Heilig Kreuz
Katholische Pfarrkirche in Köln-Weidenpesch, 1931 nach Plänen von Heinrich Bartmann errichtet und 1934 geweiht – ein Backsteinbau zwischen Tradition und Moderne, seit 1983 denkmalgeschützt.
Die Pfarrkirche Heilig Kreuz steht im Kölner Stadtteil Weidenpesch und entstand Anfang der 1930er Jahre, als die wachsende Bevölkerung im damals linksrheinisch noch Merheim genannten Viertel eine zweite Kirche neben St. Stephanus nötig machte. Ihr Backsteinbau bewegt sich bewusst zwischen überlieferten Formen und moderner Sachlichkeit.
Auf einen Blick
- Stadtteil
- Köln-Weidenpesch
- Konfession
- römisch-katholisch (Pfarrkirche)
- Architekt
- Heinrich Bartmann
- Bauzeit
- 1931, geweiht 1934
- Patrozinium
- Heiliges Kreuz
- Baumaterial
- Backstein mit Tuffstein-Details
- Denkmalschutz
- seit 1983 (Denkmalliste Nr. 1249)
Die sogenannte Merheimer Madonna galt lange als Darstellung der Heiligen Anna; erst bei einer Restaurierung 1937 erkannte man, dass es eine Madonna mit Jesuskind ist – und dass die romanische Marienfigur (um 1210) rund zwei Jahrhunderte älter ist als das spätgotische Jesuskind (um 1430).
Das kannst du hier erleben
- Die romanisch-spätgotische Merheimer Madonna in der Marienkapelle betrachten
- Die mittelalterliche Kreuzigungsgruppe und Heiligenfiguren entdecken
- Das Rosettenfenster mit der Auferstehung Christi und die farbigen Rundbogenfenster ansehen
- Die dreimanualige Weyland-Orgel und das sechsstimmige Geläut erleben
Geschichte
Weil die ältere Kirche St. Stephanus dem durch Siedlungsbau der 1920er Jahre stark gewachsenen Viertel nicht mehr genügte, schrieb die Gemeinde einen Ideenwettbewerb unter allen katholischen Architekten Kölns aus. Vorgegeben waren ein knappes Budget von 180.000 Mark und der Wunsch nach einem eindeutig sakralen, durchaus modernen, aber nicht experimentellen Bau. Aus 88 eingereichten Entwürfen kamen zwölf in die engere Wahl; Heinrich Bartmann setzte sich durch und übernahm zugleich die Bauleitung. Unter den unterlegenen Teilnehmern befand sich auch Dominikus Böhm, der den vierten Platz belegte.
Bau und Weihe
Nach dem ersten Spatenstich im Mai 1931 folgten im Juli die Grundsteinlegung und im August das Richtfest. Bereits zu Heiligabend 1931 wurde die Kirche für den Gottesdienst eingesegnet, die feierliche Weihe nahm Weihbischof Wilhelm Stockums jedoch erst am 10. Juni 1934 vor. Ab 1937 diente Heilig Kreuz als eigenständige Pfarrkirche. Im Zweiten Weltkrieg gingen bei Luftangriffen große Teile der Fenster verloren. Am 10. Januar 1983 wurde das Gebäude unter der Nummer 1249 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen.
Architektur
Die nicht geostete Kirche fügt sich aus wuchtigen Baukörpern zusammen, wobei der breite Portalbau im Osten am stärksten hervortritt. Dahinter erhebt sich ein hohes, basilikaartig gestuftes Mittelschiff, flankiert von eingeschossigen Seitenschiffen mit Pultdach. Die Backstein-Außenwände sind allein durch hohe, schmale Rundbogenfenster gegliedert, deren Stürze mit Tuffstein abgesetzt sind. Ein großes Rundfenster bestimmt die Eingangsfront, die sich über drei Rundbogenportale öffnet. Im Inneren prägt ein weiß verputztes Langhaus mit durchgehender Balkendecke den Raumeindruck; der Chorraum wird von der Seite indirekt belichtet.
Ausstattung
Zur Ausstattung gehören mehrere hochwertige mittelalterliche Figuren, die in den 1930er Jahren in die Kirche kamen. Die große Kreuzigungsgruppe entstand um 1410/1420, dazu kommen Skulpturen der Heiligen Antonius und Josef sowie eine Barockmadonna aus dem Umfeld des Jeremias Geisselbrunn. Die Fenster erhielten mehrere Fassungen: Nach dem Verlust der Entwürfe von Eduard Horst 1943 wurden von Anton Wendling gestaltete Chor- und Langhausfenster 1952 durch Hein Derix ausgeführt; ein Rosettenfenster nach Entwürfen von Hans Lohbeck kam 1953 hinzu und zeigt die Auferstehung Christi. Der Chor wurde ab 1966 im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils umgestaltet.
Orgel und Glocken
1933 übernahm man eine noch junge Orgel aus St. Stephanus, die beim Einbau stark umgebaut wurde, damit das Rosettenfenster über der Empore frei blieb. In den 1970er Jahren wurde sie durch ein dreimanualiges Instrument von Weyland Orgelbau ersetzt, das eine Spendenkampagne ermöglichte. Das Geläut umfasst sechs Glocken; als einzige Vorkriegsglocke blieb die Otto-Glocke von 1931 erhalten, ergänzt unter anderem durch eine Solo-Glocke von Christian Claren aus dem Jahr 1861 und drei Glocken der Eifeler Glockengießerei von 1987.
Zeitstrahl
- 1931Baubeginn mit Spatenstich, Grundsteinlegung und Richtfest; Einsegnung zu Heiligabend
- 1934Feierliche Weihe durch Weihbischof Wilhelm Stockums
- 1937Erhebung zur eigenständigen Pfarrkirche
- 1943Zerstörung großer Teile der Fenster bei Luftangriffen
- 1952Neue Chor- und Langhausfenster nach Entwürfen Anton Wendlings
- 1966Umgestaltung des Chors gemäß dem Zweiten Vatikanischen Konzil
- 1983Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Köln
Galerie
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Adresse
Floriansgasse 3
50737 Köln
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-17)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-05)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-05, rev 263292964)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-05
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