Haus Hindenburg
Neoklassizistisches Geschäftshaus an der Schildergasse Ecke Neumarkt in Köln, seit 1993 eingetragenes Baudenkmal.
Die abgeschrägte Ecklage des Gebäudes hängt mit städtebaulichen Umgestaltungen am Übergang von der Schildergasse zum Neumarkt zusammen.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Geschäftshaus, Baudenkmal
- Lage
- Schildergasse 113–117 Ecke Neumarkt, Altstadt-Nord
- Baujahr
- 1914 und 1915
- Architekt
- Hermann Eberhard Pflaume
- Stil
- Neoklassizismus
- Geschosse
- vier
- Fassade
- sechs Achsen zur Schildergasse, drei zum Neumarkt
- Denkmalliste
- eingetragen am 13. April 1993 (Nr. 6779)
Über dem Hauptportal des Hauses Hindenburg war einst ein Schlussstein mit einem Vers angebracht, der Paul von Hindenburg als „Sieger“ feierte – heute ist dieser Vers nicht mehr erhalten.
Standort und Straßenverlauf
Bis in die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg war der Zugang von der Schildergasse zum Neumarkt deutlich enger als heute. Auf der Nordseite änderte sich dies zunächst durch das hinter die alte Flucht zurückgesetzte Polizeipräsidium an der Ecke zur Krebsgasse. Es folgte 1914 der Abbruch des Blankenheimer Hofes, der nach Anlage der Zeppelinstraße (1910) als Eckbau mehrere Meter in den Straßenraum vorsprang. Auch um die neue Fluchtlinie auf der Südseite wurde gestritten: Bei der kleinteiligen Kölner Grundeinteilung hätte ein zu weites Zurückverlegen kaum noch wirtschaftlich bebaubare Grundstücke gelassen. Schließlich wurde die Flucht etwas abgeschrägt, so dass der Verkehr über einen trichterförmigen Zugang vom Neumarkt in die Schildergasse abfließen konnte.
Bau und Namensgebung
Das Grundstück Schildergasse 113 bis 117 gehörte dem in Düsseldorf tätigen niederländischen Kaufmann Dirk Lindhout und seinem Kölner Partner Paul Malkowsky. Nach dem Abbruch der Altbauten begann noch vor dem Ersten Weltkrieg die Ausführung des viergeschossigen Hauses. Der Rohbau entstand in viermonatiger Bauzeit unter dem Architekten und Bauunternehmer Karl Alsdorff; im Februar 1915 stand die Fertigstellung bevor. Die Bauherren folgten der Tradition, einem Haus einen eigenen Namen zu geben, und wählten mit Zustimmung Paul von Hindenburgs eine Bezeichnung in Anlehnung an die Entstehungszeit. Über dem Hauptportal saß ein Schlussstein mit einem heute nicht mehr vorhandenen Vers, der lautete: „In Deutschland großer Zeit bin ich gebaut, / Hab' Helden viel und Opfermut geschaut, / Da wird als Sieger Hindenburg erkannt, / Und ihm zu Ehren ward ich so benannt.“
Nutzung im Wandel
Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Haus zu einem Kölner Treffpunkt. Dazu trug das Café im ersten Stock bei, das in seiner Eigenwerbung als vornehmstes Café Kölns auftrat, sowie später die Schule für Bühnentanz von Araca Makarowa, mit bürgerlichem Namen Elisabeth Linfert, geb. Simons (1905–1964). Im Erdgeschoss war seit 1926 das Hamburger Zigarrenhaus „Gustav Geber“ ansässig; 1946 zog das familiengeführte „Seidenhaus Schmitz“ ein, dessen Räume in der Zeppelinstraße kriegsbedingt nicht mehr nutzbar waren. Ab 1956 nutzte diese Firma das Gebäude allein. Eine zeitweise eingebaute Passage vom Neumarkt zur Schildergasse wurde später wieder geschlossen. Bis 2020 nutzten Firmen der Bekleidungsindustrie das Haus.
Architektur
Bei der Fertigstellung verfügte das Gebäude über zwei Kellergeschosse, ein Ladenlokal im Erdgeschoss, das Café darüber und ein Photographen-Atelier im Dachgeschoss. Die Werksteinfassade ist äußerlich weitgehend erhalten, ab der dritten Etage teils mit den originalen Fenstern. Im Zweiten Weltkrieg entstanden vergleichsweise geringe Schäden; das ursprüngliche Mansarddach wurde nicht wiederhergestellt. An der Ecke im ersten Obergeschoss ist eine Madonna aus dem 19. Jahrhundert angebracht.
Zeitstrahl
- 1910Anlage der Zeppelinstraße, wodurch der Blankenheimer Hof als Eckbau vorsprang.
- 1914Abbruch des Blankenheimer Hofes und Baubeginn des Hauses Hindenburg.
- 1914–1915Errichtung des Geschäftshauses nach Entwurf von Hermann Eberhard Pflaume.
- Februar 1915Fertigstellung des Rohbaus stand bevor, Bauleitung durch Karl Alsdorff.
- 1926Zigarrenhaus „Gustav Geber“ zieht ins Erdgeschoss ein.
- 1946„Seidenhaus Schmitz“ nutzt Räumlichkeiten im Erdgeschoss.
- 1956Firma Schmitz nutzt das gesamte Haus Hindenburg allein.
- 1993Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Köln (13. April, Nr. 6779).
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