Kiesgrube Wahn
Eingezäuntes Kölner Naturschutzgebiet auf einer ehemaligen Kiesgrube in Porz mit artenreichen Feucht- und Gewässerlebensräumen, das nicht betreten werden darf.
seit 1988
Die Kiesgrube Wahn ist ein streng geschütztes Naturschutzgebiet im Kölner Stadtbezirk Porz, das auf einer ehemaligen Sand- und Kiesabgrabung entstanden ist. Aus der einstigen Grube haben sich wertvolle Feucht- und Gewässerlebensräume entwickelt, die heute einer Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten Zuflucht bieten.
Auf einen Blick
- Lage
- Kölner Stadtbezirk Porz, auf der Bergischen Heideterrasse
- Schutzstatus
- Naturschutzgebiet (N 16), eingerichtet 1988 auf einer früheren Abgrabungsfläche
- Fläche
- 5,43 Hektar
- Entstehung
- ehemalige Abgrabung für quartäre Sande und Kiese
- Zugehörigkeit
- Teil des Biotopverbunds der Kiesgruben-Lebensräume rund um Köln
- Besonderheit
- artenreiches Rückzugsgebiet mit zahlreichen Rote-Liste-Arten; östliche Wasserfläche als FFH-Lebensraumtyp ausgewiesen
- Zugänglichkeit
- eingezäunt, Betreten nicht gestattet
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Lage & Landschaft
Das Gebiet liegt im Porzer Süden und gehört zur Bergischen Heideterrasse. Auf dem Grund der früheren Grube haben sich im Osten und Süden zwei größere Gewässer gebildet, die bis zum Grundwasser reichen; ein weiteres Gewässer liegt an der Nordseite. Auf dem sandig-kiesigen Rohboden der Grubensohle, der regelmäßig freigehalten wird, konnte sich eine standorttypische Vegetation ansiedeln — mal wechselfeucht, mal trocken geprägt. An den Rändern ist ein Weiden-Laubmischwald mit weitgehend natürlicher Vegetation herangewachsen, während an den sonnigen Nord- und Nordosthängen die alten Grubenwände offen liegen.
Schutzstatus & Ziele
Die Unterschutzstellung 1988 verfolgte das Ziel, die nährstoffarmen Rohböden zu erhalten und die natürliche Entwicklung der Feucht- und Gewässerlebensräume zu fördern. Bereits 1990 entstand ein erster Biotop-Pflegeplan, 2015 folgte ein überarbeiteter Pflege- und Entwicklungsplan. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen unter anderem eine gestaffelte Mahd zur Freihaltung der Grubensohle, das regelmäßige Zurückschneiden der Steilhänge, das Entkrauten des kleineren Nordteichs, das Entfernen nicht heimischer Gehölze wie Robinien und Essigbäume sowie das Anlegen temporärer Kleingewässer für Libellen.
Tierwelt
Ein Gebietsmonitoring der NABU-Station Köln/Leverkusen aus den Jahren 2012/2013 belegt den Artenreichtum. Bei den Vögeln wurden 43 Arten erfasst, von denen 29 hier brüten — darunter zwölf Arten der Roten Liste oder der Vorwarnlisten, etwa Nachtigall, Goldammer, Star und Teichralle. Eisvogel, Habicht, Sperber und Rauchschwalbe erscheinen als Nahrungsgäste. Dank hoher Insektendichte und alter Höhlenbäume ist das Gelände ein wichtiges Jagdrevier und Sommerquartier für Fledermäuse; sieben Arten sind nachgewiesen, darunter Fransenfledermaus und Bartfledermäuse. Hinzu kommen vier Amphibien-, sieben Heuschrecken- und zwölf Tagfalterarten sowie 20 Libellenarten mit drei Rote-Liste-Vertretern. In den Gewässern lebt die gefährdete Große Teichmuschel.
Pflanzenwelt
Die Vegetationskartierung erfasste 190 höhere Farn- und Blütenpflanzen, davon neun Rote-Liste-Arten. Zu den Besonderheiten gehören das in Kölner Kiesgruben nur selten anzutreffende Frühlings-Fingerkraut sowie Buntes und Hügel-Vergissmeinnicht, Echtes und Zierliches Tausendgüldenkraut und die Raue Nelke. Auf den Wasserflächen wächst die Weiße Seerose; die Vegetation des östlichen Sees ist als FFH-Lebensraumtyp eingestuft.
Zugang & Regeln
Das Naturschutzgebiet ist kleinräumig und reagiert empfindlich auf Störungen durch den Menschen. Es darf deshalb nicht betreten werden und ist eingezäunt; Infotafeln weisen vor Ort auf die Betretungsregelung hin. Beobachten und Erleben ist also nur von außerhalb der Umzäunung möglich — ein Betreten oder Durchqueren des Geländes ist ausdrücklich untersagt.
Karte
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Adresse
Frankfurter Str.
51147 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-09
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