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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Deutzer Drehbrücke

Drehbare Stahlbrücke von 1908 über dem Deutzer Hafen — eine von zwei Kölner Drehbrücken, technisches Denkmal mit erhaltenem Steuerhaus.

Outdoor

Die Deutzer Drehbrücke überspannt im Stadtteil Deutz den Deutzer Hafen und verbindet die Siegburger Straße über die Alfred-Schütte-Allee mit dem Poller Rheinufer. Sie lässt sich zur Seite drehen, um Schiffen die Durchfahrt freizugeben.

Auf einen Blick

Art
Drehbare Stahlbrücke, technisches Denkmal
Lage
Über dem Deutzer Hafen, Stadtteil Deutz (Stadtbezirk Innenstadt)
Errichtet
1907, Verkehrsübergabe März 1908
Maße
31,29 m Spannweite, 10 m Breite
Denkmalschutz
Seit 1. Juli 1980
Zugang
An Wochenenden für Autos gesperrt, für Fußgänger und Radfahrer offen
Wusstest du?

Bei der Generalsanierung ab 2021 entdeckten Arbeiter im Antriebsbereich nicht fachgerechte Notreparaturen aus der Kriegszeit, die über Jahrzehnte unbemerkt blieben und den Antrieb übermäßig verschlissen hatten.

Längenvergleich

Länge im Vergleich mit anderen Kölner Brücken.

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.

Bauwerk und Technik

Die Brücke ist eine genietete Stahlfachwerkkonstruktion, ausgeführt als ungleichschenklig ausbalancierte Brücke. Geländer, Brückenköpfe und Steuerhaus sind im geometrischen Jugendstil gestaltet. Wie bei der wenige Jahre zuvor errichteten Drehbrücke im Rheinauhafen wird der 177 Tonnen schwere Überbau hydraulisch aus der Ruhelage gehoben und anschließend von einem Elektromotor gedreht. Gesteuert wird sie elektrisch aus einem Steuerhäuschen aus Stahlblech über der Brückenmitte, das bis heute vollständig erhalten ist.

© Duhon · CC BY 3.0

Geschichte

Die Drehbrücke entstand zeitgleich mit dem Bau des Deutzer Hafens. Konstruiert wurden die beiden Kölner Drehbrücken von der Duisburger AG für die Eisenindustrie und Brückenbau vorm. J.C. Harkort, bekannt als Brückenbauanstalt Harkort, die für die Mechanik mit der Düsseldorfer Haniel & Lueg zusammenarbeitete. Die darüber verlaufende Straße hieß zunächst Deutzer Damm, ab 1911 Rheinallee und trägt seit 1957 den Namen Alfred-Schütte-Allee.

© Michael Musto · CC BY-SA 4.0

Schäden und Sanierungen

Nachdem ein Schiff die Brücke im Februar 2008 beschädigt hatte, ist sie aus verkehrspolitischen Gründen an Wochenenden für den Autoverkehr gesperrt; Fußgänger und Radfahrer können sie weiterhin überqueren. Es folgten mehrere Reparaturen, unter anderem 2013 nach einem Getriebeschaden und 2014 an der aus den 1950er Jahren stammenden Elektrotechnik. 2015 entschied sich der Rat der Stadt Köln für eine Generalsanierung für 1,36 Millionen Euro, die im Februar 2021 begann. Dabei kamen weitere schwere Korrosionsschäden sowie nicht fachgerechte Notreparaturen aus der Kriegszeit zum Vorschein, was die Bauzeit um rund ein Jahr verlängerte. Für die Sanierung wurde die Brücke dauerhaft für den Schiffsverkehr offen und für den Straßenverkehr gesperrt gehalten, sodass sie zeitweise nicht passierbar war.

Zeitstrahl

  1. 1907
    Bau der Drehbrücke zeitgleich mit dem Deutzer Hafen
  2. März 1908
    Übergabe an den Verkehr
  3. 1911
    Straße umbenannt von Deutzer Damm in Rheinallee
  4. 1957
    Straße umbenannt in Alfred-Schütte-Allee
  5. 1. Juli 1980
    Brücke steht unter Denkmalschutz
  6. Februar 2008
    Brücke durch Schiff beschädigt, danach am Wochenende für Autos gesperrt
  7. April 2013
    Wiedereröffnung nach Getriebeschaden (Sperrung ab 13. Feb., Reparatur ab 25. März)
  8. 22. Februar 2021
    Start der Generalsanierung (1,36 Mio. €, Ratsbeschluss Dez. 2015)

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26