Disch-Haus
Kölner Büro- und Geschäftshaus, das als bedeutendes Zeugnis der Neuen Sachlichkeit gilt und auf ein früheres Nobelhotel zurückgeht.
Der Name des Gebäudes verweist auf einen Vorgängerbau, der lange vor dem heutigen Haus an dieser Stelle stand.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Büro- und Geschäftshaus
- Lage
- Brückenstraße 19/Ecke Herzogstraße 36, Köln-Innenstadt (Altstadt-Nord)
- Baustil
- Neue Sachlichkeit
- Einweihung
- 1. Februar 1930
- Etagen
- heute 5
- Bürofläche
- rund 7700 m²
- Denkmalschutz
- seit 15. Oktober 1981 (Denkmalnummer 787)
Im Hotel Disch verstarb 1880 Helen Jane Gladstone, Schwester des britischen Premierministers William Ewart Gladstone, der an ihrem Sterbebett anwesend war – sie soll dort rund zehn Jahre gewohnt haben und ihre Konversion zum Katholizismus galt als Skandal.
Das frühere Hotel Disch
An dieser Stelle eröffnete 1848 das „Hotel Disch", errichtet nach einem Entwurf von Josef Felten und benannt nach dem Kunstsammler Franz Karl Damian Disch. Das Haus verfügte über einen für Kammermusik geeigneten Rokoko-Saal und beherbergte internationale Gäste sowie größere Versammlungen. In seiner Kategorie zählte in Köln neben ihm nur das Dom-Hotel zu den international bekannten Häusern. 1890 bauten die Architekten Heinrich Joseph Kayser und Karl von Großheim das Hotel um, 1912 folgte ein weiterer Umbau. Am 20. Dezember 1859 starb hier Franz Egon Graf von Fürstenberg-Stammheim, der erste Ehrenbürger von Köln. Im Mai 1914 tagte im Hotel die Delegiertenversammlung des „Centralverbandes Deutscher Industrieller". 1928 erwarb die Stadt Köln das Hotel aus der Insolvenz der Betreibergesellschaft, im April 1929 wurde es abgerissen.
Der Neubau und seine Architektur
Aus einem noch von der Hotelgesellschaft ausgeschriebenen Wettbewerb gingen 1928 Bruno Paul und Franz Weber als Sieger hervor. Das Eckgebäude wurde als Rundbau ausgeführt, dessen waagerechte Fensterbänder die Fassade gliedern, während das Erdgeschoss vollständig in Schaufenster aufgelöst ist. Es zählt zu den Hauptwerken Bruno Pauls und gilt als wichtigstes Zeugnis dieses Baustils in Köln. Das Haus gehörte zu den ersten Bauwerken, bei denen in großem Umfang dünne Natursteinplatten vorgehängt wurden. Ein Luftangriff im Zweiten Weltkrieg zerstörte das oberste Geschoss.
Heutige Nutzung
Nach dem Wiederaufbau nutzte die Stadt Köln das Gebäude für mehrere Ämter. 2005 verkaufte sie es an ein Konsortium aus dem Schweizer Immobilienfonds UBS, der Colonia Real Estate AG und der Redos Real Estate GmbH, das rund 7700 m² Bürofläche sanierte und vermietete; als Ankermieter kam das Versandhaus Manufactum hinzu. 2008 ging das Haus an die Bayerische Versorgungskammer über. Der 1952 installierte Schindler-Paternoster überstand die Renovierungen und ist einer von fünf in Köln noch zugelassenen Paternostern.
Wissenswertes
Im Hotel Disch starb 1880 Helen Jane Gladstone, Schwester des britischen Premierministers William Ewart Gladstone, der sie an ihrem Sterbebett begleitete. Sie soll dort rund zehn Jahre gewohnt haben. Ihre Konversion zur katholischen Kirche galt zu ihrer Zeit als Skandal.
Zeitstrahl
- 1848Eröffnung des „Hotel Disch“ nach Entwurf von Josef Felten
- 1859Tod des Kölner Ehrenbürgers Franz Egon Graf von Fürstenberg-Stammheim im Hotel
- 1880Tod Helen Jane Gladstones im Hotel Disch
- 1890Gründung der „Disch Hotel- und Verkehrs-AG“ und erster Umbau durch Kayser & von Großheim
- 1912Erneuter Umbau des Hotels
- 1929Niederlegung des Hotels und Erlöschen der Disch-AG
- 1930Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes im Stil der Neuen Sachlichkeit
- 2005Verkauf des Disch-Hauses durch die Stadt Köln an ein internationales Konsortium
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