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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Haus zum Maulbeerbaum

Die einzige erhaltene Hochbarock-Fassade im Kölner Stadtbild — heute in einen Hotelneubau integriert.

Die Fassade des einstigen Patrizierhauses hat mehrfach den Standort gewechselt und steht heute an einem anderen Ort als das ursprüngliche Gebäude.

Auf einen Blick

Art
Barockes Patrizierhaus, nur die Fassade erhalten
Lage
Kleine Sandkaul, Altstadt-Nord (Stadtbezirk Innenstadt)
Errichtet
1696 für den Ratsherrn Johann Matthias Koix
Stil
Flämisches Hochbarock, vierstöckige Fassade
Besonderheit
Vollplastischer Fassadenschmuck mit zwei Putti
Heute
Teil eines Hotelneubaus von 2001
Wusstest du?

Die barocke Fassade des Hauses wanderte im Lauf der Zeit gleich zweimal quer durch die Kölner Altstadt: 1913 in die Große Sandkaul und 1999 weiter in die Kleine Sandkaul, wo sie schließlich 2001 in einen Hotelneubau integriert wurde.

Bedeutung

Von der Kölner Hochbarock-Architektur ist im Stadtbild allein diese Fassade übrig geblieben. Sie überstand mehrere Umsetzungen und die Kriegszerstörung ihrer oberen Partien.

© Erwin Quedenfeldt · Public domain

Geschichte

Errichtet wurde das Haus in der heute nicht mehr bestehenden Straße Sandbahn 8 durch einen unbekannten Baumeister. Für den Neubau des Stadthauses brach man das Gebäude 1910 ab, baute die Fassade jedoch ab und lagerte sie ein. 1913 versetzte man sie in die Große Sandkaul und fügte sie zusammen mit dem barocken Portal des Hauses „Zu den drei Spiegeln“ in die Stadthaus-Fassade ein. Beim Abriss des alten Stadthauses 1999 gelangte sie an ihren heutigen Standort in der Kleinen Sandkaul.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Architektur

Bestimmend ist ein reich gearbeitetes Rundbogenportal mit Oberlicht, das von zwei kleineren Rundbogenportalen begleitet wird. Die erste Etage besitzt zwei große Kreuzstockfenster, die übrigen Geschosse kleinere Steinstützfensterbänder, die noch an Renaissancebauten erinnern. Zwischen zweiter und dritter Etage präsentieren zwei Putti, umgeben von Akanthusranken und -blättern, ein Warteschild als vollplastischen Fassadenschmuck.

© Asperatus · CC BY-SA 4.0

Kriegszerstörung und Ergänzung

Ursprünglich schloss ein verkröpfter Dreiecksgiebel mit reliefgeschmücktem Tympanon das Gebäude ab. Giebel und vierte Etage wurden bei den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zerstört und bei der Renovierung 2002 in vereinfachter Form ergänzt.

© Erwin Quedenfeldt · Public domain

Innenausstattung

Das Haus verfügte über eine Wendeltreppe und Kölner Decken, wie sie in vielen Kölner Bürgerhäusern vorkamen. Die Wendeltreppe war an den Antrittsstufen mit Figuren geschmückt: Atlas am Geländeranfang im Erdgeschoss und David im ersten Obergeschoss.

© Erwin Quedenfeldt · Public domain

Zeitstrahl

  1. 1696
    Ratsherr Johann Matthias Koix lässt das Haus an der Sandbahn 8 errichten
  2. 1910
    Gebäude für Neubau des Stadthauses abgebrochen, Fassade eingelagert
  3. 1913
    Fassade in die Straße Große Sandkaul transloziert und ins Stadthaus eingebaut
  4. 1999
    Abriss des alten Stadthauses, Fassade in die Kleine Sandkaul versetzt
  5. 2001
    Fassade in einen Hotelneubau integriert
  6. 2002
    Renovierung mit vereinfachter Ergänzung von Giebel und vierter Etage

Galerie

© Erwin Quedenfeldt · Public domain · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-18

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