Jüdischer Friedhof Köln-Deutz
Der 1695 gegründete Friedhof am Judenkirchhofsweg ist der älteste erhaltene jüdische Friedhof im heutigen Köln und letzte Ruhestätte von rund 5000 Menschen.
Versteckt in Köln-Deutz liegt der älteste erhaltene jüdische Friedhof im Gebiet der heutigen Stadt. Gegründet 1695, wurde hier bis zur letzten Bestattung im Kriegsjahr 1941 Geschichte geschrieben.
Auf einen Blick
- Gegründet
- 1695, erste Bestattungen ab 1698
- Bedeutung
- ältester erhaltener jüdischer Friedhof im heutigen Köln
- Fläche
- rund 18.000 m²
- Bestattungen
- etwa 5000 Gläubige, letzte 1941
- Zugang
- von der südwestlichen Seite über den Judenkirchhofsweg
- Eigentümer
- Synagogen-Gemeinde Köln
Geschichte
Den Grundstein legte 1695 Erzbischof Clemens, der den Deutzer Juden ein Grundstück zur Pacht überließ. Ab 1698 fanden dort die ersten Beisetzungen statt. Zu Beginn der Preußenzeit musste die Anlage einem Lünettenbau weichen und wurde zunächst verkleinert.
Wegen der Nähe zu diesem Fort durften die Grabsteine zwischen 1859 und 1882 auf Anweisung des preußischen Militärs nur liegend aufgestellt werden. In den Jahren 1859 und 1895 wurde der Friedhof jeweils erweitert; dabei entstanden die Flure D bis J.
Da die orthodoxe Gemeinde „Adass Jeschurun“ keinen eigenen abgetrennten Bereich belegen durfte, legte sie 1910 einen separaten Friedhof an der Decksteiner Straße in Lindenthal an. 1918 wurde der Deutzer Friedhof geschlossen und der neue Friedhof an der Venloer Straße in Bocklemünd/Mengenich eröffnet. 1928 ging die Anlage in den Besitz der Synagogen-Gemeinde Köln über.
Wer hier ruht
Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wurden hier Angehörige der jüdischen Gemeinde Deutz beigesetzt, später auch Mitglieder der sich nach 1798 wieder entwickelnden Kölner Gemeinden. Unter den rund 5000 Bestatteten finden sich Namen, die bis heute geläufig sind.
Hier liegen Angehörige der Familie Oppenheim, die die Synagoge Glockengasse erbauen ließ, sowie Isaac Offenbach, dessen Sohn Jacques Offenbach als Komponist berühmt wurde. Der Philosoph und Schriftsteller Moses Hess wünschte sich diesen Ort als letzte Ruhestätte; seine sterblichen Überreste wurden 1961 nach Israel überführt. Auch David Wolffsohn, Nachfolger Theodor Herzls als Präsident der Zionistischen Weltorganisation, wurde hier bestattet.
Heute
Die eingefriedete Anlage wird gärtnerisch gepflegt, dabei aber bewusst in einem naturbelassenen Zustand gehalten. Außer einem aufgestellten Container gibt es keine Gebäude. Verschiedene Organisationen bieten in unregelmäßigen Abständen Führungen an. Verwaltet wird der Friedhof von der Synagogen-Gemeinde Köln.
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Adresse
Judenkirchhofsweg
Köln
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-09)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-09)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-09, rev 261190652)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-09
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