Haus Neuerburg
Backsteinbau am Gülichplatz, der zwei Bürgerhäuser vortäuscht — mit Treppenturm im Innenhof nach Kölner Patriziervorbild.
Der Name des Gebäudes geht auf die Zigarettenfirma Haus Neuerburg zurück, für deren Firmensitz Heinrich Neuerburg den Bau errichten ließ.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Baudenkmal, ehemaliges Geschäftshaus
- Lage
- Gülichplatz, Kölner Stadtteil Altstadt-Nord
- Bauzeit
- zwei Abschnitte, 1921/1923 und 1928/1929
- Architekt
- Emil Felix
- Baumaterial
- holländische Backsteine, figürlicher Schmuck aus Kirchheimer Muschelkalk
- Denkmalschutz
- eingetragen am 16. Oktober 1984 (Nr. 2686)
- Heutige Nutzung
- Dienststellen der Stadtverwaltung Köln
Der schlanke Treppenturm im Innenhof erinnert an die einst zahlreichen Treppentürme Kölner Patrizierhäuser, die im Zweiten Weltkrieg fast alle zerstört und nie wieder aufgebaut wurden.
Geschichte
Die Firma Haus Neuerburg gründeten die Brüder Heinrich und August Neuerburg 1908 in Trier. Nach dem Ersten Weltkrieg zog Heinrich Neuerburg nach Köln und erwarb einige kleinteilige Hausgrundstücke am Gülichplatz, deren frühere Bebauung teils gegen Kriegsende bei einem Fliegerangriff zerstört worden war. Mit Planung und Ausführung des Geschäftshauses als Unternehmenssitz beauftragte er Emil Felix, dem er kurz darauf auch seine Privatvilla in Marienburg übertrug. Zunächst entstand ein dreigeschossiger Bau mit zwei Flügeln, der den Platz nach Süden und Westen abschloss; später folgte eine Erweiterung. Heinrich Neuerburg amtierte in den 1920er und 1930er Jahren zugleich als griechischer Generalkonsul; sein Zuständigkeitsbereich umfasste die Regierungsbezirke Köln, Aachen und Koblenz (ohne den Kreis Wetzlar) sowie den oldenburgischen Landesteil Birkenfeld, und die Amtsgeschäfte führte er vom Gülichplatz aus.
Architektur
Emil Felix, der in seinem Werk als eher traditionsverbunden gilt, stimmte die Baugruppe auf den 1913 aufgestellten Fastnachtsbrunnen von Georg Grasegger ab und ließ sie optisch wie zwei Bürgerhäuser erscheinen. Der Westflügel an der Straße „Obenmarspforten“ lehnt sich an Renaissancebauten an, der Südflügel am Gülichplatz an die Fassade eines Barockpalais. Die Bauplastik schuf Wolfgang Wallner, die schmiedeeisernen Arbeiten Carl Wyland. Im Innenhof steht ein schlanker Treppenturm als Anspielung auf die Treppentürme früherer Kölner Patrizierhäuser, die im Zweiten Weltkrieg meist untergingen; ein Gegenstück bildet der etwas jüngere Richmodisturm von Paul Bonatz am Neumarkt. Zeitgenössisch galt der Bau als Meisterleistung. Der Architekt und Schriftsteller Gustav Lampmann bemängelte allerdings das Hauptgesims zwischen dem ersten und zweiten Obergeschoss, weil das Obergeschoss dadurch ohne Mauerabsatz aufgesetzt wirke und den Baukörper zerreiße.
Wiederaufbau und heutige Nutzung
Im Zweiten Weltkrieg blieben die Schäden vergleichsweise gering; der Wiederaufbau dauerte von 1947 bis 1950. Dabei entfielen äußerlich die Arkaden am Gülichplatz im Westflügel sowie das ursprüngliche Mansarddach auf dessen Innenhofseite. Von 1981 bis 1999 saß hier das Liegenschaftsamt, seit einem Umbau 2001 das Standesamt. Zudem haben einzelne Ratsfraktionen sowie der Förderverein Romanische Kirchen Köln hier ihre Büros.
Zeitstrahl
- 1908Brüder Heinrich und August Neuerburg gründen die Firma Haus Neuerburg in Trier.
- 1913Der Fastnachtsbrunnen nach Entwurf von Georg Grasegger wird auf dem Gülichplatz aufgestellt.
- 1921–1923Bau des zweiflügeligen Geschäftshauses nach Plänen von Emil Felix.
- 1928/1929Bauerweiterung des Hauses Neuerburg.
- 1947–1950Wiederaufbau nach Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs.
- 1981–1999Nutzung durch das Liegenschaftsamt der Stadt Köln.
- 1984Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Köln (16. Oktober, Nr. 2686).
- 2001Nach Umbau Nutzung durch das Standesamt.
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