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© Michael Musto · CC BY-SA 4.0

Fort X des Festungsrings Köln

Besterhaltenes preußisches Fort der inneren Kölner Fortkette – heute „grünes Fort" mit Rosengarten in einer Parkanlage in der Neustadt-Nord.

Outdoor Fotospot

Das Fort X in der Kölner Neustadt-Nord ist eine erhaltene militärische Befestigungsanlage des preußischen Festungsrings. Es ist das einzige Kölner Fort der ersten Bauphase, das das Zusammenspiel der einzelnen Befestigungselemente bis heute erkennen lässt.

Auf einen Blick

Art
Preußisches Fort des linksrheinischen Festungsrings
Lage
Neusser Wall 33, Neustadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt, nahe Innerer Kanalstraße und Neusser Straße
Erbaut
1819 bis 1825 nach Plänen von Ernst Ludwig von Aster
Ehemaliger Name
„Prinz Wilhelm von Preußen" (ab 1825)
Besonderheit
Symmetrisch angelegter Rosengarten auf der Enveloppe
Erhaltung
Kernwerk, Umwallung mit Kasematten, Gräben und Minengalerien
Status
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Anreise
Stadtbahn über die Haltestellen Lohsestraße oder Reichenspergerplatz
Wusstest du?

Der Rosengarten auf Fort X geht maßgeblich auf Konrad Adenauer zurück – den damaligen Kölner Oberbürgermeister und leidenschaftlichen Rosenliebhaber, der damit das einstige Militärfort in eine Gartenanlage verwandelte.

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.

Entstehung

Nach dem Wiener Kongress fiel Köln an Preußen. König Friedrich Wilhelm III. ordnete eine Verstärkung der Rheinlinie an; ein Erlass von 1816 verlangte elf Forts auf dem inneren Gürtel um das linksrheinische Köln. Aus finanziellen Gründen entstanden zunächst nur fünf, darunter Fort X. Alle hatten eine rechtwinklige Grundform mit hufeisenförmigen, bombensicheren Reduiten und konnten je 300 Mann aufnehmen. Fort X wurde neben Fort II als besonders wichtig eingestuft.

© Willy Horsch · CC BY 2.5

Vom Abriss verschont

Der Versailler Vertrag von 1919 sah die Schleifung der Festungen östlich des Rheins vor. Fort X blieb dank vorheriger Erhaltungsanträge von der Sprengung verschont. Gartenbaudirektor Fritz Encke gestaltete es 1921 zum „grünen Fort" um und legte auf der Enveloppe einen Rosengarten an, der maßgeblich auf den Rosenliebhaber und damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer zurückgeht. 1930 richtete das städtische Gartenamt im Reduit ein Büro ein, 1939 nutzte die SS das Fort als Kameradschaftshaus.

© Pappnaas666 · CC BY-SA 3.0

Im Zweiten Weltkrieg und danach

Im Zweiten Weltkrieg erhielt das Fort zwei Volltreffer: Einer zerstörte das Obergeschoss des rechten Traditors, der andere beschädigte die Kasematten der Mortierbatterie. Keller und Defensionsgalerie dienten als Luftschutzbauten, erkennbar noch an Luftschutztüren und Betonverstärkungen. Nach dem Krieg wohnten ausgebombte Familien im Fort; der letzte Bewohner starb im Mai 2011.

Heute

Fort X ist fast vollständig erhalten und in eine großzügig gestaltete Parkanlage von 98,43 Hektar integriert, die Aufbau und Funktionsweise einer früheren Verteidigungsanlage nachvollziehbar macht. Nach einer Sanierung 2013 sind im Rosengarten über 70 Rosensorten zu sehen.

Wissenswertes

Alle Kölner Straßen, die an ehemaligen Forts liegen, tragen heute den Namen „Wall" – daraus erklärt sich auch die Adresse am Neusser Wall.

Zeitstrahl

  1. 1814
    15. Jan.: Köln durch preußische Truppen befreit, fällt an Preußen
  2. 1816
    22. Apr.: Königlicher Erlass zum Bau von 11 Forts im linksrheinischen Köln
  3. 1819
    4. Okt.: Baubeginn Fort X nach Plänen von Ernst Ludwig von Aster
  4. 1825
    Sept.: Fertigstellung; 9. Sept.: König gibt Fort X den Namen „Prinz Wilhelm von Preußen"
  5. 1912
    Zweckentfremdung: Wohnungen im Fort eingerichtet
  6. 1919
    28. Juni: Versailler Vertrag ordnet Schleifung aller Festungen bis 50 km östlich des Rheins an
  7. 1921
    Encke gestaltet Fort X als „grünes Fort" um; Rosengarten auf der Enveloppe angelegt
  8. 2013
    Juli: Sanierung des Rosengartens abgeschlossen; über 70 Rosensorten

Karte

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26