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© Chris06 · CC BY-SA 4.0

St. Joseph (Braunsfeld)

Römisch-katholische Nachkriegskirche in Köln-Braunsfeld, 1952–1954 nach Plänen von Rudolf Schwarz und Joseph Bernard errichtet und seit 1999 denkmalgeschützt.

St. Joseph in Braunsfeld gehört heute zur Gemeinde St. Pankratius und wurde in den Jahren 1952 bis 1954 als Betonskelettbau der Nachkriegsmoderne errichtet. Die Kirche trägt das Patrozinium des heiligen Josef von Nazareth und geht auf Entwürfe der Architekten Rudolf Schwarz und Joseph Bernard zurück.

Auf einen Blick

Stadtteil
Köln-Braunsfeld
Konfession
römisch-katholisch (Gemeinde St. Pankratius)
Bauzeit
1952–1954
Architekten
Rudolf Schwarz und Joseph Bernard
Weihe
19. September 1954 durch Kardinal Frings
Denkmalschutz
seit 1999 (Denkmalliste Nr. 8410)
Turm
freistehender Campanile, 25 Meter hoch
Orgel
zweimanualig, 23 Register (Romanus Seifert & Sohn, 1956)
Wusstest du?

Der ursprünglich sehr helle Weißglas-Innenraum war so blendend, dass der Pfarrer klagte, man komme „mit Sonnenbrille in den Gottesdienst“ – erst 1967/1968 brachten farbige Fenster von Georg Meistermann Abhilfe.

Das kannst du hier erleben

  • Die Nachkriegsarchitektur von Rudolf Schwarz mit ihrem gezackten Betonskelettdach betrachten
  • Die farbigen Wellenfenster von Georg Meistermann im Innenraum erleben
  • Den freistehenden Campanile als offenes Beton-Glockengestell bestaunen
  • Die Krypta als Gedenkort für die Weltkriegstoten besuchen

Geschichte

Braunsfeld wuchs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts heran und wurde 1888 nach Köln eingemeindet. Ein bereits 1897 gegründeter Kirchbauverein betrieb den Bau einer eigenen Pfarrkirche, die 1906 als dreischiffige Basilika für rund 100 Gläubige entstand; seit 1915 bildete Braunsfeld eine selbständige Pfarrgemeinde. Von 1924 bis 1937 wirkte hier der spätere Kardinal Josef Frings als Pfarrer. Dieser erste Bau fiel 1944 den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs zum Opfer.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Wettbewerb und Neubau

Nach Jahren mit provisorischen Notkirchen schrieb die Gemeinde im Oktober 1952 einen Wettbewerb mit vier Teilnehmern aus, den Rudolf Schwarz und Joseph Bernard für sich entschieden. Bis zur Ausführung wurde der Entwurf mehrfach angepasst: So entstand ein völlig neuer Plan für den Glockenturm, und auf Anregung von Kardinal Frings kamen eine Beicht- und eine Taufkapelle hinzu. Nach der Grundsteinlegung am 10. Mai 1953 folgte am 19. September 1954 die Weihe durch Frings. Als letztes Element der Erstausstattung wurde 1956 die Orgel eingebaut.

© Raymond - Raimond Spekking · CC BY-SA 3.0

Architektur

Die nach Süden ausgerichtete Kirche steht auf einem dreiseitig freien Grundstück zwischen mehreren Straßen. Sie ist ein längsrechteckiger Betonskelettbau mit einem sechsfach gezackten Satteldach, dessen Giebel von sechseckigen Fensterflächen ausgefüllt und von Y-förmigen Betonstützen getragen werden. Das leicht zurückgesetzte Backsteinmauerwerk bildet über die Flächen hinweg kleine gemauerte Kreuze aus. An der Westseite schließt ein an einen Kreuzgang erinnernder eingeschossiger Anbau um einen Innenhof an, der Sakristei sowie Beicht- und Taufkapelle beherbergt. Als separater Campanile dient ein 25 Meter hohes „Glockengestell“ aus vier Betonstelen, die von fünf Betonscheiben zusammengehalten werden und zugleich die vier Glocken tragen.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Innenraum und Farbfassung

Der weitgehend ungegliederte, langgezogene Kirchensaal läuft geradlinig auf den erhöhten Altar zu; seitliche Stufen führen in die Krypta, die heute als Gedenkort für die Weltkriegstoten dient. Ursprünglich folgte die Gestaltung dem Bild vom „Zelt Gottes“: helle Weißglasfenster, weiße Stützen und Decke, hellblaue Gefache. Der sehr helle Raum stand ab 1960 in der Kritik – überliefert ist die Klage, man komme „mit Sonnenbrille in den Gottesdienst“. 1967/1968 ließ die Gemeinde farbige Fenster von Georg Meistermann einsetzen und die Decke dunkelblau fassen, wodurch sich der Farbeindruck umkehrte. Diese Fassung blieb auch bei der umfassenden Renovierung 2001 erhalten.

© Raymond - Raimond Spekking · CC BY-SA 3.0

Ausstattung

Die Ausstattung stammt aus verschiedenen Epochen: Aus der zerstörten Vorgängerkirche blieben unter anderem die Tabernakeltüren erhalten, der Taufbeckendeckel von Hans Hoffmann datiert auf 1935, zwei Skulpturen entstanden in den 1940er Jahren. Aus der Bauzeit stammen Altartisch und Taufstein von Paul Nagel sowie eine steinerne Muttergottesfigur von Kurt Zimmermann (1954). Das Tabernakel schuf die Goldschmiedin Elisabeth Treskow; Heribert Calleen fügte 1974 einen Ambo, den Osterleuchter und 1978 das Altarkreuz hinzu. Die farbigen Meistermann-Fenster greifen mit ihren Wellenformen die Bewegung von Dach und Fensterformen auf.

© Saarländer1950 · CC BY-SA 3.0 de

Orgel und Glocken

Die zweimanualige Orgel mit 23 Registern wurde 1956 von Romanus Seifert & Sohn erbaut; ihr Prospekt mit ungewöhnlich freistehenden Pfeifen passt so gut zur Architektur, dass er bei der Renovierung 2001 sorgfältig restauriert statt ausgetauscht wurde. Das vierstimmige Geläut aus der Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock besteht aus drei 1954 gegossenen Glocken und einer älteren von 1934; die Schlagtöne lauten a1–c2–d2–f2.

© Dieter Siebert-Gasper · CC BY-SA 4.0

Zeitstrahl

  1. 1944
    Zerstörung der Vorgängerkirche durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg
  2. 1952
    Wettbewerb für den Neubau, gewonnen von Rudolf Schwarz und Joseph Bernard
  3. 1953
    Grundsteinlegung am 10. Mai
  4. 1954
    Weihe der Kirche durch Kardinal Frings am 19. September
  5. 1956
    Einbau der Orgel als letztes Element der Erstausstattung
  6. 1968
    Einbau farbiger Meistermann-Fenster und dunkelblaue Deckenfassung
  7. 1999
    Aufnahme in die Denkmalliste der Stadt Köln

Galerie

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0 · Commons
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© Chris06 · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-05

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