Deutzer Hafen
Der Deutzer Hafen ist ein rechtsrheinischer Industriehafen im Kölner Stadtteil Deutz, der seit 2021 auf rund 35 Hektar zu einem Wohn- und Büroquartier umgebaut wird. Aus dem Ort des Güterumschlags entsteht ein neues Veedel, das sein industrielles Erbe bewahren soll.
seit 1907
Der Deutzer Hafen liegt am rechten Rheinufer im Stadtteil Deutz bei Rhein-Kilometer 687,3. Aus dem einst gewerblich genutzten Industriehafen mit Güterumschlag wird derzeit ein neues Wohn- und Büroquartier.
Auf einen Blick
- Lage
- Rechtsrheinisch in Köln-Deutz, Rhein-km 687,3
- Eröffnung
- 14. Dezember 1907
- Hafenbecken
- rund 1.098 m lang, im Schnitt 82 m breit
- Wasserfläche
- 123.700 m² (34 % der Gesamtfläche)
- Güterumschlag 2011
- 295.000 Tonnen
- Wahrzeichen
- denkmalgeschützte, elektrisch betriebene Drehbrücke (177 t, 1908)
- Umbau
- seit 2021 auf rund 35 Hektar zum Wohn- und Büroquartier
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Vom Fährort zum Hafen
Lange gab es in Deutz nur einen kleinen Schutzhafen für die Fährverbindung nach Köln. Das Fährrecht hatte Kaiser Otto I. seinem Bruder, Erzbischof Bruno I., als vererbliches Regal verliehen; 1417 wurde die „Erbfähre" bestätigt, 1428 folgte ein Lehnsbrief. Ohne Brücke war die Fähre der einzige Weg über den Strom – mit tragischen Folgen: Am 9. Juli 1595 sank eine Deutzer Fähre unterhalb der Salzgasse, etwa 50 Menschen starben. 1674 ersetzte eine fliegende Gierbrücke den Fährbetrieb.
Ein großer Hafen war lange undenkbar, denn die strengen Rayonbestimmungen der Festung verboten bis 1907 eine Bebauung im Umfeld. Prägend für das Ufer waren zuvor die ab 1560 errichteten Poller Köpfe, eine Uferbefestigung, die dem schweren Hochwasser von 1784 weitgehend zum Opfer fiel.
Industrialisierung und Bau
Mit der Köln-Mindener Eisenbahn (erste Teilstrecke 1845) und der aufkommenden Industrie wuchs der Bedarf nach einem eigenen Deutzer Hafen. In der Nähe siedelten sich bedeutende Betriebe an: die Waggonfabrik van der Zypen & Charlier (1845), die 1864 gegründete N. A. Otto & Compagnie – Ursprung der Gasmotorenfabrik Deutz und späteren Deutz AG, der ersten Motorenfabrik der Welt – sowie die spätere Chemische Fabrik Kalk (1858).
Erste Baggerarbeiten begannen 1895, wegen langwieriger Enteignungen startete der eigentliche Hafenbau aber erst 1904. Am 14. Dezember 1907 wurde der Hafen eröffnet. Die im März 1908 in Betrieb genommene elektrische Drehbrücke – heute ein 177 Tonnen schweres Denkmal – trennte die beiden Becken: das südliche als Industrie- und Winterhafen (6 ha), das kleinere nördliche als Sicherheitshafen (3,5 ha).
Ein Arbeitshafen
1909 kam mit den Mühlenbetrieben Leysieffer & Lietzmann-Mühle der erste Großkunde; aus ihr ging später die Ellmühle hervor, die mit einer Jahreskapazität von 365.000 Tonnen zu den bedeutendsten Mühlen Europas gehörte und lange das Bild des Hafens prägte. In den 1920er Jahren arbeiteten hier vier elektrische und drei dampfbetriebene Kräne. Die Chemische Fabrik Kalk schlug Salz und Phosphate um, hinzu kamen Schrotthandel, ein Asphaltmischwerk und ein Tanklager für Calciumcarbonat. Nach dem Orkan „Kyrill" wurden rund 100.000 Tonnen Baumstämme, überwiegend aus dem Sauerland, für ein französisches Sägewerk verladen. Seit 1994 sind die Feuerlöschboote der Kölner Berufsfeuerwehr an der Drehbrücke stationiert, seit 1998 auch die Wasserschutzpolizei.
Wandel zum Quartier
Als gegenüber der Rheinauhafen zum Wohn- und Dienstleistungsstandort wurde, geriet auch der Deutzer Hafen mit seinen Leerständen in die Diskussion. Nach Standortuntersuchung, Planungswerkstatt und Machbarkeitsstudie entschied der Rat der Stadt Köln 2015 grundsätzlich für den Umbau zum Büro- und Wohnquartier – Platz für bis zu 6.900 Einwohner und 7.000 Arbeitsplätze. 2017 gingen die Flächen an die Entwicklungsgesellschaft moderne stadt über, die das Areal seit 2021 auf rund 35 Hektar neu ordnet. Mindestens 30 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden.
Wissenswertes
Den städtebaulichen Wettbewerb gewann das Kopenhagener Büro COBE Architects. Sein Entwurf macht das industrielle Erbe – Kranbahnen, den alten Löschkran und die Mühlengebäude – zur „DNA" des neuen Viertels. Der denkmalgeschützte Mühlenbau soll in den Wohnkomplex integriert werden. Ein besonderer Kniff: Ein Wasserbecken am Südende des Hafens gibt den Blick über das Wasser auf die Türme des Kölner Doms frei.
Karte
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Adresse
Deutzer Hafen
50679 Köln
Öffnungszeiten
So: 00:00–24:00
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-31
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