Deserteurdenkmal
Denkmal für die Opfer der NS-Militärjustiz am Appellhofplatz: eine Pergola, deren mehrfach verkettete Hommage-Inschrift in bunten Lettern in den Himmel geschrieben scheint.
In Köln-Altstadt-Nord am Appellhofplatz erinnert das Deserteurdenkmal an die Opfer der NS-Militärjustiz. Es würdigt Deserteure und Kriegsgegner aus der Zeit des Nationalsozialismus und wurde am 1. September 2009, dem 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen, der Öffentlichkeit übergeben.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Denkmal für die Opfer der NS-Militärjustiz, gestaltet als Pergola
- Lage
- Köln-Altstadt-Nord, Appellhofplatz (Stadtbezirk Innenstadt)
- Gestaltung
- Entwurf des Schweizer Designers Ruedi Baur und seines Teams
- Eröffnung
- 1. September 2009
- Inschrift
- bunte Aluminiumlettern auf einer Fläche von acht mal vier Metern
- Besonderheit
- Der Text ist nach oben gerichtet und scheint ohne festen Hintergrund in den Himmel geschrieben
Die Inschrift des Denkmals ist eine endlos verschachtelter Satz, der beim Lesen den Blick in den Himmel zwingt – die bunten Aluminiumbuchstaben auf acht mal vier Metern haben bewusst keinen festen Hintergrund, sodass der Text wie in den Himmel geschrieben wirkt.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.
Die Inschrift
Das Herzstück des Denkmals ist sein Text, den man lesen kann, indem man den Blick nach oben richtet. In einer mehrfach verketteten Hommage reiht er Menschen aneinander, die sich verweigerten — und macht dabei jedes Opfer der einen Tat zum Gegenüber der nächsten: „Hommage den Soldaten die sich weigerten zu schießen auf die Soldaten die sich weigerten zu schießen … den Menschen der Solidarität und Zivilcourage zeigte als die Mehrheit schwieg und folgte…“ Die Kette führt vom Schießen über das Töten, Foltern, Denunzieren und Diskriminieren bis zu jenen, die Haltung zeigten.
Lage zwischen drei historischen Gebäuden
Das Denkmal steht in gleichem Abstand zu drei Orten mit NS-Bezug: dem ehemaligen Zeughaus, das heute zum Kölner Stadtmuseum gehört, dem EL-DE-Haus mit der einstigen Gestapo-Folterkammer, in dem sich heute das NS-Dokumentationszentrum befindet, sowie dem Gebäude der früheren Kölner Strafjustiz. Dort wurden während des Nationalsozialismus mindestens 123 Menschen zum Tode verurteilt.
Entstehung
Vorausgegangen war ein Antrag der PDS an den Rat der Stadt Köln vom 28. September 2006, den SPD sowie Bündnis 90/Die Grünen mittrugen. Der Stadtrat beschloss daraufhin ein Denkmal für Deserteure, „Wehrkraftzersetzer“ und Kriegsdienstverweigerer und schrieb einen Künstlerwettbewerb aus. Den Zuschlag erhielt der Entwurf von Ruedi Baur. Die Stadt stellte schließlich 80.000 Euro bereit, die restlichen 10.000 Euro der auf 90.000 Euro veranschlagten Umsetzung kamen über Spenden zusammen.
Recherche
Für die Aufarbeitung wurden das Militärarchiv Freiburg, Akten der Divisionsgerichte und die sogenannte Todesurteils-Kartei ausgewertet. Dabei ließ sich ermitteln, dass 104 Kölner Soldaten desertierten — überwiegend dauerhaft als „Fahnenflucht“, teils nur vorübergehend als „Unerlaubte Entfernung“. Fast immer handelte es sich um Soldaten der unteren Dienstgrade.
Wissenswertes
Zunächst war ein Denkmal am Schießplatz Dünnwald erwogen worden, wo im Krieg Deserteure hingerichtet worden waren. Wegen der Lage weit außerhalb des Stadtzentrums wurde dieser Plan jedoch verworfen.
Zeitstrahl
- 2006PDS stellt Antrag beim Kölner Stadtrat (28. September)
- 2008Stadtrat spricht sich für Künstlerwettbewerb aus (13. November)
- 2009Jury wählt Entwurf von Ruedi Baur (24. April)
- 2009Stadtrat folgt Jury-Empfehlung (30. Juni)
- 2009Einweihung zum 70. Jahrestag des Überfalls auf Polen (1. September)
Karte
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





