Haus Haan (Wasserburg)
Mittelalterliche Wasserburg in Höhenhaus – 1203 erstmals urkundlich erwähnt, das heutige Herrenhaus stammt von 1730, seit 1986 Eigentumswohnanlage hinter dem alten Wassergraben.
seit 1730
Am Rand von Höhenhaus, zur Grenze nach Dünnwald, liegt mit Haus Haan eine mittelalterliche Wasserburg und ein ehemaliges Rittergut. Das Ensemble ist von außen als historisches Ensemble sichtbar; eine öffentliche Innenbesichtigung gibt es nicht, da die Anlage heute als Eigentumswohnanlage genutzt wird.
Auf einen Blick
- Stadtteil
- Höhenhaus, an der Grenze zu Dünnwald
- Typ
- Wasserburg / ehemaliges Rittergut
- Erste Erwähnung
- 1203 (Vorgängerbau bereits vor 1200)
- Heutiges Herrenhaus
- errichtet 1730, renoviert 1786
- Wassergraben
- gespeist von einem Bachlauf, der am Dünnwalder Mauspfad vom Mutzbach abzweigt
- Heutige Nutzung
- Eigentumswohnanlage (seit Umbau 1986)
- Zugang
- Tordurchgang zum Zeisbuschweg; keine öffentliche Innenbesichtigung
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Anlage und Architektur
Haus Haan ist als Geviert angelegt, das nicht vollständig von Gebäuden umschlossen ist. Im Zentrum steht das Haupthaus auf einer hoch aufgemauerten Insel, die vollständig von einem Wassergraben umgeben ist. Vom Innenhof führt eine steil ansteigende steinerne Bogenbrücke auf die Insel.
Das Herrenhaus selbst ist ein schmuckloser, zweigeschossiger Geviertbau mit Fensterachsen auf jeder Seite und einem hohen Mansardendach. Zu drei Seiten umgeben es – jenseits des Wassergrabens – die jüngeren ehemaligen Wirtschaftsgebäude. Gegenüber dem Zugang zum Herrenhaus liegt ein Tordurchgang zur heutigen Straße „Zeisbuschweg“.
Streit ums Wasser
Den Namen verdankt die Burg dem Rittergeschlecht von Haane, das die Anlage ab 1230 besaß. Schon vor 1200 hatte Ritter Seybold von Blech an dieser Stelle auf einer Rodung eine erste Motte errichtet. Bekannt wurden die Ritter von Haane vor allem durch einen langen Rechtsstreit mit dem Frauenkloster in Dünnwald um die Wasserrechte am Mutzbach.
1264 gerieten die Brüder Nikolaus und Jakob von Haane mit dem Kloster aneinander, dem das Recht zustand, den Bach für seine Mühle zu nutzen. Die Ritter leiteten das Wasser stattdessen in ihren Burggraben. Erst ein zwölfköpfiges Schiedsgericht, eingesetzt von Gräfin Margarete von Berg und ihrem Sohn Adolf, beendete den jahrzehntelangen Streit: Das alleinige Nutzungsrecht ging an das Kloster, das den Rittern jedoch „um des Friedens Willen“ an zwei Tagen und Nächten pro Woche Wasser zugestehen und ihnen 20 Mark kölnischer Währung als Entschädigung zahlen musste. Zusätzlich sollte eine Verwandte der Ritter in das Dünnwalder Konvent aufgenommen werden.
Von den Rittern zur Stadt Köln
1355 ließ Ritter Wilhelm von Haane eine Mühle bauen, dort wo der Mutzbach in das Rheintal abfloss – etwa in Höhe des heutigen Dünnwalder Mauspfades. Sie wurde als Walkmühle betrieben und später „untere Walkmühle“ genannt; zuvor musste man zum Walken von Tuch und Leder weite Wege bis nach Mülheim zurücklegen.
Ab 1373 wurde die Familie von Lülsdorf Eigentümerin und machte Haus Haan bis 1710 zu ihrem Stammsitz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg 1628 durch kaiserliche Truppen niedergebrannt; das heutige Herrenhaus entstand 1730. Über die Familie Droste zu Vischering gelangte das Anwesen 1812 an einen Herrn Brügelmann aus Ratingen – Friedrich Wilhelm Brügelmann gründete hier 1822 die noch heute in Köln ansässige Firma Brügelmann. 1828 kaufte die Stadt Köln die Anlage. Mangels Nutzungskonzept verfiel sie über die Jahre, Teile dienten als Reiterhof. 1986 verkaufte die Stadt das Ensemble, das anschließend zur Eigentumswohnanlage umgebaut wurde.
Sagen und Überlieferung
Eine Sage erzählt von einem unterirdischen Gang, der Haus Haan mit dem Dünnwalder Kloster verbunden haben soll – durch ihn hätten sich die Nonnen bei feindlichen Überfällen in Sicherheit gebracht. Auch der Mundartdichter Franz Peter Kürten setzte dem Ort in seinem Gedicht „der Grafenstohl en dr Kirch“ ein Denkmal, das an den „Stammelder Graf“ und dessen Kirchenbank – zugleich für die „Burglück vam Haan“ – erinnert.
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Adresse
Dünnwald
51061 Köln
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-08-20)
- Wikipedia (abgerufen 2026-08-20)
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-20
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