St. Franziskus
Katholische Pfarrkirche in Köln-Bilderstöckchen, von Hans Schilling als roter Backstein-Rundbau zwischen 1957 und 1961 errichtet und seit 2003 denkmalgeschützt.
St. Franziskus ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im Kölner Stadtteil Bilderstöckchen. Der Architekt Hans Schilling entwarf sie als Rundkirche aus rotem Ziegel; sie trägt das Patrozinium des heiligen Franz von Assisi.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Stadtteil
- Köln-Bilderstöckchen
- Baujahre
- 1957 bis 1961
- Architekt
- Hans Schilling
- Bauform
- Rotunde aus rotem Ziegel mit zwei Halbschalentürmen
- Patrozinium
- Franz von Assisi
- Weihe
- 12. März 1961
- Denkmalschutz
- seit 15. Januar 2003 (Nr. 8604)
- Gemeinde
- Kirchengemeindeverband Nippes/Bilderstöckchen
Die Form der beiden ineinander gedrehten Halbschalentürme geht auf Le Corbusiers berühmte Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp zurück. Zudem läutet mit dem Geläut eine über 400 Jahre alte Leihglocke von 1602 mit.
Das kannst du hier erleben
- Die ungewöhnliche Backstein-Rotunde mit ihren beiden Halbschalentürmen betrachten
- Das Ziegelrelief von Willi Strauß außen und die Altarwand im Inneren vergleichen
- Den Kreuzweg von Br. Lukas Ruegenberg mit Motiven aus dem Stadtviertel entdecken
- Die Werktagskapelle mit Bodenmosaik und Taufbecken besuchen
Geschichte
Bilderstöckchen war seit den 1930er Jahren stark gewachsen, zunächst durch den Umbau eines früheren Artilleriedepots. Für die Gläubigen richtete man 1935 eine Notkapelle im Obergeschoss eines Schuppentrakts ein; in den Jahren 1935 bis 1937 wurde der Seelsorgebereich schrittweise zur eigenständigen Gemeinde, die sich zunächst von der Pfarrei St. Joseph in Nippes löste. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und dem anschließenden Wachstum der Siedlung stieg die Mitgliederzahl zwischen 1951 und 1954 von rund 1300 auf über 2100 an, sodass ein eigener Kirchenbau immer dringlicher wurde. Ab 1954 sicherte die Gemeinde durch Schenkung und Tausch die nötigen Grundstücke.
Baugeschichte
Mitte 1956 beauftragte die Gemeinde Hans Schilling, am 3. November 1957 wurde der Grundstein gelegt. Aus finanziellen Gründen stoppte das Erzbistum die Arbeiten im März 1958; der überdachte Rohbau ruhte bis zur Weiterbaugenehmigung im März 1959. Verkauf des alten Pfarrhausgrundstücks, ein allgemeiner Bauboom mit Handwerkermangel und gestiegene Kosten prägten den weiteren Verlauf, sodass manches einfacher als geplant oder in Eigenarbeit ausgeführt wurde. Am 12. März 1961 konnte die Kirche schließlich eingeweiht werden.
Architektur
Der Bau ist eine fast vollständig geschlossene Rotunde aus rotem Ziegel. Zwei Türme entwickeln sich als Halbschalen aus dem Rundkörper heraus, drehen sich ins Innere und steigen vor dem Gebäude auf; als Vorbild für diese Form gilt Le Corbusiers Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp. Nur wenige kleine Fenster durchbrechen die glatte Ziegelwand – das Tageslicht fällt vor allem über ein umlaufendes Fensterband an der oberen Wandkante sowie durch die nach oben verglasten, innen offenen Türme ein. Das Flachdach ruht auf vier schlanken, im Quadrat angeordneten Dreikantpfeilern. Die geostete Kirche besitzt eine mehrstufige Altarinsel gegenüber dem Eingang und eine zwischen den Türmen eingehängte Orgelempore. Dem Hauptbau vorgelagert ist eine tiefer liegende Taufkapelle, die 1974 nach Entwürfen von Karl Band zur Werktagskapelle umgestaltet wurde.
Ausstattung
Die Außenmauer trägt ein Ziegelrelief von Willi Strauß, das dem Sonnenverlauf folgt und auf der Ostseite in einem gemauerten Kruzifix gipfelt; dessen Wundmale sind als rote Fensteröffnungen gestaltet, die farbiges Licht ins Innere lenken. Dort korrespondiert die Altarwand „Christus das Opferlamm“, ebenfalls von Strauß, mit dem Außenrelief. Ein weiteres Fensterprogramm greift die Elemente aus dem Sonnengesang des Franz von Assisi auf. Den Kreuzweg schuf Br. Lukas Ruegenberg OSB von Maria Laach, der die Stationen vor Straßen und Häuser des Viertels stellte; er wurde am 18. September 1983 eingeweiht. In den beiden Turmnischen finden sich eine Franziskusfigur mit dem Tabernakel von Theo Hammers – beide stammen aus der alten Notkirche – sowie eine Ikone.
Orgel und Glocken
Auf der Orgelempore steht eine Schleifladenorgel mit zwei Manualen und Pedal und elektrischen Trakturen, 1962 von Ernst Weyland aus Opladen erbaut. Das fünfstimmige Geläut im Nordturm vereint vier 1961 bei Petit & Gebr. Edelbrock gegossene Glocken mit einer Leihglocke des Erzbistums von 1602, auf die die neuen Glocken abgestimmt wurden; die Schlagtöne lauten fis1–gis1–h1–cis2–e2.
Zeitstrahl
- 1935Einrichtung einer Notkapelle für die wachsende Siedlung
- 1957Grundsteinlegung am 3. November, Baubeginn der Rundkirche
- 1961Einweihung der Kirche am 12. März
- 1974Umbau der Taufkapelle zur Werktagskapelle nach Entwurf von Karl Band
- 1983Einweihung des Kreuzwegs von Br. Lukas Ruegenberg am 18. September
- 2003Aufnahme in die Denkmalliste der Stadt Köln am 15. Januar
Galerie
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