Eigelsteintorburg
Eines von vier erhaltenen Toren der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer – hier hindurch gelangten Maria von Medici und Napoleon in die Stadt.
Am Rand des Kölner Eigelstein-Viertels gehört die Eigelsteintorburg zu den vier Stadttorburgen der mittelalterlichen Stadtmauer, die bis heute bestehen. Verortet ist sie im Stadtteil Altstadt-Nord am nördlichen Rand der Innenstadt.
Auf einen Blick
- Art
- Mittelalterliche Stadttorburg, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Lage
- Eigelstein 135, Stadtteil Altstadt-Nord
- Errichtet
- Im Zuge der 3. Stadterweiterung, zwischen 1228 und 1248
- Funktion
- Bewachte an der Neusser Straße den nördlichen Zugang zur Stadt
- Erhalten
- Eines von vier verbliebenen der zwölf Tore, neben Hahnentorburg, Severinstorburg und Ulrepforte
- Heute
- Privat mietbarer Veranstaltungsraum für Konzerte, Seminare und Ausstellungen
Am Abend des 13. September 1804 zog Napoleon I. gemeinsam mit seiner Frau Joséphine unter Glockengeläut und Kanonendonner triumphal durch die Eigelsteintorburg in die Stadt – fast 160 Jahre zuvor hatte bereits Maria von Medici, die aus Paris verbannte Königinmutter Frankreichs, denselben Weg ins Kölner Exil genommen.
Quelle: Wikipedia · abgerufen 2026-06-24
Name und Herkunft
Namensgebend ist die Straße, die unter der Torburg durchläuft: der Eigelstein. Diese Straße reicht bis in die Römerzeit zurück; seinerzeit lagen entlang von ihr jenseits des Stadtgebiets Friedhöfe. Deren Grabmäler trugen oft steinerne Pinienzapfen, die für die Unsterblichkeit standen. Weil die Kölner darin Eicheln erkannten, bürgerte sich die Bezeichnung „Eychelsteyne“ ein. In der Zeit der französischen Herrschaft hieß das Tor Porte de L’Aigle (Adlerpforte).
Geschichte
Die bestehende Anlage stammt aus der 3. Stadterweiterung und folgte als zweite Toranlage diesem Namen. Sein Vorgänger, das erste Eigelsteintor, war während der 2. Stadterweiterung von 1106 etwa 100 Meter südlich des heutigen Standorts gebaut worden. Die Torburg zählte zu den zwölf großen Toren, mit denen Köln – in Anlehnung an das Bild des himmlischen Jerusalem – auf Stadtansichten des Mittelalters und der Renaissance abgebildet wurde.
Durchzüge prominenter Gäste
Auf ihrem Weg ins Kölner Exil passierte Maria von Medici am Abend des 12. Oktober 1641 die Eigelsteintorburg und gelangte so in die Stadt. In der Franzosenzeit durchquerte am 13. September 1804 Kaiser Napoleon I. zusammen mit seiner Frau Joséphine unter Glockengeläut und Kanonendonner das Tor.
Restaurierung
Nachdem die Stadtmauer in diesem Bereich 1882 abgerissen worden war, setzte der Stadtbaumeister Josef Stübben die Torburg zwischen 1889 und 1892 instand. Die feldseitigen vergitterten rechteckigen Fenster tauschte er gegen mittelalterliche Schießscharten aus, stadtseitig legte er das östliche Gewölbe frei. Über dem Tor kehrten in den Etagen die Doppelbogenfenster wieder, die bereits auf einer Kölner Stadtansicht von 1531 erscheinen. Den stadtseitig vor dem westlichen Halbturm errichteten Treppenhausanbau mit repräsentativem Eingang verschloss man in den 1960er Jahren. Wo einst die Stadtmauer anschloss, lässt sich bis heute ablesen.
Zeitstrahl
- 1106Erstes Eigelsteintor 100 m südlich der heutigen Anlage im Zuge der 2. Stadterweiterung errichtet
- 1228–1248Heutige Torburg im Zuge der 3. Stadterweiterung (1180–1259) erbaut
- 1531Torburg auf der Kölner Stadtansicht von Anton Woensam von Worms abgebildet
- 1570Torburg auf Arnold Mercators Kölner Stadtansicht als eines von zwölf großen Toren verzeichnet
- 12. Oktober 1641Maria von Medici zieht im Exil durch die Eigelsteintorburg in die Stadt ein
- 13. September 1804Napoleon I. und Joséphine ziehen triumphal durch die Torburg in die Stadt ein
- 1882Abriss der Stadtmauer in diesem Bereich
- 1889–1892Stadtbaumeister Josef Stübben restauriert die Torburg
Karte
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Adresse
Eigelstein 135
50668 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 10:00–14:00
Di: 18:00–19:00
Fr: 12:00–13:00
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Quellen & Links
- 🌐 Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 263826005)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-25





