Williamsbau
Der Williamsbau an der Aachener Straße war Kölns größte Veranstaltungshalle der Nachkriegszeit und die Geburtsstätte des FC-Maskottchens „Hennes“.
seit 1947
fasst ca. 2.500 Menschen
Gegenüber dem Aachener Weiher stand von 1947 bis 1956 ein Provisorium, das für knapp ein Jahrzehnt zum kulturellen Herzstück des Nachkriegs-Kölns wurde. Der Williamsbau ersetzte die im Krieg zerstörten großen Säle der Stadt — und wurde ganz nebenbei zum Geburtsort einer Kölner Legende.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Standort
- Aachener Straße (etwa Nr. 120), Nordseite, gegenüber dem Aachener Weiher
- Bauzeit
- Baubeginn 1946, Einweihung im Juli 1947
- Architekt
- Wilhelm Koep
- Fassungsvermögen
- 2.500 Zuschauer — der größte Saal Kölns der Nachkriegszeit
- Nutzung
- Winterquartier des Circus Williams und Mehrzweckhalle (1947–1955)
- Abriss
- 1956
- Gedenken
- Carola-Williams-Park mit Erinnerungsstele (seit 6. Mai 2018)
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Bau & Hintergrund
Weil sämtliche großen Veranstaltungshallen Kölns den Kriegszerstörungen zum Opfer gefallen waren, fehlte der Stadt nach 1945 ein Ort für größere Veranstaltungen. Der Circus Williams ließ ab 1946 nach Plänen des Architekten Wilhelm Koep einen halbfesten Winterbau errichten, der im Juli 1947 eingeweiht wurde — das erste neue Kölner Veranstaltungsgebäude der Nachkriegszeit. Ein baugleiches Winterzelt betrieb der Zirkus zudem in Düsseldorf an der Erkrather Straße. Mit 2.500 Plätzen war der Kölner Williamsbau der größte Saal der Stadt jener Jahre.
Nutzung als Veranstaltungshalle
Zwischen 1947 und 1955 diente das Winterquartier des Zirkus zugleich als vielseitige Mehrzweckhalle: Karnevalssitzungen, Operetten, Jazzkonzerte, Märchenspiele sowie Sport- und Politikveranstaltungen fanden hier statt. So boxte am 8. Oktober 1949 der Kölner Lokalmatador Peter Müller gegen den Rumänen Jo Neff, am 29. November 1952 spielte Louis Armstrong ein umjubeltes Konzert, und am 29. Juni 1953 sprach Konrad Adenauer vor dem CDU-Mittelstandsblock. Auch die Heimatrevuen des zerstörten Lokals Groß-Köln kehrten hier zur Karnevalszeit zurück, und die Proklamation der Kölner Dreigestirne fand im Saal statt. Zu den Auftretenden zählten die Tänzerin Marika Rökk, der Musiker Lionel Hampton mit Band und die Sängerin Grete Fluss. Als Alfred Neven DuMont am 9. Februar 1955 zum Prinz Karneval gekürt wurde, feierten die Mainzer Hofsänger mit „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ ihren größten Erfolg — bis August 1959 verkaufte sich das Lied über 300.000 Mal; in derselben Veranstaltung trat auch Ludwig Sebus auf. So wurde der Williamsbau zum Zentrum der wiedererwachenden Populärkultur.
Abriss & Gedenken
Mit dem Wiederaufbau der großen Säle in der Kölner Innenstadt verlor das Provisorium seine Aufgabe und wurde 1956 abgerissen. Erst Jahrzehnte später erhielt der Ort ein sichtbares Andenken: Am 6. Mai 2018 wurde die Umgebung des einstigen Standorts als Carola-Williams-Park benannt; im Beisein von Mitgliedern der Familie Williams enthüllte man eine Erinnerungsstele.
Die Geburt von „Hennes“
Das wohl folgenreichste Ereignis des Williamsbaus war ein Karnevalsscherz. Am 13. Februar 1950 überreichte Zirkusdirektorin Carola Williams während einer Karnevalssitzung der Mannschaft des 1. FC Köln einen jungen Geißbock. Der Legende nach war das Tier im Rampenlicht so aufgeregt, dass es den Spieler Hennes Weisweiler anpinkelte — woraufhin der Bock den Namen „Hennes“ erhielt und zum bis heute bekannten Maskottchen des Vereins wurde.
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Adresse
Aachener Straße 120
50931 Köln
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