Haus zum Maulbeerbaum
Die einzige erhaltene Hochbarock-Fassade im Kölner Stadtbild — heute in einen Hotelneubau integriert.
Die Fassade des einstigen Patrizierhauses hat mehrfach den Standort gewechselt und steht heute an einem anderen Ort als das ursprüngliche Gebäude.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Barockes Patrizierhaus, nur die Fassade erhalten
- Lage
- Kleine Sandkaul, Altstadt-Nord (Stadtbezirk Innenstadt)
- Errichtet
- 1696 für den Ratsherrn Johann Matthias Koix
- Stil
- Flämisches Hochbarock, vierstöckige Fassade
- Besonderheit
- Vollplastischer Fassadenschmuck mit zwei Putti
- Heute
- Teil eines Hotelneubaus von 2001
Die barocke Fassade des Hauses wanderte im Lauf der Zeit gleich zweimal quer durch die Kölner Altstadt: 1913 in die Große Sandkaul und 1999 weiter in die Kleine Sandkaul, wo sie schließlich 2001 in einen Hotelneubau integriert wurde.
Bedeutung
Von der Kölner Hochbarock-Architektur ist im Stadtbild allein diese Fassade übrig geblieben. Sie überstand mehrere Umsetzungen und die Kriegszerstörung ihrer oberen Partien.
Geschichte
Errichtet wurde das Haus in der heute nicht mehr bestehenden Straße Sandbahn 8 durch einen unbekannten Baumeister. Für den Neubau des Stadthauses brach man das Gebäude 1910 ab, baute die Fassade jedoch ab und lagerte sie ein. 1913 versetzte man sie in die Große Sandkaul und fügte sie zusammen mit dem barocken Portal des Hauses „Zu den drei Spiegeln“ in die Stadthaus-Fassade ein. Beim Abriss des alten Stadthauses 1999 gelangte sie an ihren heutigen Standort in der Kleinen Sandkaul.
Architektur
Bestimmend ist ein reich gearbeitetes Rundbogenportal mit Oberlicht, das von zwei kleineren Rundbogenportalen begleitet wird. Die erste Etage besitzt zwei große Kreuzstockfenster, die übrigen Geschosse kleinere Steinstützfensterbänder, die noch an Renaissancebauten erinnern. Zwischen zweiter und dritter Etage präsentieren zwei Putti, umgeben von Akanthusranken und -blättern, ein Warteschild als vollplastischen Fassadenschmuck.
Kriegszerstörung und Ergänzung
Ursprünglich schloss ein verkröpfter Dreiecksgiebel mit reliefgeschmücktem Tympanon das Gebäude ab. Giebel und vierte Etage wurden bei den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zerstört und bei der Renovierung 2002 in vereinfachter Form ergänzt.
Innenausstattung
Das Haus verfügte über eine Wendeltreppe und Kölner Decken, wie sie in vielen Kölner Bürgerhäusern vorkamen. Die Wendeltreppe war an den Antrittsstufen mit Figuren geschmückt: Atlas am Geländeranfang im Erdgeschoss und David im ersten Obergeschoss.
Zeitstrahl
- 1696Ratsherr Johann Matthias Koix lässt das Haus an der Sandbahn 8 errichten
- 1910Gebäude für Neubau des Stadthauses abgebrochen, Fassade eingelagert
- 1913Fassade in die Straße Große Sandkaul transloziert und ins Stadthaus eingebaut
- 1999Abriss des alten Stadthauses, Fassade in die Kleine Sandkaul versetzt
- 2001Fassade in einen Hotelneubau integriert
- 2002Renovierung mit vereinfachter Ergänzung von Giebel und vierter Etage
Galerie
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