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© CPallaske · CC BY-SA 4.0

Napoleonstein auf dem Melatenfriedhof

Ein Kriegerdenkmal auf dem Kölner Melatenfriedhof, das 1853 an die unter Napoleon gefallenen Kölner Soldaten erinnert. Gestiftet von 65 überlebenden Kriegsveteranen, ist es zugleich Gefallenen- und Veteranendenkmal.

seit 1853

Der Napoleonstein auf dem Melatenfriedhof ist ein Kriegerdenkmal für Kölner Soldaten, die in den Napoleonischen Kriegen an der Seite Napoleon Bonapartes kämpften und ums Leben kamen. Weil es 65 überlebende Kriegsteilnehmer stifteten, ist es zugleich ein Denkmal der Veteranen.

Auf einen Blick

Standort
Melatenfriedhof Köln, Nord/Süd-Hauptachse nahe dem alten Haupteingang
Art
Krieger- und Veteranendenkmal (sogenannter Napoleonstein)
Einweihung
6. Juli 1853
Maße
rund 5,80 m hoch; Sockel 1,73 m, Säule 1,31 m breit
Material
Buntsandstein
Stifter
65 überlebende napoleonische Kriegsteilnehmer
Entwurf
vermutlich Stadtbaumeister Johann Peter Weyer, ausgeführt von der Steinmetzmeisterei Siegert
Zugang
frei zugänglich auf dem Friedhofsgelände

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Geschichte

Der Stein gehört zu den sogenannten Napoleonsteinen, wie sie ab den 1830er Jahren in vielen einst französisch besetzten Orten entstanden. Dort schlossen sich die früheren Soldaten zu Krieger- und Veteranenvereinen zusammen und errichteten von 1834 bis in die 1850er Jahre vielerorts sehr ähnlich gestaltete Denkmäler. In Köln bildete sich der Verein der ehemaligen napoleonischen Soldaten 1842; elf Jahre später, am 6. Juli 1853 und damit fast vier Jahrzehnte nach dem Ende der Franzosenzeit, wurde ihr Denkmal eingeweiht.

© CPallaske · CC BY-SA 4.0

Beschreibung

Auf einer zweistufig getreppten Basis ruht ein flacher Quader als Sockel, darüber erhebt sich ein hochrechteckiger Pfeiler. Die Vorderseite trägt die Widmungsinschrift, die drei übrigen Seiten nennen die 65 Namen der Veteranen, die die Feldzüge überlebten und den Stein stifteten. Bekrönt wird das Denkmal – wie bei den verwandten Napoleonsteinen üblich – von einem steinernen, an einen korinthischen Helm erinnernden Aufsatz auf abgestufter Deckplatte. Auffällig ist, dass nur die Vereinsmitglieder verzeichnet sind: Etwa die Hälfte war zur Einweihung bereits gestorben, weitere Sterbedaten kamen später hinzu. Die eigentlichen Kriegstoten erscheinen nicht namentlich – auch das ist typisch für diese Denkmalgattung.

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Bedeutung

Dass Köln 1853 ausgerechnet ein Denkmal für napoleonische Soldaten errichtete, überrascht: Napoleon und Frankreich galten damals weiten Teilen der Bevölkerung, der Nationalbewegung und der preußischen Regierung als Feindbild. In den einst französisch besetzten westdeutschen Gebieten stand der Frankophobie jedoch eine geduldete Napoleonverehrung gegenüber. Der Historiker Hagen Schulze sah in den Napoleonsteinen keinen Protest, sondern eine politisch neutrale Form des Gedenkens. Zugleich markieren sie einen Wandel der Erinnerungskultur, denn erstmals wurde hier des einzelnen Soldaten unabhängig von seinem militärischen Rang gedacht. Unter den Genannten finden sich auch bekanntere Namen wie Nicolaus Stollwerck (1788–1851), Vater des Schokoladenfabrikanten Franz Stollwerck, und der Ehrenfelder Fabrikant Jacob Wahlen (1788–1845).

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Galerie

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© Elke Wetzig ( User:Elya ) · CC BY-SA 4.0 · Commons

Karte

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Adresse

Aachener Straße (Melatenfriedhof)
50931 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-14

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