St. Aegidius (Köln-Wahn)
Neugotische Pfarrkirche in Köln-Wahn, die abweichend von der sonst üblichen Ostung von Nord nach Süd verläuft.
An diesem Platz hatte man zuvor einen mehrfach veränderten Vorgängerbau errichtet; als dieser weichen musste, traten Überreste einer Kapelle aus dem 11. Jahrhundert zutage.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Römisch-katholische Pfarrkirche
- Lage
- Stadtteil Wahn, Stadtbezirk Porz
- Baustil
- Neugotik
- Bauzeit
- 1893 bis 1895
- Bauform
- Dreischiffige Backstein-Hallenkirche mit Vierkantturm
- Zugehörigkeit
- Dekanat Köln-Porz, Erzbistum Köln
- Denkmalschutz
- Eintragung als Baudenkmal am 9. Februar 1983 (Nummer 1321)
Ungewöhnlich ist die Ausrichtung der Kirche in Nord-Süd-Richtung statt der sonst üblichen Ost-West-Achse, weil der Eingang sonst nur über viele Stufen erreichbar gewesen wäre.
Geschichte
Bereits 1358 findet sich ein Hinweis auf eine frühe Kapelle in Wahn. Das heutige Gebäude wurde zwischen 1893 und 1895 gebaut, wobei der damalige Majoratsherr Kuno Freiherr von Eltz-Rübenach finanziell half. Am Pfingstmontag 1895 weihte der Mülheimer Dechant Caumanns den Bau; die bischöfliche Weihe reichte Weihbischof Schmitz am 7. Juni 1896 nach. Bei einer umfassenden Sanierung nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1954 übermalte man Wandbilder und ersetzte die im Krieg beschädigten Seitenfenster.
Ausrichtung
Anders als bei zahlreichen Kirchen, deren Chor und Altarraum gen Osten zeigen, erstreckt sich St. Aegidius entlang der Nord-Süd-Achse. Ausschlaggebend war, dass der Zugang sonst nur über viele Stufen möglich gewesen wäre.
Ausstattung
Die ursprüngliche Innenausstattung blieb weitgehend bestehen. Florale Motive schmücken das Kreuzrippengewölbe, das man zwischen 1990 und 1992 erneuerte. Der Turm-Vorraum beherbergt ein barockes Epitaph aus schwarzem Marmor, entstanden zwischen 1656 und 1685. Überwiegend neugotisch geprägt sind ferner Hochaltar, zwei Seitenaltäre, eine Schutzmantelmadonna, Kanzel, Kreuzweg, eine Pietà in der Marienkapelle sowie ein Taufstein. Draußen zeugen teils barocke Grabkreuze des einstigen Friedhofs und ein Gedenkkreuz an der Außenmauer von den verstorbenen Pfarrern.
Kirchenfenster
Zwei Bleiglasfenster fertigte der Kölner Künstler Hans L. Palm 1991 an. Auf der Orgelempore erscheint eine Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes, wobei ins Maßwerk Bruchstücke der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Verglasung eingesetzt wurden. In der Marienkapelle, vormals Sakristei, ist eine Schutzmantelmadonna über dem Ort Wahn zu sehen, dazu Wahner Motive wie die Pfarrkirchen St. Aegidius und St. Margaretha, die alte Kaplanei und das Wahner Schloss. Auch die Ornamentfenster des Seitenschiffs von 1960 bergen im Maßwerk Reste der einstigen Verglasung. Drei Chorfenster aus dem Jahr 1893 zeigen in Medaillons die Heiligen Aegidius, Maria, Johannes und Sebastian.
Zeitstrahl
- 1358Erste Kapelle in Wahn urkundlich erwähnt.
- 1893–1895Neubau der neugotischen Hallenkirche an gleicher Stelle.
- 1895Konsekration der neuen Kirche am Pfingstmontag durch Dechant Caumanns.
- 1896Bischöfliche Weihe durch Weihbischof Schmitz am 7. Juni.
- 1954Erste umfassende Restaurierung nach dem Zweiten Weltkrieg.
- 1983Eintragung als Baudenkmal am 9. Februar unter Nr. 1321.
- 1990–1992Erneuerung des Kreuzrippengewölbes mit floralen Motiven.
- 1996Einbau einer neuen Orgel durch die Firma Schulte.
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