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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Weißhaus

Das Weißhaus ist ein mittelalterliches Wasserschloss in Köln-Sülz an der Luxemburger Straße, dessen parkumschlossene, wassergrabenumwehrte Anlage heute in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich ist.

Am Rand des Kölner Grüngürtels, an der Luxemburger Straße im Stadtteil Sülz, liegt hinter Mauer und Wassergraben das Weißhaus – ein mittelalterliches Wasserschloss, das aus dem Straßenverkehr heraus kaum vollständig einzusehen ist. Nur das schmiedeeiserne Gitter zur Straße gibt den Blick auf die vorderen Teile der Anlage frei.

Auf einen Blick

Lage
Sülz, Luxemburger Straße, am Rand des Grüngürtels (Stadtbezirk Lindenthal)
Typ
mittelalterliches Wasserschloss mit Schlosskapelle
Erste Erwähnung
1378 in einer Urkunde der Abtei Sankt Pantaleon
Ältester erhaltener Teil
oktogonaler Treppenturm mit Barockhaube (aus dem Vorgängerbau von 1619)
Anlage heute
rund 20.800 m² großer, ummauerter Park mit etwa 5.600 m² Wassergraben
Zugang
in Privatbesitz, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich

Geschichte

Das Grundstück gehörte den Äbten der 957 gegründeten Benediktinerabtei Sankt Pantaleon, denen das Anwesen vor den Toren Kölns später als Sommerresidenz diente. Weil es außerhalb der befestigten Stadt an der Straße nach Trier lag, war es immer wieder von Zerstörung bedroht: 1474 ließ die Stadt Köln das Haus im Neusser Krieg beim Anrücken der Truppen Karls des Kühnen aus Sicherheitsgründen niederlegen. Nach dem Wiederaufbau brannte es 1584 nieder, wurde ab 1613 unter Abt Henricus Spichernagel von Grund auf neu errichtet und 1658 durch eine Überschwemmung des Duffesbachs erneut zerstört. Danach legte man es als Wasserschloss an, das Abt Aegidius Romanus 1669 zur Sommerresidenz ausbaute. Mit der Säkularisation nach den Napoleonischen Kriegen ging der Besitz an den Staat über; 1849 erwarb der Kölner Kaufmann Johann Adam Jansen das Schloss.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Schlosskapelle

Neben dem Turm steht die neugotische, kreuzrippengewölbte Weißhauskapelle, die Jansen vom Kölner Architekten Vincenz Statz entwerfen ließ. Ihr Inneres wurde nach Entwürfen des Malers und Lithographen Johann Anton Ramboux mit Temperamalereien ausgestattet, die Szenen aus dem Marienleben zeigen – vom Englischen Gruß über die Geburt Christi bis zu Himmelfahrt und Krönung Mariä. Die Glasfenster stellen nach Ramboux' Zeichnungen das Magnificat dar und entstanden im Atelier von Johann Anton Friedrich Baudri. Geweiht wurde die Kapelle am 10. November 1857 durch Kardinal Erzbischof Johannes von Geissel.

© Gudrun Velten · CC BY-SA 3.0

Architektur und Anlage

Das wasserumwehrte Herrenhaus ist zweigeschossig und trägt ein gestuftes Mansarddach. An einer Schmalseite steht der oktogonale Treppenturm mit Barockhaube, der als ältester Bauteil noch vom Vorgängerbau von 1619 stammt; die Schlosskapelle kam im 19. Jahrhundert hinzu. Nach Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss bis 1953 mehrfach wiederaufgebaut. Zwei Bogenbrücken führen über den rund 5.600 m² großen Wassergraben, wobei die nordöstliche Brücke ein reich verziertes schmiedeeisernes Tor aus der Erbauungszeit um 1669 besitzt. Die etwa 20.800 m² große Gesamtanlage liegt in einem parkähnlichen Garten, den eine 2,20 m hohe Mauer umschließt.

© Willy Horsch · CC BY-SA 2.5

Lage und heutiger Zugang

Das Weißhaus liegt zwischen Leybergstraße, Rennebergstraße und der Grün- und Spielfläche in Verlängerung der Linzer Straße. Der Wassergraben wird seit dem Bau der Luxemburger Straße (1824–1846) nicht mehr vom Duffesbach gespeist, der seither in Rohren unterhalb der Straße am Schloss vorbeigeführt wird. Das Anwesen befand sich bis Mai 2019 im Privatbesitz der Erben des 2010 verstorbenen Unternehmers Heinrich Wolf; Bemühungen der Bezirkspolitik, es 2015 durch die Stadt Köln ankaufen und der Öffentlichkeit zugänglich machen zu lassen, scheiterten am Ratsbeschluss und am Kaufpreis. 2019 wurde das Areal an den Unternehmer Adam Szpyt verkauft. Betreten lässt sich die Anlage bis heute nicht – als historisches Bauwerk hinter Mauer und Gitter bleibt sie aber ein bekanntes Ziel am Weg durch den Grüngürtel.

© Willy Horsch · CC BY-SA 2.5

Galerie

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Adresse

Luxemburger Str. 201
50939 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-23

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