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© Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Christi Verklärung (Köln-Heimersdorf)

Katholische Pfarrkirche in Köln-Heimersdorf, in den 1960er-Jahren im brutalistischen Stil von Josef Lehmbrock auf kreuzförmigem Grundriss errichtet.

seit 1966

Im nördlichen Kölner Stadtteil Heimersdorf steht mit Christi Verklärung eine katholische Pfarrkirche, die zwischen 1966 und 1967 entstand und deren Formensprache ursprünglich dem Brutalismus zugerechnet wurde. Verantwortlich für den Entwurf war der Düsseldorfer Architekt Josef Lehmbrock.

Auf einen Blick

Stadtteil
Köln-Heimersdorf
Bauzeit
1966/1967
Architekt
Josef Lehmbrock (Düsseldorf)
Widmung
Verklärung Christi
Weihe
29. Oktober 1966 durch Weihbischof Augustinus Frotz
Konfession
römisch-katholisch (ursprünglich Rektoratspfarrei Christi Verklärung, gegründet Januar 1963)
Baustil
Brutalismus
Wusstest du?

Eine der beiden Glocken im Außengerüst ist eine Leihglocke aus dem Jahr 1669 – deutlich älter als die Kirche selbst, die bewusst ganz ohne Glockenturm auskommt.

Das kannst du hier erleben

  • Die übergroße achteckige Fensterrosette von Günter Peltzer betrachten
  • Das von romanischen Triumphkreuzen inspirierte Altarkreuz Hubert Güldens ansehen
  • Die barocke Madonnenskulptur aus dem Aargau links vom Altar entdecken
  • Die 2011 geweihte Klais-Orgel mit ihren 46 Registern erleben
  • Das kreuzförmige, an gotische Netzgewölbe erinnernde Holzdach im Innenraum bestaunen

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Geschichte

Anfang der 1960er-Jahre wuchs die Bevölkerung Heimersdorfs im Zuge des Siedlungsbaus der Neuen Stadt Chorweiler stark an. Ab 1962 bildete sich hier ein eigener Seelsorgebezirk, der auch bestehende Siedlungen aus den Nachbargemeinden Weiler, Longerich und Fühlingen einbezog. Zunächst diente das Dachgeschoss eines privaten Ladenlokals als Notkirche – eine Besonderheit war, dass dort auch die evangelische Gemeinde ihre Gottesdienste feierte. Im Januar 1963 wurde die Rektoratspfarrei Christi Verklärung gegründet.

Da die Notkirche für die wachsende Gemeinde bald zu klein wurde, erhielt Lehmbrock 1963 den Auftrag, einen Komplex aus Kirche, Saal, Jugendheim, Dienstwohnungen, Kindergarten und Bücherei zu planen. Der Pfarrsaal war so rasch fertig, dass ab April 1965 in diesem Taborsaal Gottesdienst gefeiert wurde – ergänzt durch einen provisorischen Glockenturm. Im Oktober 1966 stand schließlich auch der Kirchbau; kurz vor der Weihe am 29. Oktober wurde der Grundstein im Mauerwerk platziert.

Die Ausstattung wuchs in den folgenden Jahren weiter: Ende 1967 kamen Glocken hinzu, 1974 eine Orgel. 1978 erhielt die Krypta eine Altarplatte, die bei Ausgrabungen im nördlichen Seitenschiff des Kölner Doms gefunden worden war. Erst 1979 wurde mit dem Ambo das letzte Provisorium ersetzt.

© Achim Stump · CC BY-SA 4.0

Architektur

Die Kirche ruht auf einem achsensymmetrischen, kreuzförmigen Grundriss, der einem Gewand mit ausgebreiteten Armen gleicht und so die ausgestreckten Arme Christi symbolisiert. An den vier Stirnseiten steigen leicht nach innen gewölbte, ursprünglich unverputzte Betonwände mit Segmentgiebel auf; drei von ihnen besitzen keinerlei Fensteröffnung. Nur die Langhauswand im Südwesten öffnet sich mit einer übergroßen, achteckigen Fensterrosette – dem Erkennungszeichen des Baus. Ein sehr flaches, kupfergedecktes Spitztonnendach schließt den Raum ab.

Zwischen den Stirnseiten spannen sich eng gestellte, vertikale Betonlamellen, zwischen denen hohe weiße Fensterstreifen die Kirche von allen Seiten belichten. Der um drei Stufen erhöhte Altarbereich reicht bis in die Vierung, während die Bänke der Gemeinde die drei übrigen Kreuzarme füllen und im Halbkreis um den Altar angeordnet sind. Die offene Decke ist nach Art eines Zollingerdachs mit einem feingliedrigen Holznetzwerk strukturiert, das an gotische Netzgewölbe erinnert. Auch insgesamt folgt die Kirche durch Lichteinfall und Vertikalität der Symbolsprache der Gotik.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Ausstattung

In der eingeschossigen, zwei Stufen tiefer liegenden Taufkapelle steht ein Taufbecken aus verschiedenen Steinobjekten, die teils in der Kölner Dombauhütte von Auszubildenden gefertigt wurden, teils aus dem 19. Jahrhundert stammen; ein zugehöriges Kreuz schuf Toni Zenz. Die große Fensterrosette mit abstrakten Kompositionen in Rot und Blau stammt von Günter Peltzer. Zu den frühesten Stücken zählt eine um 1750 entstandene barocke Madonnenskulptur aus dem schweizerischen Aargau, die links vom Altarbereich ihren Platz hat.

Den Altar mit Weinstockmotiv fertigte der Düsseldorfer Bildhauer Josef Klein aus schwarzem Kattenfels. Das darüber hängende Altarkreuz von Hubert Gülden (1971) ist von romanischen Triumphkreuzen inspiriert und zeigt einen gekrönten, königlichen Christus, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten. Der Ambo in Adlerform stammt von Paul Nagel. Als Tabernakel diente zunächst eine Arbeit der Kölner Bildhauerin Jutta Osten von 1975; sie wurde später gegen das Sakramentshaus der verkauften Schwesterkirche St. Markus ausgetauscht, das aus einer Fiale des Kölner Doms gefertigt ist und ein Tabernakel von Paul Nagel enthält. Im Jahr 2000 kamen eine russische Ikone der Verklärung Christi sowie die in Gemeinschaftsarbeit entstandene Collage „Entfaltungen“ von Eva Marie Degenhardt hinzu, die eine Betonlamelle links vom Altar in voller Höhe verkleidet.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Orgel und Glocken

Die erste Orgel, ein Positiv mit fünf Registern, war für den großen Raum viel zu klein und ging 1974 an St. Markus. Die 1974 von Willi Peter gebaute zweite Orgel mit zwei Manualen und 23 Registern blieb aus finanziellen Gründen ebenfalls unterdimensioniert. Erst 2010 ermöglichten Spendenkampagnen und ein Zuschuss des Erzbistums eine Renovierung und Erweiterung durch Johannes Klais Orgelbau; die „neue Orgel“ mit drei Manualen, 46 Registern und einer LED-Beleuchtung wurde am 22. Mai 2011 geweiht.

Auf einen Glockenturm verzichteten Architekt und Gemeinde bewusst – der eine wegen der ohnehin vertikalen Wirkung des Baus, die andere aus finanziellen Gründen. Zwei Glocken hängen an einem Glockengerüst im Freien; ihre Schlagtöne sind gis1 und h1, wobei die letztere eine Leihglocke aus dem Jahr 1669 ist.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Wissenswertes

Der Zustand der Außenwände entspricht heute nicht mehr dem Original, weshalb eine Unterschutzstellung durch den Denkmalkonservator bislang unterblieb. Zwischen 2007 und 2011 wurde vier Jahre lang das große Rosettenfenster saniert, und ein später ergänzter zweiter Eingang am Seitenschiff musste wegen Bodenabsackungen instand gesetzt werden.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Zeitstrahl

  1. 1963
    Gründung der Rektoratspfarrei Christi Verklärung im Januar; Lehmbrock wird mit der Planung beauftragt.
  2. 1965
    Ab April werden Gottesdienste im fertigen Taborsaal mit provisorischem Glockenturm gefeiert.
  3. 1966
    Weihe der Kirche am 29. Oktober durch Weihbischof Augustinus Frotz.
  4. 1974
    Willi Peter baut die zweite Orgel mit zwei Manualen und 23 Registern.
  5. 1978
    Die Krypta erhält eine im Kölner Dom ausgegrabene Altarplatte.
  6. 2011
    Weihe der von Klais renovierten und erweiterten Orgel am 22. Mai.

Galerie

© Chris06 · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-06

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