licht fällt vor allem durch die auf drei Seiten eingesetzten Lanzettfenster ein.

© Joauth · CC BY-SA 3.0

Ausstattung, Fenster und Orgel

Die Kirche ist sehr sparsam ausgestattet und besitzt keine Skulpturen; vor der Altarwand hängt ein schlichtes Kreuz. Ambo, Altartisch und Tabernakel schuf nach dem Konzil Heinz Gernot. Die geometrischen Fenster von Jan Thorn Prikker (1932/33) wurden im April 1944 zerstört. Das figürliche „Dreikönigenfenster“ in der Portalwand stammt vom Thorn-Prikker-Schüler Wilhelm Schmitz-Steinkrüger, der auch die Restaurierung und Rekonstruktion der Fenster übernahm; weitere Fenster von Josef Henseler kamen 1965 und 1975 hinzu. Zwei der Otto-Glocken von 1932 mussten 1942 für Kriegszwecke abgegeben und später neu gegossen werden. Die Orgel von W. Sauer Orgelbau (1986) verfügt über 44 Register und bezieht Teile der ursprünglichen Stahlhut-Orgel von 1933–1935 mit ein.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Galerie

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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-10

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