Schloss Wahn
Spätbarockes Schloss im Kölner Stadtteil Wahn – heute Heimat einer bedeutenden Theatersammlung und Trauort des Standesamts.
Schloss Wahn ist eine dreiflügelige Schlossanlage im Stil des Spätbarock im gleichnamigen Kölner Stadtteil Wahn. Aus einer mittelalterlichen Wasserburg hervorgegangen, dient es heute vor allem der Universität zu Köln – die historischen Innenräume sind der Öffentlichkeit allerdings nicht frei zugänglich.
Auf einen Blick
- Stadtteil
- Wahn (Köln)
- Baustil
- Spätbarock, dreiflügelige Anlage
- Umbau zum Schloss
- 1753–1757 nach Plänen von Johann Georg Leydel
- Denkmalschutz
- seit dem 9. November 1982
- Heutiger Eigentümer
- Freiherren von Eltz-Rübenach (seit 1820)
- Nutzung
- Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln, Trauort des Standesamts
- Zugänglichkeit
- historische Erdgeschossräume nicht frei öffentlich zugänglich
Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der „Hoff zu Wande" im Jahr 1358 als Besitz der Familie von Revelen. Damals handelte es sich um eine Wasserburg mit Wohnturm, Torbau, Wassergraben und Vorburg. Über die Familien von Loë und von Zweiffel wechselte der Besitz mehrfach; 1588 wurde die Burg von einem Söldnerheer zerstört und gebrandschatzt. Ab 1685 sind die Grafen Schall als Eigentümer verzeichnet – sie ließen die Burg 1753 in ein repräsentatives spätbarockes Schloss umbauen. Nach einem Zwischenbesitz der Familie Heereman von Zuydtwyck ging das Schloss 1820 an die Freiherren von Eltz-Rübenach über, in deren Eigentum es bis heute steht. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war Schloss Wahn stark beschädigt; 1964 wurde das Haupthaus umfassend renoviert, 1988 folgten Remise und Rentei.
Architektur
Zwischen 1753 und 1757 entstand die Anlage ursprünglich als einheitlicher, vierflügeliger Gebäudekomplex des Spätbarock. Die Pläne stammten von Johann Georg Leydel, einem Mitarbeiter des berühmten Baumeisters Balthasar Neumann. Das Vorbild war eine französische „Maison de plaisance", ein Lustschloss – zugleich erfüllte die Anlage aber auch ihre Funktion als Gutshof.
Lage und Ausstattung
Erreichbar ist das Schloss über eine gemauerte Brücke und das historische Tor. Der Schlosshof wird von einem dreiflügeligen Gebäudeensemble gefasst; in seiner Mitte steht auf einem Rondell ein großer Kastanienbaum, dazu die Eisenskulptur „Potential" von Ansgar Nierhoff, eine Dauerleihgabe des Kölner Museums Ludwig. Das nach Norden ausgerichtete Haupthaus wird im Osten von der Rentei und im Westen vom Kavalierhaus flankiert. Über zwei geschwungene Freitreppen der Terrasse gelangt man in den Schlosspark mit altem Baumbestand. Auf dem Gelände liegt zudem die Grabkapelle der Familie von Eltz-Rübenach; in der Familiengruft ist unter anderem der frühere Reichsverkehrs- und Postminister Paul von Eltz-Rübenach (1875–1943) bestattet.
Heutige Nutzung
Seit 1947 verpachtet die Familie Eltz-Rübenach das Schloss an die Universität zu Köln, die hier seit 1955 ihre Theaterwissenschaftliche Sammlung unterbringt. Diese Sammlung von Theatralia zählt weltweit zu den größten ihrer Art und umfasst überwiegend Bild- und Textmaterial zum europäischen Theater vom 16. Jahrhundert bis heute – darunter rund 100.000 Bände Theaterliteratur sowie die Nachlässe von Karl Valentin und Willy Millowitsch. Seit 2007 ist Schloss Wahn außerdem Außenstelle des Kölner Standesamts, das in den historischen Räumen Trauungen durchführt. Diese Räume im Erdgeschoss stehen der Öffentlichkeit nicht frei zur Verfügung; sie werden für Konzerte und akademische Veranstaltungen genutzt und lassen sich gegen Gebühr für Hochzeiten anmieten.
Wissenswertes
Die Innenräume des Haupthauses tragen klingende Namen: Der Gartensaal mit deckenhohen Ölgemälden des 18. Jahrhunderts gilt als ältester Raum, das Chinesische Zimmer ist im Rokoko-Stil gehalten, das Pompejanische Zimmer im Neoklassizismus. 2018 sorgte das Schloss für Schlagzeilen, als die Eigentümer einen protokollarischen Empfang des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan durch die Landesregierung kurzfristig per Gericht untersagen ließen – aus politischer Überzeugung und weil der Mietvertrag eine solche Nutzung nicht vorsah.
Karte
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Adresse
Burgallee 2
51147 Köln
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-23)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-21)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-21)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-21
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