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© Nicola · CC BY-SA 4.0

Schloss Röttgen

Schloss Röttgen ist ein denkmalgeschützter Schloss- und Gestütskomplex in Köln-Eil/Rath-Heumar auf rund 250 ha — nicht öffentlich zugänglich.

Schloss Röttgen ist ein Schloss- und Gestütskomplex in den Kölner Stadtteilen Eil und Rath/Heumar. Das rund 250 Hektar große, von einer etwa acht Kilometer langen Mauer umschlossene Areal ist Privatbesitz der Mehl-Mülhens-Stiftung und nicht öffentlich zugänglich.

Auf einen Blick

Lage
Köln, zwischen Eiler Straße, A 59, Hirschgraben, Heumarer Mauspfad und (Alter) Forststraße
Ursprung
Rittersitz aus dem 9. bis 13. Jahrhundert; heutiges Herrenhaus ab 1866 errichtet
Nutzung
aktives Vollblut-Gestüt (gegründet 1924)
Fläche
rund 250 Hektar (etwa zwei Quadratkilometer, ungefähr so groß wie Monaco)
Eigentümer
Mehl-Mülhens-Stiftung
Denkmalschutz
zahlreiche Bauwerke, Mauer, Wald und Garten geschützt
Zugänglichkeit
nicht öffentlich zugänglich, umschlossen von einer ca. 8 km langen, 2 m hohen Mauer

Vom Rittersitz zum umkämpften Gut

Die Ursprünge von Röttgen reichen weit zurück: Zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert entstand hier ein Rittersitz, möglicherweise eine von Wasser geschützte Anlage — auf dem Gelände liegt die Senke eines alten Rheinarms. 1402 wurde Johann Kreuwel von Gimborn mit dem „Hoff zome Roetgine" belehnt; der Name verweist, ähnlich wie der von Rath, auf eine Rodung als Wortherkunft.

Über Jahrhunderte wechselte das Gut durch Erbschaften den Besitzer und ging über die Familien von Bourscheidt und von Harff schließlich 1660 an Bertram von Gymnich, dessen Frau Maria von Harff Röttgen in die Ehe brachte. Über die damalige Bebauung ist wenig überliefert — belegt ist lediglich eine Hauskapelle. Es folgten jahrzehntelange, teils gewaltsam ausgetragene Erbstreitigkeiten, die bis vor das Reichskammergericht getragen wurden und sich mindestens bis 1704 hinzogen.

Auch danach blieb das Gut umkämpft: Nach dem Tod des Domherrn Franz Dietrich Beißel von Gymnich 1706 verkaufte dessen Bruder das Anwesen an den Kölner Maler Johannes Justus Borchers, der jedoch 1709 vertrieben wurde. Erst der kaiserliche Reichshofrat in Wien sprach ihm das Gut wieder zu. 1776 verzeichnete eine französische Erhebung eine Größe von 150 Morgen (37,5 Hektar). 1790 erwarb Kornelius Josef Freiherr Geyr von Schweppenburg das Haus in einer öffentlichen Versteigerung; das alte Rittergut ließ er abreißen, ein Gutshaus blieb bestehen.

© Duhon · CC BY 3.0

Das neue Schloss

1832 erbte Kornelius Geyrs Tochter Agnes das Anwesen, das sie zwei Jahre zuvor als „entzückend schön" beschrieben hatte. Ihrem Mann Maximilian Freiherr von Geyr war es jedoch zu weit von Köln entfernt; das Paar verpachtete das Gut und wohnte in der Kölner Sternengasse. 1866 ließ Agnes für ihren Sohn Franz ein neues Haus Röttgen errichten — das bis heute bestehende Herrenhaus, ein Backsteinbau im romantischen Stil mit gotischen Formen und Haussteinteilen unterschiedlicher Herkunft.

Um 1900 gehörten zum Gut ausgedehnte Waldbestände, die einen Wildpark nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten bildeten, samt einer Vielzahl alter, exotischer Gehölze; 1899 umfasste das Anwesen 227 Hektar in den Gemarkungen Heumar, Rath und Eil. 1911 erwirkte Freiherr von Geyr sogar eine Umbenennung in „Burg Röttgen", obwohl von einer Befestigung nur ein Wassergraben bekannt war. Durchgesetzt hat sich am Ende die Bezeichnung „Schloss Röttgen" — nicht zuletzt, weil der spätere Besitzer Rudi Mehl auf diesen Namen Wert legte und ihn etwa für die Autobahntankstelle am Rand des Gestüts durchsetzte.

© Duhon · CC BY 3.0

Das Gestüt unter Mülhens

Neuer Pächter und ab Ende 1918 Eigentümer wurde Peter Mülhens, Inhaber des Kölnisch-Wasser-Unternehmens 4711. 1924 gründete er das Vollblut-Gestüt Röttgen. Der Kölner Architekt Ludwig Paffendorf entwarf die Gestütsgebäude in Anlehnung an die deutsche Renaissance; das gesamte Gelände wurde „nach irischem Vorbild" mit einer rund acht Kilometer langen und zwei Meter hohen Mauer umgeben, die als Mülhens' Mauer bekannt ist. Bis in die 1930er Jahre entstanden weitere Bauten. 1927 erwarb Mülhens zusätzlich das Gut Leidenhausen und ließ dort eine 2100 Meter lange Trainingsbahn für die Rennpferde anlegen.

Im Zweiten Weltkrieg fielen rund 1000 Sprengbomben auf das Gelände, ohne die Gebäude stark zu beschädigen; noch 1975 wurden zehn Fliegerbomben gefunden und entschärft. Peter Mülhens starb am 5. August 1945.

© Gordito1869 · CC BY 3.0

Nachkriegszeit und Deutschlandvertrag

Von 1945 bis 1949 diente das Schloss als Sitz der britischen Militärverwaltung für Nordrhein-Westfalen und als Wohnsitz von Generalmajor Alexander Bishop, anschließend als Residenz des britischen Hohen Kommissars in der Alliierten Hohen Kommission — zunächst General Brian Robertson, ab Juni 1950 Ivone Kirkpatrick. Ausschlaggebend für den Standort war die Nähe zum britischen Hauptquartier in der Wahner Heide. In den Räumen des Schlosses handelte Bundeskanzler Konrad Adenauer 1952 mit den Hauptsiegermächten den Deutschlandvertrag aus.

1953 kehrte das Gelände an die Familie Mülhens zurück. Nach dem Tod von Maria Mehl-Mülhens 1985 ging der Besitz in die Mehl-Mülhens-Stiftung über.

© Gordito1869 · CC BY 3.0

Denkmalschutz und Wissenswertes

Viele Bauwerke auf dem Gelände stehen unter Denkmalschutz — das Schloss selbst, die Mauer, das Torwachthaus am Mauspfad, das Sägewerk, das Rentamt, die Stallgebäude und der Aussichtsturm, dazu der umgebende Wald und der Garten. Der Kölner Stadtkonservator würdigte Schloss Röttgen 1998 als weitgehend original erhaltenes Gesamtkunstwerk von europäischem Rang.

Das Schloss und das inzwischen rund zwei Quadratkilometer große Gelände sind nicht öffentlich zugänglich. Nach dem 1970 in Nordrhein-Westfalen in Kraft getretenen Forstgesetz, das Wälder grundsätzlich zur Erholung öffnete, versuchte der Landwirtschaftsminister vergeblich, den Abbau der Mauer zu erreichen; die Eigentümer beriefen sich auf eine Ausnahmeregelung für gewerblich genutzte Waldflächen — eine Öffnung der Mauer würde das Gestüt in Frage stellen. Als Kuriosität am Rande: Damit die Rennpferde den Hirschgraben zur Trainingsbahn sicher überqueren können, wurde eigens eine von Hand bediente Ampel eingerichtet.

© Gordito1869 · CC BY 3.0

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-23

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