Zoobrücke
Rheinbrücke in Köln: weltweit am weitesten gespannte Kastenträgerbrücke mit nur einem Hauptlager — über die diagonal die Seilbahn fährt.
Die Zoobrücke überspannt in Köln den Rhein und verbindet als Teil der B 55a die Innere Kanalstraße mit dem rechtsrheinischen Autobahnnetz. Sie führt je Fahrtrichtung drei Fahrstreifen sowie einen Rad- und einen Fußweg.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Straßenbrücke über den Rhein (Kastenträgerbrücke)
- Lage
- Stadtteil Neustadt/Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Eröffnung
- 1966
- Architekt
- Gerd Lohmer
- Maße
- Stahlkonstruktion 597 Meter lang und 33 Meter breit, Spannweite 259 Meter
- Verkehr
- rund 125.000 Fahrzeuge pro Tag
- Benannt nach
- dem Kölner Zoo
Bei Bauarbeiten in der Fahrrinne des Rheins wurden in den 1970er Jahren zwei Objekte gefunden, die man für Öltanks hielt und kurzerhand in den Pylonen der Zoobrücke zwischenlagerte – erst nach dem Anbohren zur Inhaltsüberprüfung stellte sich heraus, dass es sich um scharfe englische Sprengbomben aus dem Zweiten Weltkrieg handelte.
Längenvergleich
Länge im Vergleich mit anderen Kölner Brücken.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.
Planung und Bau
Erste Überlegungen reichen bis 1953 zurück; 1962 beschloss der Rat den Bau und schrieb einen Gestaltungswettbewerb aus. Ihn gewann Gerd Lohmer, der bereits mehrere Kölner Brücken gestaltet hatte, gemeinsam mit einem Firmenkonsortium. Lohmers Entwurf sah einen roten Anstrich vor; ausgeführt wurde die Brücke jedoch im Kölner Brückengrün. Den Namen erhielt die zunächst „Nord“-Brücke genannte Querung 1963 über einen Leserwettbewerb einer Kölner Tageszeitung — der Zoo liegt nur etwa 200 Meter von der linksrheinischen Rampe entfernt. Eingeweiht wurde sie am 22. November 1966.
Konstruktion
Die Zoobrücke ist die weltweit am weitesten gespannte Kastenträgerbrücke mit nur einem einzigen Hauptlager und damit die größte Brücke dieses Bautyps am Rhein. Ihr einziger Pfeiler steht asymmetrisch nahe dem rechtsrheinischen Ufer; von dort reicht der Brückenkörper bis zu zwei schlanken Stützen auf der linksrheinischen Uferpromenade. Getragen wird die selbsttragende Fahrbahn von zwei 4,5 Meter breiten, zweizelligen Hohlkästen, deren Profil über dem Pfeiler 10 Meter Höhe erreicht und auf mindestens 3 Meter abnimmt. Die Wände sind wie im Flugzeugbau durch schmale Blechstege gegen Beulen versteift; durch diesen Leichtbau schwingt die Brücke stark. Samt der beiden Auffahrten ergibt sich eine Gesamtlänge von rund 2,6 Kilometern.
Verkehr
Mit rund 125.000 Fahrzeugen pro Tag ist die Zoobrücke die verkehrsreichste Brücke Kölns — vor der Rodenkirchener Brücke mit etwa 110.000 Fahrzeugen täglich.
Seilbahn über der Brücke
Die Kölner Seilbahn, schon zur Bundesgartenschau 1957 eröffnet, kreuzt die Zoobrücke. Bei der Brückenplanung stand ihr rechtsrheinischer Pylon im Weg, weshalb die Bahn zunächst abgebaut wurde. Nach öffentlichem Widerstand verschob man den Pylon nach Süden und führte die Seilbahn weiter ins Rheinparkgelände. Seither verläuft sie diagonal über die Brücke.
Wissenswertes
Im Jahr 2000 ließ sich das Innere der Brücke begehen: Für eine Installation des New Yorker Künstlers Serge Spitzer waren 100.000 Kölschstangen in der Stahlkonstruktion platziert. Besucher legten dabei mit Schutzhelm einen rund 600 Meter langen Weg über einen schmalen Steg zurück, der im rechtsrheinischen Pfeiler begann. In den 1970er Jahren lagerte man zwei in der Fahrrinne gefundene, vermeintliche Öltanks in den Pylonen zwischen und bohrte sie zur Prüfung an — es handelte sich um scharfe englische Sprengbomben aus dem Zweiten Weltkrieg.
Zeitstrahl
- 1953Erste Überlegungen zu einem Brückenbau über den Rhein
- 1962Ratsbeschluss zum Brückenbau; Gestaltungswettbewerb ausgelobt
- 9. Juli 1962Bauarbeiten beginnen
- 22. Februar 1963Brücke erhält durch Leserwettbewerb den Namen „Zoobrücke"
- 1965Schlussstück der Stahlkonstruktion eingesetzt
- 22. November 1966Offizielle Einweihung der Zoobrücke
- 27. April 1975Linksrheinische Nord-Süd-Fahrt an die Brücke angebunden
- 2000Kunstinstallation von Serge Spitzer: Brückeninneres für Besucher begehbar
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Das könnte dich auch interessieren
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27




