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© HOWI · CC BY 3.0

St. Stephan

Kölner Kirche in Lindenthal: Der neugotische Bau von 1887 wurde im Krieg zerstört und 1961 durch einen modernen Glasbau ersetzt, der den alten Turm einbezieht.

St. Stephan ist eine katholische Kirche im Kölner Stadtteil Lindenthal. Die neugotische Kirche von 1887 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1961 durch einen modernen Neubau ersetzt, der den erhaltenen alten Kirchturm einbezieht.

Auf einen Blick

Baujahr (Neubau)
1959–1961, nach Plänen von Joachim Schürmann
Vorgängerbau
neugotische Kirche von 1884–1887 (August Carl Lange, Robert Mohr)
Lage
Bachemer Straße, Köln-Lindenthal
Kirchturm
erhaltener Turm der alten Kirche von 1887, ohne Turmspitze, 56,80 m
Baustil (Neubau)
transparenter Glasbau, an Mies van der Rohe angelehnt
Weihe (Neubau)
12. März 1961 durch Kardinal Joseph Frings
Denkmalschutz
Turm und Ausstattungsstücke seit 1985/2001
Wusstest du?

Für den Grundstein des Neubaus von 1960 mauerte man ein Stück Marmor aus der Stephanuskirche in Jerusalem ein – eine bewusste Verbindung zum Ursprung des Kirchenpatrons, der in Jerusalem gesteinigt wurde.

Das kannst du hier erleben

  • Den erhaltenen alten Kirchturm und den modernen Glasbau nebeneinander betrachten
  • Das kontroverse Bronze-Hängekreuz von Werner Schürmann entdecken
  • Den Spuren der Familie Konrad Adenauers in der Kirche nachgehen
  • Das jahrhundertealte Kruzifix aus St. Cäcilien mit seinem Reliquienfund besichtigen

Zerstörung und Wiederaufbau

St. Stephan war 1941 eine der ersten Kölner Kirchen, die durch einen Luftangriff zerstört wurde – in der Nacht vom 27. auf den 28. Mai stürzte sie ein, nur der Turm blieb zunächst stehen. Beim Bombenangriff der Royal Air Force in der Nacht vom 20. auf den 21. April 1944 stürzte schließlich der brennende Turmhelm in das bereits zerstörte Kirchenschiff. Die Gemeinde behalf sich bis 1961 mit einer Notkirche im Pfarrheim. Erst 1957 fasste man den Beschluss zum Wiederaufbau; unterstützt wurde das Vorhaben vom damaligen Kirchenvorstand und Kölner Oberstadtdirektor Max Adenauer. Das Erzbischöfliche Generalvikariat machte zur Auflage, die Turmruine ohne Helm als vorgelagerten Campanile in den Neubau einzubeziehen.

© Geolina163 · CC BY-SA 3.0

Ein moderner Glasbau

Nach einem auf drei Lindenthaler Architekten begrenzten Wettbewerb erhielt Joachim Schürmann 1958 den Zuschlag. Sein Entwurf folgt dem Konzept eines transparenten Lichtbaus, angelehnt an die Architektur Mies van der Rohes: Die umlaufende Fensterfront besteht abwechselnd aus Doppelglasscheiben mit lichtdurchlässiger Zwischenschicht und Doppelglasscheiben mit einer Mineralfaserplatte. In den Grundstein, der am 17. Januar 1960 gelegt wurde, ist ein Marmorstück aus der Stephanuskirche in Jerusalem eingelassen. Zwölf schlanke Säulen im Innenraum erinnern an die zwölf Apostel; der Fußboden besteht aus Naturstein-Kleinpflaster, der Altarraum aus hellgrünem Alta-Quarzit.

© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain

Ausstattung mit Geschichte

Nur wenige Ausstattungsstücke der alten Kirche überstanden den Krieg, darunter eine Reliquienstatue des heiligen Stephanus und ein Kruzifix aus Nussbaumholz von um 1400, das ursprünglich in St. Cäcilien hing – bei einer Restaurierung 1987–1989 fand sich darin ein auf 1579 datiertes Reliquiensepulcrum. Das schlanke Bronze-Hängekreuz über dem Altar schuf Werner Schürmann, der Bruder des Architekten; die kontrovers diskutierte, an einen ausgemergelten KZ-Häftling erinnernde Christusfigur wurde in Dublin entworfen und in Düsseldorf gegossen. Vier Bronze-Standleuchter um den Altar symbolisieren die Kirchenpatrone der Lindenthaler und Krieler Gemeinden: St. Stephan, St. Thomas Morus, St. Laurentius und St. Albertus Magnus. Die Orgel baute 1961/62 die Bonner Werkstatt Johannes Klais mit 22 Registern und 1675 Pfeifen.

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Verbindung zu Konrad Adenauer

Die Kirche ist eng mit der Familie Konrad Adenauers verbunden: Hier heiratete der damalige Assessor am 26. Januar 1904 seine erste Frau Emma Weyer, hier fand 1916 auch ihre Trauermesse statt. Vierzig Jahre später setzte sich Sohn Max Adenauer als Mitglied des Kirchenvorstands maßgeblich für den Wiederaufbau der zerstörten Kirche ein.

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Zeitstrahl

  1. 1884
    Grundsteinlegung der neugotischen Vorgängerkirche
  2. 1887
    Einsegnung der neugotischen Kirche (23. Oktober)
  3. 1941
    Zerstörung durch Luftangriff (27./28. Mai) – eine der ersten Kölner Kirchen im Krieg
  4. 1944
    Einsturz des brennenden Turmhelms ins Kirchenschiff (20./21. April)
  5. 1960
    Grundsteinlegung des Neubaus mit Marmor aus Jerusalem (17. Januar)
  6. 1961
    Weihe der neuen Kirche durch Kardinal Frings (12. März)
  7. 1986
    Restaurierung des historischen Kirchturms

Galerie

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50931 Köln

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Mi: 09:00–12:00

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-03

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