EL-DE-Haus
Ehemalige Gestapo-Zentrale mit erhaltenem Zellentrakt und rund 1800 Wandinschriften von Häftlingen — heute NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln.
seit 1934
Das EL-DE-Haus in der Kölner Altstadt-Nord diente der Gestapo von 1935 bis 1945 als Dienststelle und Gefängnis. Seit 1988 beherbergt es das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemalige Gestapo-Dienststelle, heute Dokumentationszentrum
- Lage
- Altstadt-Nord, Appellhofplatz 23–25, Ecke Elisenstraße
- Erbaut
- 1934/35 als Wohn- und Geschäftshaus
- Architekt
- Hans Erberich, im Auftrag von Leopold Dahmen
- Zellentrakt
- Zehn Kellerzellen von 4,6 bis 9,3 m²
- Besonderheit
- Rund 1800 erhaltene Wandinschriften von Häftlingen
- Nutzung als NS-Doku-Zentrum
- seit 1988
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Name und Bau
Der Kölner Gold- und Uhrengroßhändler Leopold Dahmen ließ das Gebäude 1934/35 errichten. An der Hausecke brachte er neben dem Kölner Stadtwappen sein eigenes Wappen an: zwei gekreuzte Uhrzeiger mit den Initialen L und D, darüber der Schriftzug EL-DE — daraus leitet sich der Name ab. Nach einem Baustillstand im Sommer 1935 beschlagnahmte die Gestapo das Haus noch im Rohbau, enteignete den Eigentümer aber nicht.
Gestapo-Zentrale
Am 1. Dezember 1935 bezog die Gestapo das unfertige Haus als Mieter. Für sie lag das Gebäude günstig in der Innenstadt, nahe dem Polizeipräsidium, dem Gerichtsgebäude und dem Zentralgefängnis Klingelpütz. Häftlinge bauten im Keller zehn Zellen mit eisernen Pritschen, dazu Wachräume, Wasch- und Toilettennischen und einen Galgen. Ursprünglich sollten die Zellen Verhaftete während der Verhöre aufnehmen; Wandinschriften belegen, dass Häftlinge dort Wochen und Monate verbrachten.
Häftlinge und Verhöre
Unter den Gefangenen waren viele Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter sowie Widerstandskämpfer, darunter Mitglieder der Ehrenfelder Gruppe und des Komitees Freies Deutschland. Die Verhöre fanden zunächst auf Höhe des Zellentrakts statt, sodass Passanten die Schreie der Gefolterten hörten; später wurden sie in den Tiefkeller verlegt. Die Gestapo führte ohne Urteile Massenhinrichtungen durch; die letzte beim EL-DE-Haus fand am 2. März 1945 statt, kurz vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen.
Wandinschriften
In den Zellen sind rund 1800 Inschriften aus der Zeit zwischen Ende 1943 und 1945 erhalten. Häftlinge hinterließen Botschaften an ihre Angehörigen sowie Zeichnungen von Figuren, Landschaften und Tieren. Etwa 600 sind in kyrillischer Schrift verfasst, rund 300 weitere auf Französisch, Niederländisch, Polnisch, Englisch und Spanisch. Nach dem Krieg gingen beim Entfernen einzelner Trennwände einige Inschriften verloren.
Nach dem Krieg
Das Haus blieb während des Krieges weitgehend von Bomben verschont. Nach 1945 zogen städtische Dienststellen ein, etwa Standesamt und Rentenstelle. Zwischen 1947 und 1949 wurde das Gebäude umgebaut und mit Nachbarhäusern verbunden. 1979 wurden Forderungen laut, daraus eine Dokumentationsstätte zu machen.
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