Melaten-Friedhof
Kölns Zentralfriedhof an der Aachener Straße: 1810 nach Pariser Vorbild als Friedhof und Grünanlage angelegt, mit über 55.000 Gräbern der größte der Stadt.
seit 1810
An der Aachener Straße gelegen, verbindet der Melaten-Friedhof eine mittelalterliche Vorgeschichte als Leprosenheim mit der Gestalt einer parkartigen Begräbnisstätte. Schon über dem alten Haupttor empfängt Besucher eine lateinische Inschrift.
Auf einen Blick
- Art
- Zentralfriedhof von Köln, zugleich öffentliche Grünanlage
- Lage
- an der nördlichen Grenze des Stadtteils Lindenthal, im Süden begrenzt von der Aachener Straße
- Größe
- 435.000 m² mit 55.540 Grabstätten — der größte Friedhof Kölns
- Eingänge
- sechs öffentliche Zugänge, drei davon an der Aachener Straße
- Seit Juni 2024
- erstes städtisches Kolumbarium Kölns in der alten Trauerhalle
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Name und Vorgeschichte
Der Name geht auf den „Hof Melaten“ zurück, ein schon im 12. Jahrhundert an dieser Stelle belegtes Heim für Kranke und Aussätzige; 1243 erscheint er als „hoff to Malaten“ erstmals in einer Urkunde. Die zugehörige Kapelle weihte 1245 der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden. Gegenüber, jenseits der Aachener Straße, lag die Richtstätte Rabenstein.
Gründung
In der französischen Besatzungszeit untersagte ein kaiserliches Dekret Napoleons von 1804 aus hygienischen Gründen Bestattungen innerhalb der Städte. Die Stadt erwarb daraufhin das Gelände des einstigen Leprosenasyls. Ferdinand Franz Wallraf gestaltete die Anlage nach dem Vorbild des Pariser Père-Lachaise und plante sie zugleich als Ort der Erholung. Mit der Einweihung am 29. Juni 1810 schlossen die innerstädtischen Friedhöfe; bis 1829 wurden hier nur Katholiken bestattet.
Zerstörungen
Mehrfach wurde Melaten beschädigt. Die alte Kapelle des Leprosenheimes wurde 1942 zerstört und 1952 in vereinfachter Form wiederaufgebaut. Am schwersten trafen den Friedhof Fliegerbomben am 30. und 31. Oktober 1944; ein Gedenkstein erinnert an mehr als 100 Mitglieder einer Hochzeitsgesellschaft, die ein Bombentreffer in einem Tiefbunker am Tor zur Aachener Straße tötete. 2023 wurde auf dem Gelände ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft.
Struktur und Bepflanzung
Der Friedhof gliedert sich in den nördlichen Alten Ehrenfelder Friedhof und den eigentlichen Melaten-Friedhof; zum Melatengürtel hin grenzt ein selbständig verwalteter, der Öffentlichkeit verschlossener Jüdischer Friedhof an. Rechtwinklige Wege legen das Gelände als Raster an, wobei zwei Hauptwege von der Aachener Straße mittig von der Ost-West-Achse gekreuzt werden. Entlang dieser Achsen mit den teuersten Gräbern stehen Platanenalleen, an den Seitenwegen Linden und Rosenstöcke; bei späteren Erweiterungen kamen unter anderem Ahorne, Birken, Trauerulmen und japanische Zierkirschen hinzu.
Kolumbarium
Die alte Trauerhalle von 1880/81, nach Entwürfen von Heinrich Wiethase in neoromanischen Formen errichtet, verlor ihre Funktion, als 1955 an der Piusstraße eine größere Halle entstand. 2013 würdigte der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz das verfallene Gebäude als „Denkmal des Monats“. Im Juni 2024 wurde es als erstes städtisches Kolumbarium Kölns eröffnet und bietet Platz für rund 500 doppelt belegbare Urnenkammern.
Torinschriften
Über dem alten Haupttor an der Aachener Straße steht die Inschrift „Funeribus Agrippinensium Sacer Locus“ — „Für die Leichen Kölns geheiligte Stätte“. Seitlich finden sich weitere lateinische Sprüche, darunter „Transi Non Sine Votis Mox Noster“ („Geh nicht vorüber ohne fromme Gebete, Du, bald der Unsrige“).
Galerie
Karte
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Adresse
Aachener Str. 204
50931 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 07:00–20:00
Di: 07:00–20:00
Mi: 07:00–20:00
Do: 07:00–20:00
Fr: 07:00–20:00
Sa: 07:00–20:00
So: 07:00–20:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-17)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-30)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-30, rev 266788608)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-30
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