Luftwaffenkaserne
Eine der größten Kasernen Deutschlands auf rund 300 Hektar – Sitz mehrerer Höherer Kommandobehörden sowie von NATO- und kanadischen Dienststellen.
Die Luftwaffenkaserne am Standort Köln ist eine geschlossene militärische Liegenschaft, in der mehrere Höhere Kommandobehörden der Bundeswehr, Teile der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung sowie weitere militärische und zivile Dienststellen untergebracht sind. Mit rund 300 Hektar zählt sie laut Wikipedia zu den größten Kasernen Deutschlands.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Kaserne der Bundeswehr (Luftwaffe)
- Lage
- Kölner Stadtteile Grengel, Wahnheide und Lind; Stadtbezirk Porz
- Größe
- rund 300 Hektar, mehr als 200 Gebäude; zählt zu den größten Kasernen Deutschlands
- Erste Bebauung
- ab 1870 (erste Fachwerkgebäude)
- Nutzung
- Bundeswehr sowie NATO- und kanadische Dienststellen
- Anbindung
- an die Bundesautobahn 59 und an den militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn
- Besonderheit
- öffentlicher Militärfriedhof der Stadt Köln als Enklave im Sperrgebiet
Innerhalb des militärischen Sperrgebiets der Luftwaffenkaserne liegt ein öffentlicher Friedhof der Stadt Köln – eine zivile Enklave mitten im gesperrten Militärgelände, auf dem auch zwei Marinesoldaten begraben sind, die 1917 nach einem Matrosenaufstand auf dem eigenen Kasernen-Schießplatz hingerichtet wurden.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.
Lage und Anbindung
Das Gelände verteilt sich auf drei Stadtteile im Süden Kölns. Über die nahe Bundesautobahn 59 lassen sich Teilbereiche des Verteidigungsministeriums auf der Bonner Hardthöhe in wenigen Minuten erreichen. Der angrenzende militärische Teil des Flughafens Köln/Bonn, Heimat der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung, ist direkt an die Kaserne angebunden.
Ursprung in der preußischen Artilleriereform
Der Bereich gehört zu den seit Langem militärisch genutzten Arealen der Region: Schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts dienten das heutige Kasernengelände und der angrenzende Schießplatz Wahn militärischen Zwecken. Im Rahmen der von Prinz August von Preußen nach den napoleonischen Freiheitskriegen betriebenen Artilleriereform entstanden in Garnisonsnähe neue Übungsplätze. 1816 wurde in Köln die 7. königlich-preußische Artilleriebrigade aufgestellt; ab dem Folgejahr stellte die Gemeinde Wahn dafür Flächen in der Wahner Heide bereit.
Vom Übungsplatz zum Fliegerhorst
Ab 1870 entstanden erste Fachwerkbauten für die Soldaten, um 1900 dann Steingebäude. 1913 landete hier ein erstes Flugzeug zur Artilleriebeobachtung. 1939 legte die Wehrmacht einen Fliegerhorst an, aus dem sich der spätere Flughafen Köln/Bonn entwickelte.
Nach 1945
Am 11. April 1945 besetzten amerikanische Truppen das „Camp Wahn“ und richteten dort ein Durchgangslager für rund 15.000 Zwangsarbeiter aus Osteuropa ein. Im Juni 1945 ging das Camp an die britischen Streitkräfte über; ab Oktober 1949 hatte die britische Hochkommission mit 560 Mitarbeitern hier ihren Dienstsitz. Den militärischen Teil des Flughafens übernahm am 18. Juli 1957 die bundesdeutsche Luftwaffe.
Heutige Nutzung
Die Liegenschaft wird über die Bundeswehr hinaus auch international genutzt. Hier befindet sich eine Forward Operating Base der Multinational MRTT Unit der NATO. Zudem ist seit Juli 2012 der Canadian Operational Support Hub (Europe) auf dem Gelände untergebracht. Im August 2024 wurde die Anlage nach dem Fund eines Lochs im Sicherheitszaun vorübergehend gesperrt, weil ein Anschlag auf die Trinkwasserversorgung vermutet wurde; Laboruntersuchungen ergaben jedoch keine Verunreinigung, und es wurde Entwarnung gegeben.
Wissenswertes
Viele Bauwerke aus der Anfangszeit der Kaserne sind erhalten und stehen zum Teil unter Denkmalschutz. Auf dem Militärfriedhof im Sperrgebiet liegen Gefallene der Kriege 1870/71 und des Ersten Weltkriegs sowie die Marinesoldaten Max Reichpietsch und Albin Köbis, die von einem Militärgericht zum Tode verurteilt und am 5. September 1917 auf dem Schießplatz Wahn erschossen wurden.
Zeitstrahl
- 18167. königlich-preußische Artilleriebrigade in Köln aufgestellt
- 1870Erste Fachwerkgebäude für Soldaten auf dem Kasernengelände errichtet
- 1913Erstes Flugzeug landet auf dem Übungsgelände (Artilleriebeobachtung)
- 1939Wehrmacht legt auf dem Truppenübungsplatz einen Fliegerhorst an
- 11. April 1945US-Streitkräfte besetzen Camp Wahn, errichten Durchgangslager für ~15.000 Zwangsarbeiter
- 15. Juni 1945Übergabe des Militärcamps an die britischen Streitkräfte
- Oktober 1949Britische Hochkommission bezieht Dienstsitz mit 560 Mitarbeitern
- 18. Juli 1957Militärischer Flughafenteil an die bundesdeutsche Luftwaffe übergeben
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





