Rheinauhafen
Ehemaliger Kölner Hafen mit den Kranhäusern – heute ein Wohn- und Gewerbeviertel auf der Halbinsel „Werthchen“ in der Altstadt-Süd.
Der Rheinauhafen ist eine ehemalige Hafenanlage in der Kölner Altstadt-Süd, die heute als Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbegebiet dient. Geprägt wird die Halbinsel „Werthchen“ am linken Rheinufer von den Kranhäusern.
Auf einen Blick
- Art
- Ehemaliger Hafen, heute Wohn- und Gewerbequartier
- Lage
- Stadtteil Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt; Werthchen bei Rheinkilometer 687,5
- Fläche
- 15,4 Hektar Land, 5,7 Hektar Wasser; Areal insgesamt 235.000 m²
- Nutzung
- 51 % Büro/Dienstleistung, 31 % Wohnen, 18 % Kunst und Kultur
- Zahlen
- rund 2200 Arbeitsplätze, etwa 1500 Bewohner
Das heutige Hafengelände entstand aus einer Rheininsel namens „Werthchen" – 720 Meter lang und bis zu 40 Meter breit –, die ab 1847 künstlich mit dem linken Rheinufer verbunden wurde, um aus ihr eine Halbinsel zu machen.
Das kannst du hier erleben
Lage und Straßen
Über die Halbinsel verläuft die Straße Im Zollhafen, an der die Kranhäuser stehen. Ihre südliche Fortsetzung heißt Anna-Schneider-Steig, weiter südlich folgt die Agrippinawerft. Parallel führt am Ufer die Rheinuferstraße (B 51) entlang, die Severinsbrücke überspannt die Halbinsel. Eine Hafenfunktion besitzt das Areal nicht mehr.
Hafen im Mittelalter
Auf der Kölner Stadtansicht von 1531 von Anton Woensam erstreckt sich der Hafen entlang der gesamten linken Rheinmauer; auch auf der Rheininsel „Werthchen“ gab es Hafen- und Werftbetrieb. Be- und Entladen erfolgte mit Kränen, ein Hafenmeister beaufsichtigte die Liegeplätze und zog die Gebühren ein. Südlich des Salzgassen-Tores ankerten die Oberländer-Schiffe, nördlich die größeren niederländischen. Die Stadtansicht von 1570 von Arnold Mercator zeichnet die Insel erneut ein: Am Ufer beim Holzmarkt liegen Schiffe, auf der Insel selbst sind jedoch keine Hafenaktivitäten zu erkennen.
Vom Sicherheitshafen zur Halbinsel
Nach dem schweren Eishochwasser im Februar 1784 forderten Kölner Händler und Schiffer einen Hafen, in dem die Schiffe überwintern konnten. Ab 1811 entstand auf Betreiben Napoleons der Sicherheitshafen; ab 1813 wurde er genutzt, fertiggestellt aber erst 1840. Er versandete und war für größere Schiffe schwer erreichbar. Mit dem Wechsel von der Treidel- zur Dampfschifffahrt wuchs der Umschlag stark, sodass ein neuer Hafen nötig wurde. Bei der Planung spielte das rund 720 Meter lange und bis zu 40 Meter breite Werthchen bei Rheinkilometer 687,5 die zentrale Rolle. 1847 planten Stadtbaumeister Bernhard Wilhelm Harperath und Festungsingenieur Carl Schnitzler, den südlichen Teil der Rheininsel mit dem Ufer zu verbinden und so eine Halbinsel zu schaffen; die Arbeiten begannen noch im selben Jahr. 1848 entwarf Johann Anton Wallé am Werthchen einen Sicherheitshafen, dessen Becken vollständig von Werftmauern umschlossen war.
Zeitstrahl
- 1531Erste Kölner Stadtansicht (Woensam) zeigt stark frequentierten Rheinhafen
- 1784Extremes Eishochwasser; Händler fordern Bau eines Winterhafens
- 1811Bau des Sicherheitshafens auf Betreiben Napoleons begonnen
- 1816Erstes englisches Dampfschiff „Defiance" erreicht Köln
- 1826Bankhaus Sal. Oppenheim gründet Preußisch-Rheinische Dampfschifffahrtsgesellschaft
- 1840Sicherheitshafen am Theodor-Heuss-Ring fertiggestellt
- 1847Planung + Baubeginn: Werthchen wird mit dem Ufer zur Halbinsel verbunden
- 1848Wallé entwirft Sicherheitshafen am Werthchen (neues Hafenbecken)
Galerie
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Adresse
Rheinauhafen
Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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